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Pfarrer Herbert Walter (Mitte) hat sich wohlgefühlt in der improvisierten Ausweichkirche.

Pfarrei St. Margaret

Abschied von der „Florianskirche“

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Markt Schwaben - Noch ist die katholische Gemeinde St. Margaret auf die einstigen Garagen der Feuerwehr angewiesen, in die 2015 die Ausweichkirche, inoffiziell Florianskirche genannt, einzog. Doch der Abschied steht bevor: Ab Ende März wird wieder in der Pfarrkirche gebetet.

Der Erzbischof hat einen strammen Terminkalender. Für den 26. März, einem Sonntag, steht bei Kardinal Reinhard Marx um 9 Uhr eine Visite bei den katholischen Brüdern in Markt Schwaben an: Festgottesdienst mit Weihe eines Volksaltars und Ambos in der dann erstmals wieder verfügbaren Pfarrkirche St. Margaret. Dieses Datum ist festgemeißelt. Einen Erzbischof kann man ja schließlich terminlich nicht nach Belieben hin- und herschieben. Doch es wird alles getan, dass es am letzten März-Wochenende auch wirklich zu dem Festakt kommen wird. Samt Weihe.

Die Arbeiten an der Pfarrkirche laufen weiter auf Hochtouren. Zurzeit schweigen dafür sogar die Glocken des historischen Gotteshauses im Herzen der Marktgemeinde. Der Grund: Die neue Elektrik wird angeschlossen. „Endmontage“, wie Pfarrer Herbert Walter konkretisiert. Das ist auch der Grund, warum noch eine Weile auf das Geläut bei Gottesdiensten in der Florianskirche in der ehemaligen Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr verzichtet werden muss. Von dort aus hatte man nämlich per Fernsteuerung das Geläut in Gang setzen können, wenn es die Liturgie verlangte. Ein Vorgehen, das fast immer tadellos klappte, wie sich Herbert Walter erinnert.

Wie überhaupt vieles aus seiner Sicht schon jetzt optimal gelaufen ist mit Blick auf die zeitlich befristete Ausweichkirche, die die Schwabener Katholiken schnell ihre Florianskirche nannten. Walter hatte nach eigenen Worten die wenigsten Probleme damit, Messen und Hochämter zu feiern an einem Ort, an dem es Jahre zuvor noch vorwiegend nach Motorenöl und Männerschweiß roch. „Ich bin in modernen Kirchen mit rotem Klinker aufgewachsen“, erzählt er von seiner Waldkraiburger Zeit. Moderne Hallenarchitektur sei ihm daher nicht fremd. Und außerdem gelte für ihn aus rein theologischer Sicht nach wie vor, dass nicht die äußere Architektur entscheidet sei bei einem Gottesdienst, sondern erst die Tatsache, dass Gläubige im Namen Jesu beisammen seien. Da spiele die bauliche Hülle eher eine untergeordnete Rolle. Was nicht heißen solle, dass sich Herbert Walter nicht auf die neue, alte St.-Margaret-Kirche freue. Die Vorfreude sei sogar narrisch groß, sagt der langjährige Schwabener Seelsorger. Der Abschied von der Florianskirche falle ihm aber insgesamt nicht schwer.

Die hat ihren Zweck, das kann man jetzt schon sagen, mehr als erfüllt. „Die Lösung“, sagt Walter, „war in erster Linie günstig und gut“. Dass sich die allermeisten Katholiken in und um Markt Schwaben schnell mit dem Provisorium hatten anfreunden können, war nicht zuletzt dem Kirchenpfleger Jakob Bayer zu verdanken. Der hatte mit einer generalstabsmäßigen Akribie und riesigem Engagement dafür gesorgt, dass sofort ein Hauch Heimeligkeit einzog in das ansonsten ja eher nüchterne Interieur. Ein cleverer Schachzug war es beispielsweise, die alten Holzsitzbänke aus der Margaret-Kirche in der Bauphase nicht nur zu deponieren, sondern sie ganz normal zu nutzen. Inzwischen sind sie aus der Ausweichkirche wieder verschwunden, um restauriert und dann eingebaut zu werden an ihrem angestammten Platz.

Eine Phase sitzloser Gottesdienste aber hat es dennoch nicht gegeben. Und wird es auch nicht geben bis zum endgültigen Umzug Ende März.

Inzwischen befinden sich nämlich 200 neue Stühle in der Florianskirche. Stühle, die sich die Kirchengemeinde ursprünglich ausleihen wollte. Doch beim Blick auf die entsprechenden Kostenvoranschläge entschieden sich die Verantwortlichen in der Kirchenverwaltung, gleich neue Ware zu kaufen.

Wenn sie ab April nicht mehr in der Ersatzkirche benötigt werden, sollen sie im Pfarrheim in der Webergasse zum Einsatz kommen. Das dortige Gestühl sei, so Walter, in die Jahre gekommen. Wesentlicher Vorteil werde es künftig sein, dass die neuen Sitzgelegenheiten gepolstert seien. Herbert Walter: „Diese Vorgehensweise zeigt mir, wie verantwortungsvoll die Kirchenverwaltung mit dem ihr anvertrauten Geld umgeht.“

Auch die Mitglieder der Schwabener Pfarrgemeinde scheinen mit dem Provisorium letztlich gut klar gekommen zu sein. Herbert Walter hat kaum Negatives wahrgenommen. Ja, räumt er ein, in der zu Ende gehenden Bauphase habe es lediglich eine Trauung in der Florianskirche gegeben, ein Dutzend wäre normal gewesen. Für manche Paare sei es letztendlich wohl doch etwas gewöhnungsbedürftig gewesen, sich in einer ehemaligen Fahrzeughalle vor Gott das Ja-Wort zu geben. Auch die eine oder andere Taufe habe nach Walters Beobachtungen wohl eher in einer der bestehenden Gotteshäuser in der Umgebung stattgefunden statt am Standort Markt Schwaben. Die großen Feste im Kirchenjahresverlauf aber fanden alle in der Ausweichkirche statt. Auch kirchenmusikalische Termine. Anfängliche Bedenken einiger Musiker wurden hier schnell beiseite geräumt.

Um die Gottesdienste angemessen auch musikalisch zu begleiten, wurde eigens eine elektronische Orgel angeschafft. Für die Chorarbeit wird sie ab April eine weitere, sinnvolle Verwendung bekommen.

Ausdrücklichen Dank sagt Walter schon jetzt der politischen Gemeinde mit ihren Entscheidungsgremien und dem Ersten Bürgermeister Georg Hohmann. Sie hätten die Lösung im alten Feuerwehrgerätehaus erst möglich gemacht. Eine neue Verwendung gibt es dem Vernehmen nach noch nicht, wenngleich schon mehrfach Begehrlichkeiten im Rathaus für die Zeit nach dem Wiederauszug angemeldet wurden.

Weitere Termine

Dem Festgottesdienst mit Altarweihe am Sonntag, 26. März, 9 Uhr, folgt in der dann fertig restaurierten Pfarrkirche am Samstag, 15. Juli, um 17 Uhr, ein weiterer Festgottesdienst mit der Weihe der dann auch endgültig sanierten Orgel durch Weihbischof Bernhard Haßlberger. Danach folgt das Pfarrfest. Ein dritter Festgottesdienst ist für Sonntag, 16. Juli, 9 Uhr, terminiert (Patrozinium). Am Abend, ab 18 Uhr, wird es dann das erste Konzert auf der neuen Orgel geben.

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