+
Herbert Schmitt sen. und jun. vor ihrem neuen Betonwerk in der Poinger Straße in Markt Schwaben 

Firmenumzug

Beton Schmitt: Langer Weg zur neuen Heimat 

  • schließen

Bereits vor über 15 Jahren hatte die Firma Beton Schmitt einen Vorstoß unternommen für einen Umzug. Damals vergeblich. Einen zweiten Anlauf gab es zehn Jahre später. Mit Erfolg. Nächste Woche findet die Einweihungsfeier am neuen Betriebsstandort Poinger Straße statt.

Die Kunst besteht darin, Sand, Kies, Zement und Wasser so zusammenzumischen, dass am Ende ein für den jeweiligen Verwendungszweck optimaler Beton entsteht. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Die Fachleute kennen über 500 Rezepturen für Beton. Was verdeutlicht, wie groß theoretisch die Möglichkeit ist, hier Fehler zu machen. Inzwischen helfen auch beim Anmischen von Beton Computer. Zur Steuerung einer Mischanlage, in der sich die Technik in den letzten Jahrzehnten gleichfalls stets weiterentwickelt hat. In den letzten Monaten ist am Ende der Poinger Straße, also am Rande des Gewerbegebiets und der derzeitigen Bebauung Markt Schwabens, ein neues, hochmodernes Betonwerk entstanden.

 Die Probeläufe dort sind abgeschlossen, die Produktion läuft bereits, wenngleich jetzt, im Winter, bei den Betonmischern eher eine stade Zeit vorherrscht. „Erste Test wurden schon im August vergangenen Jahres gefahren“, berichtet Firmenchef Herbert Schmitt jun.. Im Dezember war man so weit, die Anlaufphase abzuschließen. Was noch folgte, war der Nachzug des Büropersonals. Nun fehlt nur noch der kirchliche Segen. Dafür aber gibt es inzwischen aber einen Termin. Eine Einweihungsfeier für geladene Gäste findet am Donnerstag, 19. Januar, ab 17.30 Uhr, in der neuen Werkshalle statt. Es war, sagt Schmitt, ein langer Weg bis zu diesem für die Firmenhistorie markanten Datum.

 Sein Vater, mit Vornamen ebenfalls Herbert, hatte schon vor 25 Jahren erkannt, dass sein Betonwerk an der Finsinger Straße keine dauerhafte Bleibe behalten wird. Als die Schmitts dort anfingen, den für die Bauwirtschaft so wichtigen Beton zu mischen, lag die Firma noch am Rande der Marktgemeinde. Doch der Ort wuchs. Wohnhäuser rückten dem Werksgelände immer näher. Konflikte blieben da nicht aus. Betonmischen ist mit Lärm verbunden. Und auch der Abtransport des frischen Produkts mit Lkw findet akustisch nicht unbemerkt statt. 1969 entstand die erste Anlage, 1988 folgte ein kompletter Neubau am alten Standort. Auch, um technologisch auf der Höhe zu sein. Herbert Schmitt, der Vater, ahnte aber schon früh, dass es nicht schlecht sei, ein Ausweichgelände zu erwerben für den Tag X. Er kaufte das Areal, rund 11 500 Quadratmeter, in der Poinger Straße schon vor 25 Jahren.

 Ein erster Vorstoß, einen Umzug auf den Weg zu bringen, scheiterte kommunalpolitisch im Jahr 2000. Sein Sohn Herbert unternahm dann 2011 einen neuen Anlauf. Es wurde ein Geduldsspiel, denn bis zum ersten Spatenstich im Juli 2015 vergingen über vier Jahre. Zwischenzeitlich gab es sogar zumindest zarte Überlegungen, den Standort Markt Schwaben aufzugeben und sich in der Umgebung eine neue Bleibe zu suchen, wenngleich Herbert Schmitt jun. betont, dass es von der emotionalen Seite her immer eine tiefe Verbundenheit der Firma mit der Marktgemeinde gegeben habe und noch immer gibt. Das Grundstück an der Poinger Straße ist doppelt so groß, wirklich genutzt wird, so Schmitt, nicht mehr als am alten Standort auch. Die Kapazitäten würden durch den Umzug nur leicht ausgebaut. Man habe nun aber mehr Möglichkeiten, spezifische Betone herzustellen und deren Zutaten zu lagern.

 Besondere Betonmischungen kommen zum Beispiel beim Brückenbau zum Einsatz. Brücken am Ende der A 94 bei Pastetten oder im Zuge der Flughafentangente Ost (FTO) sind zum Beispiel aus Schmitt-Beton entstanden. Herbert Schmitt verhehlt nicht, dass sich er und seine Mitarbeiter an der jetzigen Ortslage gut und besser aufgehoben fühlen. Außerdem profitiere man von der relativ günstig gelegenen FTO. Damit würde so manche Lkw-Bewegung aus dem ohnehin oft überlasteten Ortskern herausgehalten werden können. An der Finsinger Straße soll die Mischanlage, so Schmitt, verkauft werden. Die Büros und die Hallen sollen stehen blieben und als Büroräume und Lager weiterhin verwendet werden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Urlaubszeit ist Stauzeit
Ferienzeit ist Bauzeit. Das gilt vor allem für Arbeiten an den Straßen. Die größten Verkehrsbehinderungen in den kommenden Wochen wird es wohl an der B 304 in Höhe …
Urlaubszeit ist Stauzeit
Servus, altes Haus!
Wehmut, Teil 1: Beim allerletzten Sommerfest in der alten Grundschule Karl-Sittler-Straße in Poing-Süd haben Schüler, Lehrer und Eltern offiziell Abschied genommen. Am …
Servus, altes Haus!
Diskussion um Hallenbad spitzt sich zu
Zwei Bürgerbegehren beschäftigen derzeit die Schwabener besonders. Ein Infoabend am Donnerstag soll etwas mehr Klarheit bringen.
Diskussion um Hallenbad spitzt sich zu
Graue Wolken im Kopf
Wenn Jugendliche in der Pubertät launisch werden, kann auch eine ernst zu nehmende Depression dahinter stecken. Laut einer Studie sind zwischen drei und zehn Prozent …
Graue Wolken im Kopf

Kommentare