1. Startseite
  2. Lokales
  3. Ebersberg

Mehr Lehrstellen als Lehrlinge

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Landkreis - In wenigen Tagen beginnt das neue Ausbildungsjahr. Und auch in Ebersberg bestätigt sich der bundesweite Trend: Es gibt mehr Ausbildungsstellen als Interessenten.

„Die Betriebe können nicht aus dem Vollen schöpfen“, berichtet der Geschäftsführer der Ebersberger Industrie- und Handelsgremiums, Karl-Heinz Ulowetz. „Vor allem Berufe mit außerordentlichen Arbeitszeiten haben Schwierigkeiten, Nachwuchs zu finden“. So zum Beispiel in den Bereichen Gastronomie oder Hotelwesen, in denen Wochenends- und Nachtdienste die Regel sind.

Auch Kreishandwerksmeister Johann Schwaiger bestätigt den Trend: „Vor allem gibt es noch offene Stellen bei Bäckern und Metzgern, die ihre Arbeit in den frühen Morgenstunden beginnen.“

Allgemein aber sieht Schwaiger den Landkreis sehr gut aufgestellt: „Auf dem Handwerksgebiet sind noch circa 15 von den insgesamt 300 angebotenen Stellen unbesetzt“, erklärt er. „Ich bin zuversichtlich, dass auch diese in den letzten Tagen noch Auszubildende finden“. Die Arbeitslosenquote in Ebersberg von 2,3 Prozent grenze an Vollbeschäftigung, das beziehe sich auch auf die Schulabgänger, die eine Lehre beginnen wollen.

Zu den beliebtesten Ausbildungsberufen in Ebersberg gehören laut der Agentur für Arbeit bei den Mädchen die Medizinische Fachangestellte und die Bürokauffrau. „Junge Männer lassen sich am liebsten zum Einzelhandelskaufmann oder KFZ-Mechatroniker ausbilden“, berichtet die Pressesprecherin der Arbeitsagentur Daniela Meier.

Dass es aber seit Jahren in denselben Berufen zu Engpässen bei Interessenten käme, liege laut Kreishandwerksmeister Schwaiger an Trendwellen. „Die jungen Menschen interessieren sich heute mehr für den IT-Bereich, als für handwerkliche Berufe“, erklärt Schwaiger.

Eine Berufsgruppe außerhalb des Technikbereichs kann sich aber trotz früher Arbeitszeiten über einen regelrechten Lehrlingsansturm freuen: „Köche können sich im Moment vor Anfragen kaum retten“, so Schwaiger. Das läge daran, dass man momentan täglich hippe Köche im Fernsehen zu sehen bekomme. „Eine TV-Serie über einen gutaussehenden Bäcker oder Metzger würde den Berufen also sicher gut tun“, erklärt der Kreishandwerksmeister.

Auch interessant

Kommentare