Die Vorsitzende des Vereins, Catrin Dietl, mit den Referenten Dr. Reinhard Lange (li.) und Konrad Offenberger. foto: dul

Mediziner warnt: Windräder machen krank

Anzing - Können Windräder die Gesundheit beeinträchtigen? Mit dieser Frage beschäftigte sich ein Infoabend in Anzing. Ein Mediziner kommt zu der Antwort: Ja.

Auf Einladung des Vereins "Landschaftsschutz Ebersberger Land" referierte zunächst Konrad Offenburger, Gemeinderat in Paunzhausen (Landkreis Freising), über Lärm und Schatten durch Windkrafträder. Seiner Meinung nach habe diese Form der Energiegewinnung sowohl Vor- als auch Nachteile. Seinen Berechnungen zufolge beträgt die Belästigung bei Sonnenschein am Tag längstens zehn Minuten, wenn man vom Windrad zwei Kilometer entfernt ist. Die genannten Zahlen seien je nach Nabenhöhe und Durchmesser der Rotoren variabel. Viel schwieriger sei aber der Lärm vorauszusagen. Auch hier spiele die Höhe der Nabe und die Maße der Rotoren eine Rolle, aber auch deren Leistung, die Wetterlage und Windrichtung sowie die Geländeform und die Tageszeit.

Um unter dem gesetzlichen Lärmgesamthöchstwert bei Nacht von 45 Dezibel bleiben zu können, müsse ein Windrat mindestens 1120 Meter von Wohngebieten entfernt sein, sagte Offenburger.

Mit dem für das menschliche Ohr nicht hörbaren Infraschall und seinen Auswirkungen beschäftigte sich Dr. Reinhard Lange, Chefarzt der Ilmtalklinik in Pfaffenhofen. "Die Belästigung gibt es bei Windrädern ununterbrochen rund um die Uhr, und sie wird nicht wahrgenommen", warnte er. Untersuchungen hätten bewiesen, dass diese Niederfrequenzwellen (zwischen einem und 20 Herz) trotzdem unbewusst großen Schaden anrichten können. Der Experte nannte Schlaf- und Konzentrationsstörungen, psychische Anspannungen, Ansteigen des Blutdrucks und Steigerung des Herzinfarktrisikos um bis zu 30 Prozent.

Der Mediziner fügte hinzu, dass übliche Schallschutzmaßnahmen diese Infraschallwellen nicht abhalten können. Empfindliche Personen könnten verstärkt unter Ohrendruck, Morgenmüdigkeit und Verschlechterung des Sprachverständnisses leiden sowie unter Angst, Schwindelanfälle, und Erschöpfung. Zu den Risikogruppen zählte Lange unter anderem Kinder und Jugendliche sowie Schwangere. (dul)

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