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1950 entstand die erste Genossenschaftswohnung im Landkreis. Das Haus in der Loderergasse in Markt Schwaben besteht aber nicht mehr.

Wohnungsgenossenschaft Ebersberg

656 Mal verlässlicher Partner

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Wohnraum wird immer knapper, die Mieten steigen. Für bezahlbaren Wohnraum sorgt seit 70 Jahren die Wohnungsgenossenschaft Ebersberg. Sie ist heute wichtiger denn je.

Markt Schwaben/Landkreis – Der Landkreis hat ein Problem, und zwar nicht erst seit gestern. Er gehört zu den Boomregionen Deutschlands und zu den drei Kreisen, denen das größte Bevölkerungswachstum bis 2034 mit rund 17 Prozent vorhergesagt wird. Das schafft vielen seit Jahren enormen Druck auf dem Wohnungsmarkt. Der wird vorwiegend bedient durch Privatinvestoren. Nettomieten über zehn Euro/Quadratmeter sind längst die Regel. Poings Bürgermeister Albert Hingerl bestätigt, schon von 13 oder 14 Euro gehört zu haben. In Markt Schwaben sind derzeit 11 plus angesagt. Tendenz: steigend.

Auch Ulrich Krapf, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft Ebersberg (GWG), hat auf das Problem bis zur Unbezahlbarkeit steigender Mieten schon vielfach aufmerksam gemacht. Zuletzt wieder bei der Hauptversammlung der GWG in Markt Schwaben, wo man einst 1950 mit sozial gefördertem Wohnungsbau in der Loderergasse begann (das Haus steht nicht mehr), inzwischen aber stolze 186 Wohnungen betreibt. Gebaut wurden in der Marktgemeinde in den letzten 70 Jahren noch mehr, aber zwei Gebäude bestehen nicht mehr.

Mit dem aktuellen Bestand an genossenschaftlichen Wohnungen liegt die Marktgemeinde an erster Stelle im Landkreis. Und das wird auch so bleiben; trotz der derzeit sehr intensiven Bautätigkeiten etwa in Poing. Schon jetzt konnte Krapf mit Stolz darauf verweisen, dass eines der dortigen Projekte, in der Bergfeldstraße, noch im Laufe des Monats an die Mieter übergeben werden wird. Für eine Nettomiete von 6,50 Euro; also zu gut der Hälfte des Preises auf dem freien Markt. Weitere 24 Wohnungen werden in direkter Nachbarschaft errichtet, Baubeginn war heuer im Mai. Ende 2018 werden demnach in der Bergfeldstraße insgesamt 72 staatlich geförderte Mietwohnungen vorhanden sein. Dann wird dort die größte zusammenhängende Siedlung der GWG entstanden sein, so Ulrich Krapf vor gut 100 Genossen bei der Jahreszusammenkunft im Bürgersaal.

Albert Hingerl, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender, begrüßte dort die Mieterinnen und Mieter. Ein Grußwort richtete 2. Bürgermeister Albert Hones an das Auditorium. Er dankte der Genossenschaft, die heuer 70 Jahre lang besteht, für ihr jahrzehntelanges Engagement im Bemühen, Menschen bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen, die sich ansonsten ein Wohnen hierzulande kaum erlauben könnten.

Dass dieser sozialpolitisch so wichtige Beitrag zugleich auch wirtschaftlich erfolgreich bewerkstellig werden kann, zeigte Krapf in seinem Geschäftsbericht eindrucksvoll auf. Für die kleine, aber feine Ebersberger Wohnungsgenossenschaft konnte der Vorstandsvorsitzende eine glänzende Bilanz vorlegen. Nur eine Zahl: Der Haus- und Grundbesitz, das Anlagevermögen, hat sich zuletzt um 5,34 Mio. Euro oder 13 Prozent erhöht. Aufgrund der jüngsten bzw. noch laufenden Bautätigkeiten in Eglharting (Fritz-Arnold-Straße) und Poing bzw. den aktuellen Projekten (Siedlerstraße in Kirchseeon) werde der Bestand auf 656 Wohnungen ansteigen. Der Genossenschaft gehören derzeit 1075 Bürger an. Tendenz: ebenfalls steigend.

Krapf unterstrich, die Genossenschaft wolle auch in Zukunft ein verlässlicher Partner der Landkreisgemeinde sein, wenn es darum gehe, neue und günstige Wohnungen zu schaffen. Wohnungen, die dank der intensiven Bemühungen der GWG um Modernisierung weitgehend längst auch einen sehr passablen Standard aufweisen und in den die Mitglieder gerne wohnen. Mit Hubert Siebenkittel (Markt Schwaben) sogar jemand, der heuer 60 Jahre in einer GWG-Wohnung lebt. Für 50-jährige Treue wurden zudem Isabella Püscher, Franz Brenner und Franz Hubert ausgezeichnet.

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