Wirtschaftsboom hat Schattenseiten

Weil sie keine Handwerker findet: Gemeinde Markt Schwaben sperrt Duschen

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Das Problem haben viele Gemeinden  und nicht erst seit ein paar Wochen. Das lokale Handwerk boomt, die Auftragsbücher sind voll. Manchmal übervoll. Gerne würde man sogar neue Mitarbeiter einstellen. Wenn es sie nur gäbe.

Markt Schwaben/Landkreis– In dieser für die Wirtschaft erfreulichen Phase schauen die in die Röhre, die öffentlich ausschreiben müssen, um einen Auftrag an einen Fachbetrieb vergeben zu können – die hiesigen Kommunen. Schon viele Gemeinden haben solche Erfahrungen gemacht. Poing zum Beispiel, wo es im Dezember vergangenen Jahres nicht gelang, Ausschreibungen im Zusammenhang mit dem geplanten Bau der Bahnunterführung in der neuen Mitte an die Firmen zu bringen. In Hohenlinden musste ein neuer Anlauf genommen und die Ausschreibung für die Neugestaltung der Ortsmitte aufgeteilt werden, um überhaupt Rückmeldungen zu bekommen.

Und nun hat es auch die Marktgemeinde Markt Schwaben erwischt. Die Sanitärinstallation der Grundschule und des Hallenbades sollte nämlich während der Sommerferien bzw. der alljährlichen Revision des Hallenbades (immer in den großen Ferien) saniert werden. Dabei ist es aber heuer nicht zu einem Abschluss gekommen.

Als öffentlicher Auftraggeber hatte der Markt Markt Schwaben die Leistungen für die Sanierungsarbeiten in einem für die öffentliche Hand üblichen Ausschreibungsverfahren zu vergeben. „Die Gemeindeverwaltung hat zum Eröffnungstermin von keinem Bieter ein Angebot erhalten“, teilte die Verwaltung am Donnerstag mit. In einem weiteren Ausschreibungsverfahren habe man von zwei Bietern jeweils ein Angebot erhalten.

Wobei ein Bieter sein Angebot zurückgenommen habe, da der Bieter für die Ausführung der Arbeiten dieses Jahr nach eigenen Angaben keine Kapazitäten mehr frei gehabt habe. „Der zweite Bieter hat angegeben, dass mit den Sanierungsarbeiten frühestens Ende Oktober/Anfang November begonnen werden kann“, so Gemeinde-Sprecherin Sabrina Biertz am Donnerstag.

Außerdem hatte die Gemeindeverwaltung eine Trinkwasseruntersuchung im Bereich des Gebäudekomplexes Grundschule und Hallenbad beauftragt. Beides hängt technisch unmittelbar zusammen. Zwar sei während der mehrwöchigen Sommerpause, wie immer, alle zwei Tage eine Spülung der Leitungen vorgenommen worden, um einem etwaigen Legionellenbefall vorzubeugen. Ein abschließendes Ergebnis der Untersuchung liegt aber rechtzeitig zum Schuljahresbeginn nicht vor. Daher sind die Duschen in der Grundschulturnhalle seit Donnerstag offiziell gesperrt.

Sabrina Biertz: „Nach Freigabe der Ergebnisse der Trinkwasseruntersuchung am 14. September dürfen die Duschen in der Grundschulturnhalle wieder genutzt werden. Wenn aus der Trinkwasseruntersuchung hervorgeht, dass der Grenzwert für Legionellen überschritten ist, können die Duschen erst nach der Sanierung der Sanitärinstallation genutzt werden“. Die Sperrung könnte dann im ungünstigsten Fall bis in den November andauern. Jorg Domke

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Patrick Pleul

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