Markt Schwaben Textorstraße
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Gegen den Willen der Anwohner wurde hier Tempo-30 verordnet.

Wieder mehr Durchgangsverkehr in der engen Gasse

Tempo 30 in Markt Schwabener Textorstraße: Anlieger laufen Sturm

  • vonJörg Domke
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Das haben sich die Anwohner der Textorstraße anders vorgestellt. Die bewährte Verkehrsberuhigung wurde aufgehoben und stattdessen Tempo 30 in der Straße verordnet. Jetzt wehren sie sich gegen die Behördenentscheidung.

Markt Schwaben – Es rumort in der Textorstraße. Jahrelang war der schmale Siedlungsweg (ohne Radweg und Bürgersteig) eine verkehrsberuhigte Zone. Damit wurden dort de jure alle Verkehrsteilnehmer gleichrangig gemacht. Man setzte sozusagen auf gegenseitige Rücksichtnahme. Quasi über Nacht und ohne Vorwarnung wurde diese von Anliegern durchaus geschätzte Regelung zurückgenommen. Stattdessen gilt wieder Tempo 30. Wie früher schon.

Anwohner sammeln Unterschriften

Insgesamt 53 Unterschriften haben die Anlieger jetzt gesammelt und im Rathaus abgegeben. Es heißt: „Die Anwohner haben mehrere Jahre darum gekämpft, dass die Textorstraße eine verkehrsberuhigte Zone wird. Die Verkehrsproblematik ... besteht seit mehr als 30 Jahren....“

Vor der Listenübergabe hatte es auch direkte Gespräche einiger Anwohner mit Bürgermeister Michael Stolze und Clarissa Pohl aus dem Gemeindeordnungsamt gegeben. Sie seien aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger ohne Ergebnis verlaufen, heißt es in einer Mail aus der Textorstraße.

Die meisten fahren zu schnell durch die Straße

Die Unterschriftenliste war und ist verbunden mit der klaren Forderung, den alten Rechtszustand wieder herzustellen. Und die Argumentationsliste der Unterzeichner lang. „Fußgänger, Radfahrer und Autos müssen sich eine Fahrbahn teilen. Messungen in der Vergangenheit hatten ergeben, dass in der Früh zwischen 6.45 und 8.45 Uhr ca. 350 Autos durch die Textorstraße fuhren. Über 90 Prozent davon in Richtung Bahnhof, über 70 Prozent mit Kennzeichen außerhalb des Landkreises Ebersberg.“ Und weiter heißt es: „Bei Geschwindigkeitsmessungen fuhren 72 Prozent zu schnell durch die Textorstraße.“

Was die Anwohner besonders zu nerven scheint: „Der alte Bürgermeister, Herr Hohmann, hatte versprochen, dass die Bürger bei Änderungen in der Straße mit einbezogen werden. Jetzt werden wir vor vollendete Tatsachen gestellt.“ Die Textorstraße sei aus ihrer Sicht wieder zum schnellen Zubringer für den Bahnhof rückgebaut worden. Besonders Leidtragende seien die schwachen Verkehrsteilnehmer, also Kinder auf dem Weg zur Schule, Mütter mit Kinderwagen in Richtung Supermarkt oder „Kinderland“ (der neuen Kinderkrippe und Kindergarten) sowie ältere Mitbürger, etwa auf dem Weg zum Einkaufen. Summa summarum: Die Entscheidung, heißt es, sei nicht nachvollziehbar. Sie bringe erhebliche Gefahren... mit sich.

Weitere Verkehrsschau soll kommen

Gestern äußerten sich Bürgermeister Michael Stolze und Clarissa Pohl gegenüber der EZ. Der Entscheidung, so Stolze, sei eine Verkehrsschau mit Landratsamt und Polizei vorausgegangen. Dort habe man festgestellt, dass die Einführung einer verkehrsberuhigten Zone in der Textorstraße nach der Straßenverkehrsordnung nie hätte erfolgen dürfen. Stolze: „Wir haben Verständnis für die Sorgen und Nöte, setzen hier aber nur das um, was bei der Schau bemängelt worden war“. Stolze sicherte zu, die beteiligten Behörden über den aufgekommenen Protest zu informieren und darauf zu drängen, umgehend eine neue Verkehrsschau zu terminieren.

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