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Adam Delius lässt in Markt Schwaben gerade 137 Wohnungen bauen. 

Wohnungsmarkt in Markt Schwaben

Der Selbstläufer

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5000 Euro und mehr: Das ist der Quadratmeterpreis, den die Delius AG für Neubauwohnungen in Markt Schwaben fordert. Zu teuer? Von wegen! Die Apartments wurden dem Bauunternehmen förmlich aus der Hand gerissen.

Markt Schwaben – Gedanklich ist Adam Delius, Vorstand der Delius Immobilien AG aus Kirchheim, immer mal wieder in den letzten Jahren großräumig rund um München gewandert. Und immer wieder ist er dabei an einem Ort hängen geblieben, der aus seiner Sicht, der Sicht eines Immobilienunternehmers, der im größeren Stil agiert, besondere Standortvorteile zu haben scheint: Direkte S-Bahn-Verbindung nach München, Schnellzuganschluss mit 16 Minuten Fahrtzeit bis zum Ostbahnhof, Autobahnnähe. Und, demnächst, aber nicht mehr so weit in der Ferne wie noch vor Jahren, die schnelle Erreichbarkeit des Flughafens mit öffentlichen Verkehrsmitteln – spricht den Ringschluss.

Delius‘ Unternehmerblick konzentrierte sich dabei, man ahnt es, auch auf Markt Schwaben. Noch konkreter auf ein lange Zeit ungenutztes, unbebautes, städtebaulich und planerisch durchaus streitbares Dreiecksgrundstück im Neubaugebiet Burgerfeld nahe des Park-and-Ride-Parkhauses am S-Bahnhof. Ein Areal, das er, Delius, einst vom Investor Anton Mix kaufte, der rundherum nahezu alles entwickelte; von Wohnhäusern bis zum Parkhaus und einer Fußgängerbrücke über die Bahnlinie.

Die Rede ist aber auch von einem Baugrund, mit dem er, Delius, sich lange Zeit und mühsam mit den örtlichen Entscheidungsgremien auseinandersetzen musste, bei dem er unternehmerische Beharrlichkeit unter Beweis stellte und dann doch – jene Beharrlichkeit setzte sich hier offenbar durch – das realisieren konnte, was sich ein Geschäftsmann nur wünschen kann: Eine Millionen-Investition, die sich für ihn wunderbar rechnen wird.

„Wer sich für Immobilieneigentum als soliden Sachwert bei geringem Risiko entschieden hat, der ist hier richtig“, heißt es vielversprechend auf der Homepage namens suttner2.de. Das ist die Seite im Internet, auf der die Delius Bau- und Verwaltungs GmbH und Co. KG das Schwabener Projekt, die derzeit wohl größte Baustelle in der Marktgemeinde, noch immer anbietet – auch wenn längst alles so gut wie vergeben ist. Denn: „München rechnet sich“, heißt es dort. Für den Bauherrn ebenso wie für den Kapitalanleger.

Noch ist es nicht ganz so weit mit dem Bezug. Im kommenden Frühjahr, so ist es jedenfalls notariell fixiert, werden die 137 derzeit noch in Bau befindlichen Wohnungen allesamt bezogen sein – von den Eigentümern als Selbstnutzer oder von deren Mietern. Verkauft wurden sie in Windeseile. In so kurzer Zeit, die selbst einen Profi wie Delius beeindruckt hat. Und verkauft wurden sie zu Preisen, die Delius für Münchner Verhältnisse noch akzeptabel hält, die so manchen aber dennoch schwindelig werden lassen können. Eine 5 steht da beim Quadratmeterpreis vor dem Komma, wenn man es mal so ausdrücken darf. Also 5000 plus x.

„Aber dafür bekommt man Hochwertiges“, wie der Chef betont. Nicht ohne Stolz berichtet Delius bei einem Gespräch mit der EZ auf der künftigen Sonnendachterasse hoch über den Dächern der Burgerfeld-Eigenheime davon, dass die Bauarbeiten vom TÜV begleitet würden – zur Sicherung der Qualität.

Gute 50 Quadratmeter sind die allermeisten Wohnungen groß. Es gibt auch acht 70-Quadratmeter-Unterkünfte. Das besondere ist in allen Einheiten das Konzept: Möblierte Zwei-Zimmer-Wohnungen mit hochwertiger Ausstattung wie Bodenheizung, Einbauküche mit Marken-Elektrogeräten sowie Bad mit bodenebener Dusche und großformatigen Fliesen. Wohnungen, ausgestattet mit einem Eiche-Parkettboden, enthalten eine Fußbodenheizung, welche raumweise gesteuert werden kann. Dazu bodentiefe Fenster, dreifach Isolierverglasung, optimale Energieeffizienz. Das Schlafzimmer wird mit einem hochwertigen deckenbündigen Einbauschrank ausgestattet.

Im Baukastenprinzip kann die Wohnung nach eigenen Wünschen individuell gestaltet werden. Hierfür gibt es in Kooperation mit einem exklusiven Möbelhersteller speziell verhandelte Pakete. Falls gewünscht, können die künftigen Mieter sogar den Besteckkasten mitbuchen.

„Ideal für Pendler, Studenten oder Firmen“, sagt Delius. Firmen aus dem benachbarten Poing, der direkten Flughafenregion oder eben aus der Landeshauptstadt, die solche Wohnungen dringend brauchen, um Mitarbeiter angemessen unterzubringen, die sie für zwei, drei Jahre brauchen und deren Fachwissen dann anderswo gebraucht werde.

Dass hier Wohnraum entsteht, der im Regelfall eine Klientel bedient, die keine Kinder hat, ist kein Zufall. Darauf habe letztlich die politische Gemeinde gedrängt, sagt Delius. Wohl auch in der Sorge der Kommunalpolitik, zu viele neu zugezogene Schüler könnten die ohnehin schon schwierigen Raumverhältnisse in einigen Schwabener Schulen noch weiter belasten.

Der mutmaßliche Erfolg von Suttner 2 scheint dem Unternehmen Delius bis dato Recht zu geben. Auf das konkrete Schwabener Projekt habe es, so der Vorstand, 81 000 Angebotsanfragen gegeben. Die hätten letztlich, Stand Anfang Oktober, zu 2875 intensiven Gesprächen mit Interessierten geführt.

Zahlen, so der Unternehmer, die mehr als deutlich machten, wie sehr der Druck des Immobilienmarktes auf dem Großraum München laste. 15 Prozent aller Käufer seien Eigennutzer, die Kapitalanleger kämen aus ganz Deutschland, schwerpunktmäßig aber sogar aus dem weiteren Umkreis Markt Schwabens. 20 Prozent der Käufer seien Markt Schwabener.

Adam Delius sagt es ganz klar: Gäbe es einen vergleichbaren Standort wie den in Markt Schwaben nochmals rund um München, er würde Gleiches wieder machen. Übrigens tut er es auch. Erst unlängst hat sein Unternehmen 70 000 Quadratmeter erworben, um ein Projekt aus dem Boden zu stampfen, das sich an Suttner 2 orientiert. Fände sich in Markt Schwaben ein weiteres Grundstück, auf dem sich Vergleichbares bauen ließe. Adam Delius würde, sagt er entschlossen, nicht zögern.

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