40 Meter hoher Sendemast an der Autobahn

Vaterstetten - 40 Meter hoch soll der Gittermast werden, den ein Anbieter nahe des Autobahnkreuzes München Ost an der Straße von Weißenfeld und nach Feldkirchen errichten will.

„Es gibt weit und breit keine bessere Stelle“, warb Bürgermeister Martin Wagner (CSU) in der jüngsten Sitzung des Vater-stettener Bauausschusses um Zustimmung. „Wenn man Verbindungen haben möchte, dann sind die Dinger notwendig“, so Wagner.

Skepsis hingegen bei SPD-Gemeinderat Josef Mittermeier. Er betonte: „Ich will ja gar nicht sagen, dass der Standort schlecht ist.“ Was ihn jedoch störe sei, dass es in der Diskussion „nur ums Baurecht“ gehe. Mittermeier brachte Alternativen ins Spiel und fragte, ob man nicht den Mast an der Raststelle nutzen könne. Man solle sich schon überlegen, mit welcher Sendeleistung der Mast arbeite. „Gibt es Möglichkeiten, mehr Informationen einzuholen?“ SPD-Gemeinderat Jo Neunert erinnerte an die Diskussion in den 1990er Jahren zum Thema Mobilfunkmasten. Und auch Neunert wollte wissen. „Gibt es die Möglichkeit nachzufragen?“ Alles andere seien Spekulationen.

„Wir können nachfragen, aber es muss keine Antwort geben“, so die Reaktion von Wagner. Die Diskussion sei jedoch müßig. „Wenn der Anbieter irgendwo anders hingehen will, haben wir ein größeres Probleme.“

Gemeindebaurätin Brigitte Littke betonte: „Das ist ein privilegiertes Vorhaben. Wir haben keine Möglichkeit, das abzulehnen.“

Hintergrund: Das betreffende Grundstück ist im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland und derzeit unbebaut. Im Flächennutzungsplan der Gemeinde Vaterstetten ist das Grundstück als Graskompostlager dargestellt. Der geplante 40 Meter hohe Stahlgittermast ist als Antennenträger vorgesehen. Dazu kommt ein Container neben dem Mast als Versorgungseinheit. Der geplante Standort ist nach Aussage des Antragstellers für die Versorgung des Gebietes mit UMTS erforderlich.

Die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Ebersberg hat laut Gemeinde keine Einwände erhoben. Auf Grund der exponierten und weithin einsehbaren Lage stelle der Mast jedoch eine erhebliche Beeinträchtigung des Landschaftsbildes dar. Die Untere Naturschutzbehörde schlägt deshalb vor, den Mast teilweise einzugrünen.

Beteiligt wurde im Verfahren die Nachbargemeinde Haar. Von dort hieß es, es gebe keine Einwände gegen das Vorhaben. Vorsorglich wies die Gemeinde Haar darauf hin, dass sie in einem Abstand von rund 800 Metern südwestlich des geplanten Mast-Standorts die Ausweisung von Flächen für Zwecke der Windenergie beabsichtigt. Schadensersatzansprüche, weil es dadurch möglicherweise Nutzungseinschränkungen für die Sendeanlage geben könnte, müssten ausgeschlossen werden.

Von Robert Langer

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