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Gezielt bietet der Markt Schwabener Stefan Pillokat Kurse für Erwachsene an, die gerne einmal den Clown in sich entdecken wollen und sich davon überzeugen lassen wollen, dass das gut ist.

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Jeder hat einen Clown in sich. Stefan Pillokat, Profi-Clown aus Markt Schwaben, will helfen, ihn zu befreien.

Markt Schwaben/Landkreis – Stefan Pillokat ist fest davon überzeugt: In jedem von uns steckt ein Clown. Manchmal ist er versteckt und verborgen, manchmal nur ab und zu zu erkennen. Bei noch zu wenigen aber tritt er schon mal häufiger zutage. Zurzeit wirbt der Markt Schwabener dafür, dass sich der ein oder andere mehr auf den Weg macht zu seinem inneren Clown. Der nämlich bietet jedem, da ist sich der gelernte Flugtriebwerkmechaniker und studierte Gartenbauer sicher, „unbandige“ Möglichkeiten. Den Clown in sich wecken kann man im Rahmen eines Volkshochschulkurses, zu dem Pillokat am kommenden Samstag, 1. April, kein Scherz, von 9 bis 18 Uhr, in den Turnraum in der Grafen-von-Sempt-Mittelschule bittet.

Mit Kindern hat Pippo, so sein weithin bekannter Künstlername, ja schon oft gearbeitet. Längst hat Pillokat aber auch registriert, dass sich speziell Erwachsene in sozialen Berufen oder in Jobs mit vielen Kontakten zu anderen Menschen (Erzieher, Lehrer) auf einen solchen Kurs einlassen sollten. Erstmals gezielt mit Erwachsenen in einem Betrieb hat er vor gut acht Jahren gearbeitet. Damals in einem Kindergarten mit Erzieherinnen. Und danach immer wieder mal. Auch bei der hiesigen Volkshochschule gab es schon Clown-Kurse für Erwachsene von ihm. Eine Zeit lang waren sie gut besucht, zuletzt kamen sie mangels Interesse kaum noch zustande. Heuer will man einen neuen Versuch wagen.

Das Feedback auf dieses spezielle Angebot an Erwachsene, sei, so sagt der Markt Schwabener, ambivalent. Er berichtet von Teilnehmern, die sich einfach nicht auf das hatten einlassen wollen, was bei diesen Kursen anstand. Andere gaben an, dass für sie durchaus schon mal was dabei gewesen sei, was man für später verwenden könne. Große Begeisterung hat Pippo mit seinen Erwachsenenkursen aber auch schon erzeugen können.

Was passiert eigentlich in solchen Kursen für die Großen? „Wir machen richtig Käse“, sagt der Profi locker. Man erzähle sich etwas in Babysprache, man wälze sich wie Kleinkinder am Boden herum, mache sich bewusst zum Affen in einem vertrauten Kreis. Alles dient dazu, Starrheiten in der Art und Weise, mit anderen zu kommunizieren, aufzubrechen.

Pillokat geht von der Grundphilosophie aus, dass jeder von uns eigentlich mit dem Anderen heil und gut sein wolle. Wege dorthin zu ebnen, das sei genau das, was er erreichen wolle. Im Duktus eines Vhs-Programmhefts liest sich das so: „In Zeiten stetigen Informationsflusses ist es sinnvoll, hilfreich und angenehm sich auf persönliche Stärken in der 1-zu-1-Kommunikation von Mensch zu Mensch verlassen zu können. An diese Stärken, die besonders dem eigenen Clown zu eigen sind, arbeiten wir uns heran. Wir entdecken und testen den eigenen Clown in Spielszenen, lassen ihn raus und verankern seine Qualitäten für den Gebrauch im Alltag, auf der Bühne und im sozialen Umfeld. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Ein Skript und die Clown-Grundausstattung sind in der Gebühr enthalten.“

Wie vorteilhaft es sein kann, wenn möglichst viele den Clown in sich wenigstens ab und an freilassen, beobachtet Pillokat nach eigenen Worten besonders in Schulen; und dort bei den Kindern. Beispielsweise ist er fest eingebunden in das ohnehin sehr farbige Ganztags-Programm an der Anne-Pickert-Grundschule in Poing. „Man merkt sofort, wie die Kinder am Nachmittag unter Spannung stehen, ihre Aggressivität, den Leistungsdruck“, schildert Pillokat. Er erzählt, dass manche sich gegenseitig runtermachten. Immer wieder fielen Worte wie: „Die bist das Opfer“. Pillokat: „Das ist Mobbing in Reinkultur“. Mit seinem Circus-/Clownangebot versucht er sozusagen Dampf aus dem Kessel zu nehmen. Oft reiche es schon, sich in der ersten Hälfte mit dem Circus und der Clownerei zu befassen („Ich setze alles ein, was ein Circus so hergibt“), im zweiten Teil sei das Klima dann schon vielfach so entspannt, dass das Interesse der Schüler dem so genannten Freispiel gelte. Pillokat: „Dritt- und Viertklässler spielen dann Kaufmann oder bauen aus dem, was in einer Turnhalle zur Verfügung steht, beispielsweise eine Bewegungslandschaft“. Pippo betont, dass die geschilderte Atmosphäre unter Schülern kein Poinger Phänomen, sondern überall zu beobachten sei. Manchmal etwas ausgeprägter, manchmal weniger grob. Kommunikationsdefizite seien kein Problem nur bei gestressten Kindern und Jugendlichen, sondern eben genau so in der Erwachsenenwelt vorzufinden.

Wer sich kurzfristig noch für den Kurs K11732 - „Hoppla (M)ein Clown“ Clownsgrundkurs für Menschen die mit Menschen arbeiten“ interessiert, der sollte sich umgehend (es pressiert) bei der Volkshochschule anmelden. Anmeldungen sind direkt bei der vhs Grafing unter der (0 80 92) 8 19 5-0 oder auf der Website unter der Adresse www.vhs-grafing.de möglich. Einfach die Kursnummer eingeben. Auf Wunsch ist der Kurs (Gebühr 72 Euro) diesmal nur einen Tag lang, so Pillokat, der unter (0 81 21) 91 23 65 noch mehr erzählen kann.

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