Heimatmuseum sucht Ausstellungsstücke

Auf den Spuren der eigenen Kindheit

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Markt Schwaben - Wer kann sich noch erinnern? Das Heimatmuseum Markt Schwaben sucht für Jahresausstellung noch nach passenden Exponaten.

Weißt du noch damals...? Ganz sicher eine viel gestellte Frage bei Klassentreffen, so wie es sie gottlob immer wieder noch gibt - auch in Markt Schwaben. Die gemeinsame Erinnerung an eine gemeinsam erlebte Kindheit - sie verbindet Menschen nach wie vor. Genau darauf setzt man heuer im Heimatmuseum der Marktgemeinde mit Blick auf die Jahresausstellung. Die findet traditionell im November statt; diesmal ab Samstag, 12. November. Das Thema lautet dann: „Kindheit in Markt Schwaben.“

Bis jetzt haben die Verantwortlichen des Museums dazu schon reichlich Ausstellungsmaterial gesichtet. Zum Beispiel eine Puppenküche aus dem Jahr 1912, oder ein Exemplar von 1930. Oder einen Teddybär aus Wehrmachtsstoff. Aber auch Spielzeug aus der Zeit vor und nach dem Weltkrieg wie Kreisel, Schusser, Blechspielsachen oder Kaufläden. Alleine schon deshalb ist die Schwabener Jahresausstellung 2016 nicht nur interessant und aufschlussreich für ältere Semester, also Zeitzeugen von damals, sondern auch für die heute in der Marktgemeinde lebenden Kinder, von denen so manche Kreisel und Schusser bestenfalls als Bestandteile elektronischer Computerspiele kennen.

Aber das, was da der Vereinsvorstand Bernd Romir und seine Mitwirkenden zeigen möchten, wird noch viel umfassender werden. Auch alte Kinderkleidung will man vorstellen. Die so genannte Sonntagskleidung. Oder Poesiealben, im weitesten Sinne so etwas wie die Vorläufer von Facebook-Seiten.

Einen stattlichen Fundus hat man schon jetzt beisammen, so Romir dieser Tage gegenüber der Heimatzeitung. Dennoch ist man auf der Suche nach weiteren Gegenständen für die Ausstellung: Zum Beispiel Fotos oder Filme, die Markt Schwabener Kinder beim Spielen draußen oder daheim zeigen, mit ihren Haustieren, beim Rodeln im Schnee, beim Radeln, beim Musizieren - womit auch immer sie sich damals befasst haben.

Gerne auf Leihbasis angenommen werden zum Beispiel Holzski für Kinder, Steckereißer (also Schlittschuhe zum Anschrauben), Seifenkisten, Fleckerl-Bälle oder die ersten Lederfußbälle, die es wohl erst in den 50er Jahren gegeben haben dürfte. Auch alte Klassenfotos sind willkommen, wenn sie möglichst mit vielen Namen ergänzt sind und genauen Zeitangaben. Bei Außenaufnahmen, so Romir, wäre es toll, wenn zumindest im Hintergrund auch Markt Schwabener Gebäude zu sehen sind. Nur reine Schulsachen wie etwa Ranzen will man heuer nicht unbedingt ausstellen.

Was schlummert noch auf dem Dachboden?

Der Vereinschef: „Wir haben die Hoffnung und sind auch ganz zuversichtlich, dass auf dem einen oder anderen Speicher noch vieles schlummert.“ Die, die dem Heimatverein ihre plastischen Kindheitserinnerungen ausleihen wollen, müssen sich nicht sorgen. „Verloren geht da nichts“, versichert der Chef des Museumsvereins.

Um zu zeigen, was gemeint ist und worauf sich die Schwabener schon jetzt freuen können, hat Romir mit Hilfe von Richard Neumaier zwei Fotos aus dem Fundus von Theo Engl aufgetrieben. Zu sehen sind Buben und ein Madl aus der Siedlung „Am Stocket“, die sich Zeitungshüte aufgesetzt hatten und selbstgebastelte Holzgewehre umgehängt hatten, um Krieg zu spielen (siehe die obenstehende Aufnahme). Das war, so erklärt Romir, damals völlig normal. Das Bild stammt von 1943, also mitten aus der Kriegszeit. Eine andere Aufnahme, ebenfalls von Theo Engl, zeigt spielende Kinder aus der gleichen Siedlung; und zwar Hans Zehetmeier, Hermann und Horst Eck, Theo und Lilly Engl, Michael Scheininger sowie Michael Scheninger sen. beim Sackhüpfen.

Kindheitserinnerungen gab es natürlich auch aus der Nachkriegsphase. Und die ist nicht weniger aufregend. Der Schwabener Liedermacher Hermann Bogenrieder etwa hat seine einschneidenden Erlebnisse verarbeitet in einem selbstkomponierten Song, der anlässlich seines 50. Geburtstags entstand (2006). Darin lässt Bogenrieder seinen Kindheitsfantasien freien Lauf und macht kurzerhand die Sempt zum Amazonas, den Hennigbach zum Mississippi, die Wittach zum Grand Canyon und den Post-anger zum Ozean. „I bin a Schwabara“ heißt das Lied. Und es soll noch heuer, wenn Hermann Bogenrieder 70 wird, erstmals auch im Studio eingespielt und als CD veröffentlich werden.

Kontakte

Wer die Ausstellung bereichern möchte mit eigenen Utensilien seiner Kindheit, kann sich an Bernd Romir unter (0 81 21) 32 52, Birgitta Diekhoff unter 69 07 oder Herbert Weiß unter der 46297 wenden.

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