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An Ort und Stelle informierten sich Teilnehmer am Stammtisch der SPD: Diesmal besuchte man die Löfflmühle. Mit dabei Bezirkstagskandidatin Bianka Poschenrieder. 

SPD-Stammtisch

Dem alten Handwerk auf der Spur

Man kann sich auch im Freien zusammensetzen.

Markt Schwaben/Forstinning – Stammtische, wie sie die Markt Schwabener SPD seit Jahrzehnten regelmäßig durchführt, müssen nicht immer im Nebenzimmer eines Wirtshauses stattfinden. Das jedenfalls ist die Philosophie des Ortsvorsitzenden Manfred Kabisch. Nun fand dieser Stammtisch einmal in Form einer „Mühlenführung in der Wolfmühle“ statt. Dass der Termin auch dazu diente, die sozialdemokratische Bezirkstagskandidatin Bianka Poschenrieder vorzustellen bzw. man ihr eine Plattform geben wollte zur eigenen Vorstellung, hat mit dem laufenden Wahlkampf zu tun.

Nach einer kurzen Begrüßung im Hof der Mühle führte Mühlenbetreiber Andreas Löffl die Teilnehmer bei schönem Wetter in das zauberhafte Garten-Café der Mühle und stellte den Betrieb vor. Die Wolfmühle existiert bereits seit dem 17. Jahrhundert und wird jetzt als traditionsreiches Familienunternehmen in vierter Generation unter der Leitung der Familie Löffl betrieben. Von ehemals 13 Semptmühlen sind sie als einzige dem Müllerhandwerk treu geblieben.

An der Anzinger Sempt gelegen wurde die Mühle zunächst mit Wasserkraft (ca. drei bis vier KW) betrieben, bevor die Umstellung auf einen elektrischen Betrieb mit ca. 80 KW erfolgte.

Wie schon der Name sagt, ist eines der wesentlichen Aufgaben das Mahlen von Getreide. Etwa 300 Tonnen Weizen, Roggen, Dinkel, Gerste und Hafer von zuverlässigen Bio-Landwirten aus den Landkreisen Erding, Ebersberg, Landshut, Mühldorf und Rosenheim werden im Laufe eines Jahres gemahlen.

Aber das Getreidemahlen ist heute nicht mehr die einzige Aufgabe. So werden zum Beispiel Getreide wie Hafer und Gewürze wie Koriander gereinigt. Eine weitere Aufgabe ist das Schälen von Getreide wie zum Beispiel Dinkel.

Neben dem reinen Mühlenbetrieb hat sich mit der Zeit eine umfängliche Gastronomie im Garten-Café und in einem Restaurant entwickelt. Darüber hinaus betreibt die Familie einen Bioladen, der bereits ausgezeichnet wurde und von Donnerstag bis Samstag geöffnet ist.

Löffl zeigte den Besuchern seine beiden Mühlen und die Verpackung der gemahlenen Mehle. In einem Arbeitsgang können die beiden Mühlen bis zu fünf Mahlvorgänge gleichzeitig durchführen. Je nach Anforderung der Kunden werden an diesen Arbeitsgang noch ein oder zwei weitere Arbeitsgänge angefügt. Bei den Erläuterungen erfuhren die Teilnehmer zum Beispiel, dass Vollkornmehl nichts mit der Größe der Körner zu tun hat, sondern dass der eigentliche Mehlbestandteil des Korns zusammen mit dem Fruchtkörper und seinen vielen Schalen gemahlen wird. Je nach Anzahl der Schalen, die dabei mitgemahlen werden, ergibt sich die Type des Mehls. Mehl vom Typ 405 hat nur einen relativ geringen Anteil an Schalen und Mineralien, Mehl vom Typ 1050 einen hohen Anteil.

Nach dem Besuch gab es in der bereits angebrochenen Dämmerung noch eine abschließende Fragestunde. Unter anderem wurde Andreas Löffl gefragt, was er sich für seinen Betrieb von der Politik erwartet. Die Antwort hat einige Teilnehmer überrascht, denn sein Hauptanliegen ist... „die Ehrlichkeit der Politiker“. Er als Mühlenbetreiber müsse mit wechselnden Rahmenbedingungen zu Recht kommen, aber er brauche Verlässlichkeit für seine Planung und Produktion.  ez

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