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Opfer von Gewalt können sich beim Weißen Ring beraten lassen.

Weißer Ring

Ehrenamt für Gewaltopfer

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Hilfe für Gewaltopfer: Das leistet der Verein Weißer Ring. Rein ehrenamtlich. Martin Ache aus Markt Schwaben ist der neue Leiter der Außenstelle im Landkreis Ebersberg.

 Markt Schwaben– Nach zehn Jahren als Leiter der Außenstelle des Weißen Rings im Landkreis Ebersberg hat Peter Augustin sein Ehrenamt niedergelegt. Nach einer gewissen Zeit der Vakanz folgte dem Aßlinger Kriminalbeamten i.R. nunmehr Martin Ache aus Markt Schwaben. Dem Pensionär zur Seite steht als Stellvertreterin Carola Baumgartner aus Anzing. Dritte ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Opferbetreuung ist zurzeit Sabine Becker aus Kirchseeon.

Die Außenstelle des Weißen Rings im Landkreis Ebersberg wird obendrein gegenwärtig von 91 Mitgliedern unterstützt. Die sind ein wesentlicher Faktor bei der gesamten Tätigkeit. Die Arbeit der Hilfsorganisation zur Unterstützung von Opfern krimineller Handlungen ist zwar komplett ehrenamtlich, die dennoch hier und da entstehenden Kosten (etwa für Fahrten) aber werden nahezu ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden gedeckt.

Mitgliederwerbung ist daher eine der zentralen Aufgaben, der sich der Weiße Ring hierzulande widmet. Aber auch weitere ehrenamtliche Mitarbeiter zur direkten Unterstützung von Opfern werden gesucht – und sogar benötigt, so Ache in einem Gespräch mit der EZ. Ziel ist es, in absehbarer Zeit die Zahl der ehrenamtlich Tätigen im Landkreis auf vier bis sechs zu schrauben.

Das ist ein ambitioniertes Vorhaben, denn bevor Ehrenamtliche im Auftrag des Weißen Rings direkt helfend in Kontakt mit Kriminalopfern treten dürfen, sind umfangreiche Schulungen, Kurse und Seminare zu besuchen und zu bestehen. Gute 110 Stunden stehen auf diese Weise in jedem Fall als Basis vorweg, so Ache.

Grundsätzliche Voraussetzungen für ein aktives Mitwirken sind die Volljährigkeit, ein tadelloser Leumund, ein einwandfreies Führungszeugnis und die Bereitschaft, auch weiterhin an Qualifikationsmaßnahmen teilzunehmen. „Das alleine dokumentiert nicht zuletzt eine gewisse Ernsthaftigkeit, mit der hier ehrenamtlich gearbeitet wird“, so Carola Baumgartner. Ache und Baumgartner sind gegenwärtig jedenfalls zuversichtlich, trotz dieser relativ hohen Hürden weitere Kräfte mobilisieren zu können. Dabei verfolgen sie das Nebenziel, nicht nur im Landkreisnorden präsent, sondern auch im Süden und bei den Geschlechtern halbwegs ausgewogen zu sein.

An Arbeitsmangel leidet der Weiße Ring im Landkreis jedenfalls nicht. Seit Augustin sein Amt im Oktober 2017 abgab, liefen in der Außenstelle Ebersberg zwölf neue Fälle auf, denen sich die drei Ehrenamtlichen direkt widmeten.

Von Vorteil ist, dass die Ebersberger Zweigstelle gut mit den beiden hiesigen Polizeiinspektionen in Poing und Ebersberg zusammenwirkt. So gibt es zum Beispiel demnächst, am 30. Mai, von 11 bis 14 Uhr, einen Infostand der Polizei zum Thema „Raub“ beim Rewe-Markt in Steinhöring. Und dort kann sich der Weiße Ring ebenfalls darstellen. Demnächst ist zudem geplant, sich einmal bei einer internen Dienstbesprechung bei der PI Ebersberg vorzustellen und sein Konzept den Polizeibeamten darzulegen.

Martin Ache betont mit Blick auf das Thema Datenschutz, dass die Polizei niemals Opfer-Namen an den Weißen Ring direkt weitergibt, sondern lediglich in ihrer Arbeit darauf verweist, dass es die Organisation gibt. Einen etwaigen Kontakt zu dem Weißen Ring muss also immer das Opfer selber von sich aus aufnehmen.

Die Betreuung von Kriminalopfern ist eine vielschichtige Sache und weit mehr als das Bemühen, menschlichen Beistand in einer mitunter schwierigen Situation zu geben. Es geht nämlich auch darum, sie bei Gerichtsterminen oder bei Vernehmungen durch die Polizei, das Gericht oder die Staatsanwaltschaft zu begleiten. Beim Schriftverkehr zu helfen oder bei der Beschaffung von Nothilfemitteln behilflich zu sein. Auch Anwaltskosten werden ggf. übernommen; oder finanzielle Unterstützung zur Überbrückung tatbedingter Notlagen gewährt.

Um bestmöglich aufgestellt zu sein, pflegt der Weiße Ring Ebersberg seine in vielen Jahren aufgebauten, guten Kontakte zum Beispiel zum Frauen-Notruf, aber auch zur psycho-sozialen Prozessbegleitung. Dessen Fachpersonal darf unter Umständen sogar direkt aktiv mit Rat und Tat bei Gerichtsverfahren eingreifen, so Ache. Im Landkreis Ebersberg gibt es eine Person mit einer solchen Qualifikation: Silvia Bothe.

Dabei soll es nicht so bleiben. Carola Baumgartner spielt inzwischen mit dem Gedanken, bei der Akademie des Weißen Rings entsprechende Zertifikate zu erwerben.

Informationen

Wer Opfer einer Straftat geworden ist oder sich für die Arbeit des Weißen Rings interessiert, kann sich an den neuen Außenstellenleiter Martin Ache wenden. Er ist unter der Nummer (0151) 55 16 46 66 oder per Mail unter wr.ebersberg@gmx.de zu erreichen. Die bundesweite Notrufnummer ist die 116 006.

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