Ergebnis da: Boris Johnson folgt May - Kommt jetzt der No-Deal-Brexit?

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Noch sind’s nur ein paar Kieshaufen: Hier entsteht das Einheimischenbaugebiet „Am Doktorbankerl“. Foto: ac

Mauschel-Vorwurf gegen Stadt

Ebersberg - Es ist die Schokoladenseite mit Blick in die Alpen: Im Süden der Kreisstadt entsteht das neue Einheimischenbaugebiet „Am Doktorbankerl“. Jetzt wurden die Grundstücke vergeben. Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) hat Ärger am Hals.

Wenn die Nachfrage größer ist als das Angebot, gibt es Verlierer. So war es auch beim „Doktorban-kerl“. Den meisten der über 100 Bewerber für das vergünstigte Bauland musste abgesagt werden, 33 glückliche Ebersberger Familien erhielten den Zuschlag. Unter den Gewinnern: Florian Brilmayer und seine Familie. Der Steuerberater (38) ist Sohn des Bürgermeisters, CSU-Stadt- und Kreisrat sowie Ortsvorsitzender der Partei.

„Wieso er und nicht andere?“, fragen sich Stadträte, die an der entscheidenden nichtöffentlichen Sitzung des Sozialausschusses teilgenommen hatten und ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen. „Das war ein abgekartetes Spiel“, heißt es gegenüber der Ebersberger Zeitung. In der Sitzung, die von 2. Bürgermeister Toni Ried (FW) geleitet worden war, habe es Gegenstimmen gegeben, doch mit CSU-Mehrheit sei die Grundstücksvergabe an Brilmayer junior durchgewunken worden.

Um ein möglichst gerechtes Vergabeverfahren zu garantieren, hat der Ebersberger Stadtrat in der Vergangenheit einen so genannten. Kriterienkatalog verabschiedet. Anhand dessen erhalten die Bauland-Bewerber Punkte, die wiederrum für die Reihung ausschlaggebend sind. Punktevergabe und Reihung erfolgen durch die Verwaltung, der Ausschuss entscheidet schließlich, ohne die Namen der Bewerber zu kennen. So sollte es zumindest sein.

Bei der jetzigen Vergabe stellten sich die Dinge allerdings anders dar. Nach Informationen der Ebersberger Zeitung wurden Namen genannt. Längst nicht alle, aber zumindest die von Florian Brilmayer und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, die ebenfalls in den Genuss vergünstigten Baugrunds am „Doktorbankerl“ kommen. Auf Nachfrage wollte sich Vize-Rathauschef Toni Ried zum Verfahren nicht äußern. Er bat um Verständnis, dass er nicht aus einer nichtöffentlichen Sitzung berichten könne.

Bürgermeister Walter Brilmayer, der an der Sitzung nicht teilgenommen hatte, sagte der EZ, auch in der Vergangenheit hätten Stadträte Grundstücke in Einheimischenbaugebieten bekommen. Auch in der Vergangenheit seien schon vor dem Beschluss Namen von Bauwerbern bekannt gewesen. „Das ist nichts Neues“, so der Vize-Landrat. Ein vollkommen anonymisiertes Verfahren habe den Nachteil, dass ein Teil der Stadträte den Namen kenne und ein anderer Teil nicht.

Familien, die jetzt nicht zum Zug gekommen sind, können hoffen. Sieben Grundstücke am „Doktorbankerl“ gehören der Kirche. Diese vergibt die Parzellen auf der Basis des Erbbaurechts an Bauwerber, „die der Kirche nahestehen“, so Kirchenpfleger Fritz Deierling. Und: Die Stadt plant bereits das nächste Einheimischenbaugebiet im Bereich der Friedenseiche, angrenzend an das Landschaftsschutzgebiet Egglburger See.

Michael Acker

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