Bernhard Winter liest in München aus seinem neuen Gedichtband. Foto: jödo

Winters drittes Lyrik-Buch

Markt Schwaben - Einen dritten Lyrik-Band hat Altbürgermeister Bernhard Winter vorgelegt. Offiziell wurde es jetzt in einer Münchner Bücherei vorgestellt.

Hans-Jochen Vogel, Exminister und Exoppositionsführer sowie Mentor der Schwabener Sonntagsbegegnungen (und damit seines Parteifreundes Bernhard Winter) ist trotz seiner 89 Lebensjahre immer noch für Überraschungen gut. Als Winter, Alt- und Ex-Bürgermeister aus Markt Schwaben, in der Münchner Buchhandlung Lesetraum vor über 40 Gästen offiziell und zusammen mit seinem Verlag, dem Sankt Michaelsbund, seinen nunmehr dritten Gedichtband vorstellte, beließ es der Übervater der SPD nicht dabei, auf Bitten ein Gedicht zu rezitieren.

Er habe, so der bundesweit bekannte und noch immer beliebte (Ex-)Politiker, in seinem langen beruflichen Schaffen schon Tausende kennengelernt. Aber niemand sei dabei gewesen, der wie Bernhard Winter Begabungen und Fähigkeiten so sehr vereine und so viel Vielfalt in seinem Tun zu Tage fördere wie eben Winter. Er sei Kommunalpolitiker, Therapeut und nun auch Lyriker. Lobendes hat Winter schon vielfach aus dem Munde seines Vorbilds gehört. Diesmal schien es so, als sei es dem Schwabener gar etwas peinlich.

„Im Garten war Nacht. Vierzig Schutzgedichte und ein gutes Wort für den armen Paul“ heißt das dritte Buch Winters. Erschienen ist es bereits im April, mit fünf Farb-Illustrationen des Malers Wieland Grommes und einem Geleitwort von Anselm Grün. Darin heißt es u.a.: „... Sprache kann verletzen und heilen. Bernhard Winter möchte mit seinen Gedichten heilen. Daher geht er achtsam um mit der Sprache. Die Sprache hat eine heilende Kraft, wenn sie schön ist... Doch die schöne Sprache meint nicht, dass ich etwas schön rede. ... (Sie) ist nur dann wirklich schön, wenn alles in ihr zusammen klingt, wenn das Leid und die Heilung, die Trauer und die Freude, die Angst und das Vertrauen, das Dunkle und das Helle zum Ausdruck gebracht wird und so miteinander in Einklang kommt. Bernhard Winter spricht in seinen Gedichten die ganze Wirklichkeit des Menschen mit all ihren Abgründen und Gefährdungen an. Aber indem er das Leid in seiner Sprache ausdrückt, verwandelt er es auch“.

Winter selbst schreibt zu seiner neuen Vorliebe für Lyrik: „Bei meinen Lesungen mache ich immer wieder die Erfahrung, dass Gedichte als tröstend, als hilfreich, als heilsam erlebt werden - oft nach einer ersten Reaktion des verdutzten und gleichzeitig neugierigen Aufschreckens. Daraus entstand die Idee, einen Lyrikband mit „Vierzig Schutzgedichten“ zu veröffentlichen... Im „Glossar“ verbinde ich gängige Begriffe aus Psychotherapie und Pädagogik mit einzelnen Texten“.

Eine wunderbare Bewertung dessen, was Winter zum nunmehr dritten Male vorlegte, lieferte Wieland Grommes bei der Lesung in München ab. Er nannte den Autor schlichtweg ein Wunder. Winter habe es ihm, dem Zeichner, schwer gemacht, das zu illustrieren, was er in seinen Gedichten auf „Kurzwortformeln“ reduziert habe. In den Gedichten, so Grommes weiter, werde nicht geschwafelt, geschwätzt, werden keine Baukastenteile verwendet. Sie seien ballastfrei. Und das sei so erfrischend anders als vieles, was sich an neuer Lyrik gegenwärtig sonst noch auf dem Markt befinde.

Inzwischen gibt es sogar, so Winter am Rande der Präsentation, ein paar Vertonungen seiner Gedichte. Eine Augsburger A-cappella-Formation habe sich bereits bedient; und auch eine Rockband aus Markt Schwaben. Anzuhören u.a. im Internet unter https://www.youtube.com/watch?v=_gWGqbp2baU. Die Band aus Markt Schwaben heißt übrigens „Breath Of Insanity“.

Für die Landkreis-Leserschaft besonders interessant: Nach den offiziellen Verlagsbuchvorstellungen in München und Würzburg (hier zusammen mit Anselm Grün und jugendlichen Musikern) und dem Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse findet auf Initiative des Kreisbildungswerks und der Kulturbeauftragten für Glonn am Sonntag, 25. Oktober, um 11.15 Uhr, eine Lesungs-Matinée auch im Landkreis statt. Ort: das Café Schwaiger in Glonn. Musikalisch begleitet wird der Auftritt vom Blockflöten-Ensemble „Die Fleurtisten“. jödo

Infos zum Buch

Erhältlich ist das Buch (16,90 Euro) beim Verlag, bei amazon und in jeder Buchhandlung:

ISBN 978-3943135657.

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