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Haberfeldtreiben: Eine Wiederholung ist in Planung.  

Verein „Hoamatnarrische“

Neue Hüte für alte Bräuche

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Prügeln, Haberfeldtreiben & Co.: Der Verein die „Hoamatnarrischen“ in Markt Schwaben plant für dieses Jahr wieder ungewöhnliche Veranstaltungen.

Markt Schwaben – Rüttle nicht am Watschenbaum. So eine bayerische Redensart, von der man nicht genau weiß, was sie eigentlich bedeutet. Bei den „Hoamatnarrischen“ in Markt Schwaben hat man hier einfach mal Logik walten lassen und sich gedacht: Wer an einem Watschenbaum rüttelt, kann das nur machen, wenn dieser Baum auch irgendwo steht. Also stellte man im vergangenen Jahr erstmals einen solchen Baum auf. Und fertig war ein Fest, das es in dieser Form natürlich noch nie gab.

Die Hoamatnarrischen, das ist ein seit Juni 2015 bestehender Verein in der Marktgemeinde, der sich zur Aufgabe gemacht hat, alten bayerischen Traditionen und Bräuchen sozusagen neue Hüte aufzusetzen und dabei eine gewisse Ausgewogenheit zwischen Ernsthaftigkeit und Geselligkeit zu pflegen, wie es der Vorsitzende Wolfgang Schachtl sagt. Er war auch die treibende Kraft damals bei der Gründung. „Wir haben zwar einen Super-Trachtenverein, aber keinen Burschenverein am Ort“, sagt er mit einem Unterton des Bedauerns. Und beschreibt damit einen Zustand, den es zu beenden galt, als die Hoamatnarrischen aus der Taufe gehoben wurden.

Ein Burschenverein war damit nicht geboren, denn hier geht es um einen für Burschen und Dirndl offenen Klub. Auch Altersbeschränkungen nach oben und unten gibt es nicht. Ebenso wenig die Verpflichtung, aus Markt Schwaben kommen zu müssen, so Schachtl.

Ein einziges Kriterium aber sind ihm und seinem Vize Stephan Altmann ganz wichtig: Die, die bei den Hoamatnarrischen mitmachen wollen, sollten unbedingt einen ehrlichen Draht zu bayerischen Traditionen haben.

„Laptop und Lederhose“ sei so etwas wie ein Leitsatz, so Schachtl. „Leben und Leben lassen“ ebenso. Wer bayerische Landeskultur mag, mitgestalten will und dabei auch noch kreativ sein kann, sei genau richtig, heißt es.

Zurzeit hat der eingetragene Verein 18 Mitglieder, der Jüngste ist gerade zwei Jahre alt. Es dürften gerne auch ein paar mehr sein. Besonders erwünscht sind Mitwirkende, die auch aktiv anpacken können und wollen, denn das, was die Hoamatnarrischen noch so alles vorhaben in der nächsten Zeit, ist umfänglich.

Zum Beispiel ein weiteres Haberfeldtreiben. Im November 2015 hatte man diese alte Tradition erstmals wieder in Markt Schwaben aufleben lassen und dabei einen Riesenerfolg feiern können. Für Oktober oder November heuer ist eine Neuauflage geplant; in größerem Stil, wie es schon jetzt heißt – mit Gstanzln und Derblecken.

Zunächst aber steht die aktive Beteiligung am Faschingssonntag auf dem Schwabener Marktplatz am 10. Februar an. Noch nicht terminiert ist für dieses Jahr eine Veranstaltung für jüngeres Publikum, bei dem die Hoamatnarrischen abermals einer Redensart eine Gestalt geben möchten: Aus einer Tracht Prügel soll demnach eine Trachten- und Prügelparty werden. Was genau das werden wird, ist noch ein Geheimnis. In jedem Fall, sagt Schachtl augenzwinkernd, müsse man dazu vorher nicht in eine „Mucki-Bude“ gehen. Und eine Art alternatives Oktoberfest werde es auch nicht. Sicher sei nur: Ohne Tracht geht nix.

Noch einmal zurück zum Watschenbaum: Wer es genauer wissen will, dem empfehlen die Hoamatnarrischen zum Beispiel einen Blick auf die Homepage unter der Adresse www.hoamatnarrisch.de. Dort gibt es einen Link zu einem professionell gemachten Film von Korbinian Meier aus Hohenlinden vom ersten Watschenbaumfest in Markt Schwaben. Einen neuen Watschnbaum gibt es übrigens „live“ heuer am Vatertag (10. Mai).

Noch nicht ganz ausgegoren ist eine weitere Idee; nämlich für die Zielgruppe der Schwabener zwischen 40 und 60 Jahren einen Tanzabend auszurichten, wie es ihn noch vor Jahrzehnten regelmäßig gab. Noch ganz frisch sind ein paar Gedanken, eine weitere typische Redensart mit neuem Leben auszufüllen. Das sprichwörtliche „Eisen im Feuer“ will man irgendwann einmal mit Stachelbier der Brauerei Schweiger in Verbindung bringen. Jenes mit einem Heizstab erwärmte Bier, das die Schweigers nun schon mehrfach bei örtlichen Märkten feilbot.

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