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Nadelöhr: A94 von Anzing Richtung München.

Verkehr

Verkehrswegeplan: Flaschenhälse sollen weg

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Markt Schwaben/Poing -  Bundestagsabgeordneter Ewald Schurer (SPD) sieht gute Chancen für A94- und Bahnausbau - allerdings ohne zu wissen wann.

In diesen Tagen wurde bekannt, was alles in den Bundesverkehrswegeplan hineingeschrieben wurde, der bis 2030 gültig sein soll und in dem der Bund festlegt, welche Maßnahmen er derzeit für dringend, wichtig oder halt eben aufschiebbar erachtet. Mindestens zweimal ist dabei auch der nördliche Landkreis Ebersberg betroffen. Es geht um die A 94 sowie die Bahnlinie München-Ost – Markt Schwaben – Mühldorf. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Ewald Schurer (Ebersberg) teilte in einem Gespräch mit der EZ-Redaktion nun mit, dass ein sechsspuriger Ausbau der A 94 zwischen Markt Schwaben und dem Autobahnkreuz München-Ost nunmehr in den vordringlichen Bedarf gekommen sei. Für Schurer ein gutes Zeichen. Hier könne in absehbarer Zeit ein echter Engpass abgemildert werden. Staus etwa ab der Anschlussstelle Anzing in Fahrtrichtung München seien, so die Beobachtung des Abgeordneten, wohl schon zur Normalität geworden. Konkret gehe es um ein etwa sechs Kilometer langes Teilstück der A 94, das zwei Spuren mehr erhalten solle. Wann genau das umgesetzt werden könne, konnte der SPD-Mann noch nicht sagen. Schurer rechnet damit, dass der Bundesverkehrswegeplan Ende 2016/Anfang 2017 endgültige Rechtskraft erreichen werde. In dem gegenwärtig vorliegenden Entwurf ist auch von einem zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Markt Schwaben und Mühldorf die Rede. Das ist im Kern nicht neu. Neu ist aber, dass dieses seit Jahrzehnten bereits be- und versprochene Projekt nun in die höchste Dringlichkeitsstufe gesetzt werden soll. Ziel dabei: Zuggeschwindigkeiten von bis 160 Stundenkilometern zu ermöglichen. Durch den nun angepeilten zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke könnten diese Engpässe im Güterverkehr gesenkt und Transportzeiten reduziert werden. Darüber hinaus seien auch Verlagerungen von Güterverkehrszügen zu erwarten, die aktuell über die längere Verbindung von München über Rosenheim in Richtung Salzburg liefen, heißt es auf der Internetseite zum Verkehrswegeplan. Auch im Personenfernverkehr verkehrten Züge auf der Verbindung zwischen München und Salzburg aktuell über Rosenheim. Im Ausbaufall könnten auch diese Züge über Mühldorf geführt werden, so dass sowohl eine Entlastung der ebenfalls überlasteten Strecke über Rosenheim als auch eine Beschleunigung der Verkehrsbeziehungen zwischen Deutschland und Österreich erreicht werden könnten. Schurer spricht davon, dass künftig einmal Personenfernzüge über Poing und Markt Schwaben bis nach Wien fahren sollen. Ein Ausbau dieses Abschnitts (der sich bekanntlich komplett außerhalb des Landkreises Ebersberg befindet) habe aber, so Schurer weiter, direkte Auswirkungen auf den Streckenabschnitt zwischen München-Ost und Markt Schwaben, der im Zuständigkeitsbereich des Freistaats Bayern liege. Schurer: „Ein Ausbau ab Markt Schwaben Richtung Mühldorf macht keinen Sinn, wenn nicht gleichzeitig zwischen München und Markt Schwaben zwei eigenständige S-Bahn-Gleise in Betrieb gebracht werden.“ Ansonsten, so der Mandatsträger, entstehe ein noch größerer Flaschenhals, als es ihn ohnehin schon gebe, zumal der Erdinger Ringschluss mit einer Weiterführung der Schwabener/Erdinger S-Bahn bis zum Flughafen ja auch noch ein vielerseits begrüßtes Projekt sei. Schurer kündigte an, zusammen mit seiner Landtagskollegin Doris Rauscher auf dieses Junktim aufmerksam zu machen und den in Bayern zuständigen Minister Joachim Hermann auf die Sachzwänge aufmerksam zu machen – ebenso an den Bundesverkehrsminister.

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