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Vor gut einem Jahr hat die Gemeinde Vaterstetten mit dem Bau ihres Blockheizkraftwerks (Foto) begonnen, nun soll auch Markt Schwaben eines bekommen. Das ist der Vorschlag des KUMS an den Marktgemeinderat.

Wärmeversorgung

Blockheizkraftwerk statt Geothermie

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Markt Schwaben - Das in Teilen schon bestehende Fernwärmenetz im Schwabener Ortskern soll mit Hilfe eines Blockheizkraftwerks auf Gas-Basis befeuert werden. Diesen Vorschlag hat das Kommunalunternehmen (KUMS) gemacht.

Die Heizzentrale für die Energieversorgung geht spätestens im Herbst 2017 am Erlberg ans Netz. Das ist das erklärte Ziel der beiden Vorstände des Schwabener Kommunalunternehmens (KUMS), Martha Biberger und Bernhard Wagner. „Um den optimalen Energielieferanten für unser Fernwärmenetz zu finden, haben wir alle in Frage kommenden Möglichkeiten sehr gewissenhaft ausgelotet,“ heißt es in einer Pressemitteilung vom gestrigen Montag. Weil der Traum einer eigenen Geothermie nicht weiter verfolgt werden konnte – ein Gutachten ergab Temperatur-Anomalien ausgerechnet auf dem Grund der Marktgemeinde und damit unwägbare finanzielle Risiken – mussten, wie schon berichtet, andere Wege verfolgt werden. 

Sowohl eine Zusammenarbeit mit der Bayernwerk Natur GmbH, die ihre Fernwärme in Poing bereits seit Jahren erfolgreich fördert, als auch eine Versorgung aus einem Hackschnitzelwerk wurden dabei in Betracht gezogen. Überzeugt hat schließlich ein stromgesteuertes Blockheizkraftwerk, kurz BHKW, das mit Erdgas betrieben werden soll. Bereits am 13. Juni stellte Oliver Berghammer, Geschäftsführer der Energieagentur Moosburg, dem Marktgemeinderat ein Gesamtkonzept vor. 

Das bestehende Fernwärmenetz in Markt Schwaben verfüge über gute Ausbaupotentiale, hieß es damals. Der Bau eines BHKW mit nebenstehendem Pufferspeicher zur marktgerechten KWK-Stromerzeugung (KWK = Kraft-Wärme-Kopplung) führe zum Erreichen eines sehr guten Primärenergiefaktors und einer guten CO2-Bilanz, so der Ingenieur. Dies wiederum würde mit entsprechenden Fördermitteln belohnt und könne zu einer schnellen Amortisierung beitragen. Insbesondere der Ausbau des Leitungsnetzes könne mit bis zu 30 Prozent bezuschusst werden. 

Ein weiterer Vorteil eines Blockheizkraftwerkes mit Kraft-Wärme-Kopplung sei seine effiziente Doppelnutzung, hieß es schon vor Wochen. „Die Fernwärme, die wir in unsere Leitungen einspeisen, entsteht quasi als Nebenprodukt bei der Stromerzeugung“, so Wagner. „Der Strom wiederum wird von einem Direktvermarkter abgenommen und dem KUMS zusätzlich vergütet“. Entscheidend ist, dass die Stromeinspeisung bedarfsgerecht erfolgt und so eine sinnvolle Ergänzung zu Sonnen- und Windenergie ist. 

Mittlerweile sind Zahlen und Fakten geprüft. Martha Biberger freut sich: Aufgrund der günstigen Fördervorgaben sei es gelungen, für die Baumaßnahmen aus dem Jahr 2015 im Nachhinein Fördermittel in Höhe von gut 150 000 Euro zu beantragen. Mit dem BHKW werde die KUMS-Wärme konkurrenzfähig, hofft man nun. Biberger: „Wir kommen auf einen sehr guten und garantierten Primärenergiefaktor von 0,43, wodurch Förderungen wie z. B. durch die KfW auch für Privathaushalte abgegriffen werden können.“

 Seit 1. August steht auch das Areal um den Bauhof als endgültiger Standort für die Heizzentrale fest. Da der Bau- und Wertstoffhof derzeit umgebaut werden muss, ergab sich diese kostengünstige und zweckmäßige Lösung in Absprache mit Landratsamt und Bauamt. Kreisklima-schutzmanager Hans Gröbmayr ist überzeugt und lobt: „Hier steht die effiziente Nutzung von Energie an erster Stelle!“

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