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Energiekrise: Weihnachtsbeleuchtung soll trotzdem strahlen

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Von: Jörg Domke

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Auf weihnachtliche Stimmung will man nicht verzichten im Advent rund um den Schwabener Marktplatz. So jedenfalls scheint es Tenor im Plenum zu sein.
Auf weihnachtliche Stimmung will man nicht verzichten im Advent rund um den Schwabener Marktplatz. So jedenfalls scheint es Tenor im Plenum zu sein. © Dziemballa

Zunächst war es eine Debatte um Lichtverschmutzung am Ort, inzwischen aber ist daraus eine Diskussion um Engerieeinsparpotenziale in Markt Schwaben geworden.

Markt Schwaben – Selbsternannte Klimaschutzzone und Selbstverpflichtung der politischen Gemeinde zur Klimaneutralität bis 2030 einerseits. Und dennoch allerorten reduzierbarer Energieverbrauch wegen der vielfältigen Beleuchtungen etwa öffentlicher Gebäude am Ort: Wie passt das zusammen? Eine Frage, die die ZMS (Zukunft Markt Schwaben) schon an die Verwaltung richtete, als „Energiekrise“ noch eine ganz normale Vokabel war und vor allem in Verbindung mit autofreien Sonntagen in den 70er Jahren stand.

Das mit dem ZMS-Antrag zur Verringerung der Energiekosten und Reduzierung der Lichtverschmutzung war vor ziemlich genau zwei Jahren. Damals ging es der Wählergruppe auch darum, wie es ihr Ortsvorstand und Ratsherr Wolfgang Korda jüngst sagte, „eine Lanze zu brechen für mehr Insektenrettung“. Nun war das Thema wieder auf der Tagesordnung des Marktgemeinderats aufgetaucht. Ein Beschluss war aber nicht mehr nötig, schließlich hatte die Verwaltung bereits nach und nach einzelne Maßnahmen ergriffen und etwa Beleuchtungszeiten an öffentlichen Gebäuden drastisch reduziert bzw. sogar ganz eingestellt; etwa beim Rathaus, beim Kriegerdenkmal oder beim Maibaum. Auch für das Parkhaus am Bahnhof gibt es inzwischen eine neue Lösung in Form von Dämmerungsschaltern. Ein nicht unwesentliches Motiv dabei war, dass sich die Verwaltung auch in Hinblick auf die seit 2018 bestehende Haushaltskonsolidierung kontinuierlich um eine energie- und kosteneffizientere Beleuchtung bei den kommunalen Liegenschaften bemühte.

Antrag der ZMS ist schon gute zwei Jahre alt

Aktuell wird, so hieß es jetzt im Plenum, die Wegebeleuchtung am Postanger auf warmweißes LED umgerüstet. In Planung sind ferner die Außenbereiche des Rathauses und des Sportparks. Ebenso hat die Verwaltung eine mögliche Erweiterung von Fotovoltaikanlagen bei allen 51 gemeindlichen Liegenschaften geprüft (Rathaus, Feuerwehrhaus, Heimatmuseum, Kläranlage, Wasserturm, etc.). Die Ergebnisse sollen zusammengefasst und in Kürze dem Marktgemeinderat vorgestellt werden. Wolfgang Korda bedankte sich jedenfalls für die „gute Umsetzung“ dessen, was die ZMS im September 2020 in ihren Antrag gegossen hatte.

Doch geht da noch mehr? FDP-Ratsmitglied Florian Delonge schmiss da mal die Frage in den Raum, wie man es heuer mit der Weihnachtsbeleuchtung durch die Kommune etwa am Marktplatz handhaben wolle. Damit war ein Thema angesprochen, zu dem sich in der großen Runde sehr schnell eine offenkundig ziemlich klare Meinung herauskristallisierte: Die ein oder andere Einschränkung ja, aber kein grundsätzlicher Verzicht. Bürgermeister Michael Stolze warnte vor einem ungebremsten Aktionismus. Er könne sich jedenfalls nicht vorstellen, auf den festlich beleuchteten Christbaum vor dem Marktcafé zu verzichten, sagte er sinngemäß. „Nicht notwendig“, assistierte ihm CSU-Sprecher Heinrich Schmitt. Auf Weihnachtsstimmung am Marktplatz wolle auch er nicht verzichten.

Weihnachtsbeleuchtung am Markt: Wie will man heuer damit umgehen?

Stolze kündigte derweil ein Schreiben der Verwaltung an Eigentümer der Häuser im Ortszentrum an, an denen es in den letzten Jahren oder gar Jahrzehnten zur Advents- und Weihnachtszeit Leuchtketten der Gemeinde gab, um in aller Vorsicht und Zurückhaltung nach ihrer Meinung zu fragen; ggf. mit dem zarten Hinweis, die Beleuchtungsdauer zu reduzieren, aber eben nicht gänzlich einzustellen.

Handlungsbedarf sah dagegen Joachim Weikel, Sprecher der Grünen im Rat. Aber nicht in Sachen Weihnachtslichter, sondern bei der Straßenbeleuchtung.

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