Ran an die Stellschrauben

Markt Schwaben - Mit dem Dialog zwischen Minister Marcel Huber und dem Altersforscher Siegfried Weyerer endete die von Bernhard Winter initiierte Gesprächereihe, die sich mit dem Älterwerden befasste.

In vielen Punkten liegt Bayern in Ländervergleichen vorne. Was die demografische Entwicklung angeht, nicht. Hier schaut es relativ schlecht aus. Gebe es nicht Zuzüge aus anderen Bundesländern, wäre die Lage im Freistaat noch düsterer. Sagt kein Geringerer als der Gesundheitsminister Marcel Huber. Mit den seit Jahren bekannten Folgen des demografischen Wandels muss sich sein Ministerium, in Partnerschaft mit dem Sozial-Ressort, in Zukunft ganz besonders auseinandersetzen. Ein immer größer werdender Altersdurchschnitt in Bayern wird sich nämlich zwangsläufig auswirken auf das Gesundheitssystem. „Wir haben dringenden Handlungsbedarf“, räumte der gebürtige Mühldorfer im Gespräch mit dem renommierten Altersforscher Prof. Siegfried Weyerer im Unterbräusaal ein.

Als einen wichtigen Ansatzpunkt arbeiteten die beiden Experten vor einem interessierten Schwabener Publikum zum Beispiel eine frühzeitige Suchtprävention heraus. Es sei inzwischen augenfällig, dass Alkoholismus im Alter mehr und mehr durchschlage. Weyerer sprach sogar von einer ganz neuen Form der Alterserkrankung, der Alkoholdemenz.

Weitere Verbesserungen seien bei der medizinischen Versorgung der Landbevölkerung erforderlich, so Huber. In Dr. Georg Holley bekam er einen Fürsprecher. Der Markt Schwabener Hausarzt sucht seit längerer Zeit einen Nachfolger; bislang erfolglos.

Weyerer und Huber forderten dazu auf, gerecht an Stellschrauben im medizinischen System zu drehen, um dort Mittel freizumachen, wo sie nicht wirklich dringend benötigt würden. Sparpotential könne an anderer Stelle sinnvoller einsetzen werden. Oberstes Ziel müsse sei, den Demenzkranken - ihre Zahl wird nach Expertenmeinung stark ansteigen - eine möglich hohe Lebensqualität zu bieten. Der Mannheimer Altersforscher sprach sich ferner dafür aus, noch mehr als bislang die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Politik zu suchen. jödo

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wo das Essen eigentlich herkommt
Das Netzwerk „Junge Eltern/Familien mit Kindern bis zu drei Jahren“ thematisiert mit einer Veranstaltungsreihe das Zusammenspiel von Ernährung und Bewegung im Alltag.
Wo das Essen eigentlich herkommt
Valerie aus Grafing
Die Augen sind zugedrückt, so herzhaft lacht die kleine Valerie mit ihren glücklichen Eltern. Brüderchen Kilian blickt derweil noch ein wenig skeptisch in die Kamera – …
Valerie aus Grafing
Ich habe als Pfarrer in Zorneding zum ersten Mal Angst gespürt
Morddrohungen, Hass, Rassismus: Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende hat in Zorneding zum ersten Mal Angst gespürt, sagt er. Nun hat er ein Buch geschrieben, hier ein …
Ich habe als Pfarrer in Zorneding zum ersten Mal Angst gespürt
Neue Wohnhäuser in den Garten
Direkt angrenzend an den Reuterpark in Poing-Süd sollen vier neue Wohnhäuser mit Tiefgarage gebaut werden. In zwei idyllisch gelegenen Gärten an der Schulstraße 30 und …
Neue Wohnhäuser in den Garten

Kommentare