Sabine Heimbach, Vize-Sprecherin von Bundeskanzlerin Merkel.

Merkel-Sprecherin schmeißt hin

Anzing - Sabine Heimbach (51), Vize-Sprecherin der Bundesregierung, will vorzeitig aus dem Anzinger Gemeinderat ausscheiden. Ein entsprechender Antrag ging jetzt im Rathaus ein. Die 51-Jährige gibt berufliche Gründe an. Erst vor zwei Jahren war sie in das Gremium nachgerückt.

Dass ein Gemeinderatsmitglied in der laufenden Wahlperiode ausscheidet, ist nichts Außergewöhnliches. Umzug, berufliche Veränderung und Krankheit sind meist die Gründe. Bei Sabine Heimbach kommen Beobachter allerdings ins Grübeln: Schon bei ihrem Einzug in den Gemeinderat im Herbst 2011 war sie Vize-Sprecherin von Bundeskanzlerin Angela Merkel, schon damals fragten sich nicht wenige, wie sich ihr beruflicher Einsatz im 600 Kilometer entfernten Berlin mit dem Ehrenamt im heimischen Anzing verbinden lässt. In ihrem Schreiben an Anzings Bürgermeister Franz Finauer, das der EZ vorliegt, spricht Heimbach von einer „gegenwärtig und in der längeren Perspektive außerordentlichen beruflichen Beanspruchung in Berlin“.

Anzings CSU-Ortsvorsitzender Rupert Strasser kann Heimbachs Entschluss verstehen. Die schwierigen Koalitionsverhandlungen, die derzeit in der Bundeshauptstadt über die Bühne gehen, seien wohl ausschlaggebend. Laut CSU-Ortsgeschäftsführerin Kathrin Alte soll CSU-Kreisgeschäftsführerin Inge Winkelkötter für Heimbach in den Gemeinderat nachrücken.

Die Regierungssprecherin, die am Montag für die EZ nicht zu erreichen war, hatte sich Anfang des Jahres CSU-intern um die Nachfolge des damaligen Bundestagsabgeordneten Max Lehmer beworben, dann aber im Februar ihre Kandidatur überraschend zurückgezogen.

Als sie vor drei Jahren für Berthold Kettner in den Gemeinderat nachgerückt war, hatte Sabine Heimbach im Interview mit der Ebersberger Zeitung gesagt, sie sehe sich in der „Pflicht, dieses Ehrenamt auszuüben“.

Michael Acker

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