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Messias der Gegenkultur

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Winfried Klima (Mitte) und seine Band unternahmen eine Reise durch fünf Jahrzehnte Musikgeschichte. Foto: sro
Winfried Klima (Mitte) und seine Band unternahmen eine Reise durch fünf Jahrzehnte Musikgeschichte. Foto: sro

Ebersberg - Ursprünglich hieß er Robert Allen Zimmerman und sein erstes Album 1962 war ein großer Flop. Doch später wurde aus ihm einer der größten Songwriter der neueren Musikgeschichte und es gibt kaum einen, der ihn unter seinem Künstlernamen nicht kennt: Bob Dylan. Die Band „Dylan on the Rocks“ hat sich ganz seiner Musik verschrieben.

Jetzt erzählte die Band im alten kino die Geschichte dieser lebenden Legende, mit Informationen über Leben und Werk des Musikers, aber natürlich vor allem mit seinen Songs. Begonnen hatte alles 1941, als Bob Dylan in Duluth, einer Kleinstadt in Minnesota als Sohn einer jüdischen Familie zur Welt gekommen ist. Das Radio war sein Tor zur großen weiten Welt und die ersten Bands hatte er schon auf der Highschool.

Bob Dylans großes Vorbild war der amerikanische Folksänger Woody Guthri. Dylan ging 1961 nach New York, spielte in Clubs, Kneipen und Szenebars. Seine erste Platte 1962, die fast nur aus Cover- Folk-Songs bestand, war ein großer Flop. Aber dann begann der aus kleinbürgerlichen Verhältnissen stammende Dylan selbst Songs zu schreiben, was ihm viel Erfolg einbrachte. Der Druchbruch gelang ihm mit dem Album „The Freewheelin’ Bob Dylan“ auf dem sich unter anderem eines seiner berühmtesten Stücke befand: „Blowin’ in the Wind“. Als die sieben Musiker von „Dylan on the Rocks“ die ersten Akkorde dieses Liedes anstimmten, fühlte sich so mancher in Ebersberg um viele Jahre zurückversetzt.

Sänger Winfried Klima, mit langen Haaren, schwarzem Cowboy-Hut, Gitarre und Mundharmonika erzählte die ganze Lebensgeschichte des amerikanischen Folksängers, der am Anfang alleine mit seinen Instrumenten auftrat und der sich schließlich zum Rockstar der sechziger und siebziger Jahre entwickelte. Er war mit seinen auch politisch ambitionierten Texten zum „Messias der Gegenkultur“ geworden, zur Stimme einer ganzen Generation, die sich gegen den Vietnamkrieg, das Wettrüsten und die Lebensform der Eltern wandte.

Dylan on the Rocks spielte viele Lieder, die seine eigene Entwicklung widerspiegelten. Mit „The times are changing“ hatte Dylan in den sechziger Jahren den Nerv der Zeit getroffen, im alten kino berührte diese Musik immer noch die Menschen.

Winfried Klima erzählte von Bob Dylans Aufstieg in der Rockszene, als er schließlich mit Band auftrat, von rastlosen Tourneen, von Amphetaminen, Alkohol und Drogen und vom größten Hit aller Zeiten „Like A Rolling Stone“.

Aber auch von Auszeiten, von Dylans Bekehrung zum Christentum, von biblischen und mystischen Texten. Ende der Achtziger Jahre schien Dylan am Tiefpunkt seiner Karriere angekommen. „Mein historischer Moment war vorbei“ soll er gesagt haben. Doch dann traf er auf Musiker wie George Harrison, Roy Orbison, Tom Petty und Jeff Lynne und feierte mit ihnen als „The Traveling Willburys“ ein großes Comeback.

Selbst im 21. Jahrhundert gab Dylon noch Alben heraus, auch wenn seine Stimme schon etwas brüchig geworden ist. Zum Abschluss der Zeitreise durch fünf Jahrzehnte Musikgeschichte spielte die Band Dylan on the Rocks im alten kino einen der letzten Hits: „Forgetful Heart“ (vergessliches Herz).

von Evi Thiermann

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