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Auf diesem Grundstück in der Mühlenstraße in Grafing soll die neue Flüchtlingsunterkunft entstehen.

Bauausschuss entscheidet

Mehr Platz für neue Asylbewerber in Grafing

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Grafing - In Grafing ist der Bau einer weiteren, neuen Asylbewerberunterkunft geplant. Sie soll in der Mühlenstraße entstehen. Das ist der Tagesordnung zur nächsten Bauausschusssitzung im Grafinger Rathaus am Dienstag, 26. Januar, zu entnehmen.

Errichtet wird das Gebäude durch die Grundstücksverwaltung Rothmoser GmbH & Co. KG. Einen Tagesordnungspunkt vorher wird auch über den Neubau einer Gemeinschaftsunterkunft am neuen Bauhof zwischen Aldi und Gärtnerei Köstler entschieden.

48 Asylbegehrende sollen zusätzlich an der Mühlenstraße Aufnahme finden. Die Zahl der Flüchtlinge, die in der Stadt Unterkunft erhalten, würde damit vorerst auf 168 Personen steigen. Zusammen mit den neuen Plätzen am Schammacher Feld werden damit erhebliche Kapazitäten geschaffen. Bis Ende des Jahres 2016 „haben wir dann knapp über 300 Plätze“, bilanziert Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne). „Das passt jetzt ganz gut“, ist sie zuversichtlich. Voraussetzung sei allerdings, dass „nicht noch etwas Unvorhergesehenes passiert“. Soll heißen: Dass die Zahl der ankommenden Asylsuchenden nicht in einem noch größeren Maß steigt, als bereits prognostiziert. 

Bisher, so berichtet Markus Weißmüller von der Stadtverwaltung, hätten in Grafing sieben Personen erfolgreich das Asylverfahren durchlaufen. Eine Großfamilie sei danach in einem Haus in der Kapellenstraße untergebracht worden. Auf die Stadt warten aber weiter erhebliche Probleme.

Denn wenn Asylbewerber als Asylanten anerkannt werden und damit eigentlich ihren Platz in ihrer bisherigen Unterkunft verlieren, sind sie dem Status nach zuerst einmal obdachlos. Und für die Unterbringung von Obdachlosen trägt die Kommune die Verantwortung. Freie Wohnungen sind jedoch nicht nur in Grafing Mangelware.

„Das ist seit langem ein Problem, aber jetzt drängt es richtig“, schildert Obermayr die aktuelle Situation. Zwar ist am Aiblinger Anger ein neues Wohnquartier in der Entwicklung, und das Gelände, auf dem jetzt noch der städtische Bauhof untergebracht ist, soll dem sozialen Wohnungsbau gewidmet werden. Aber: Beide Projekte sind zwar in der Pipeline, können aber nicht kurzfristig zur Entspannung am Wohnungsmarkt beitragen. Kurzfristig will die Stadt auch in Grafing-Bahnhof in der Hauptstraße zwei ihrer Gebäude sanieren, die nur noch zum Teil bewohnt werden. Der langfristige Sanierungsplan für städtische Liegenschaften ist angesichts der momentanen Bedarfsentwicklung aber weitgehend Makulatur.

Anerkannte Asylanten „treten ganz normal in Konkurrenz zu denjenigen, die hier Wohnungen suchen“, schildert Weißmüller die Situation. „Wir müssen uns überlegen, wie wir die unterbringen.“ Dazu müssten Perspektiven am Wohnungmarkt geschaffen werden.

 Es gebe, so Weißmüller, bereits Anstrengungen für innerstädtische Lösungen. So soll einer Ghettobildung entgegengewirkt werden. Ein Problem, das er auf die Stadt zukommen sieht, formuliert Weißmüller vorsichtig so: „Es ist die Frage, was können wir leisten – und was nicht.“ Der Bau in der Mühlenstraße jedenfalls soll vorerst zur Entspannung der Situation beitragen. Das Gebäude wird die Abmessungen von zehn auf 33 Metern haben und wird zweigeschossig errichtet. Insgesamt wird das Gebäude 24 Zimmer umfassen, die jeweils zwei Asylbewerber beherbergen können. Dass der Bau genehmigt werden kann, daran hat Bauamtsleiter Josef Niedermaier keine Zweifel, bestätigt er auf Anfrage der Ebersberger Zeitung. Zwar liege das Grundstück, das jetzt als Lagerplatz benutzt werde, im Umgriff einer „Außenbereichsinsel“. Nach der jüngsten Änderung des Baurechts seien Unterkünfte für Asylbewerber hier aber genehmigungsfähig. Der Bau füge sich von der Höhe und den Abmessungen vorschriftsmäßig in die Umgebungsbebauung ein.

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