Ein Polizeibeamter in der Vaterstettener Wache. jro

Ministerium: Polizeiwache bleibt

Vaterstetten - Jetzt ist die Gemeinde Vaterstetten am Zug, die den Beamten einen Raum im Rathaus zur Verfügung stellen könnte.

„Es gibt seitens des zuständigen Polizeipräsidiums Oberbayern Nord aktuell keine Pläne, die Polizeiwache Vaterstetten zu schließen.“ Das ist die klare Aussage aus dem Bayerischen Innenministerium. Helmut Hintereder, Leiter der Inspektion Poing, zu der die Wache gehört, hatte kürzlich im Gemeinderat Vaterstetten erklärt, aus polizeilicher Sicht sei es nicht notwendig, den Standort weiter zu betreiben (wir berichteten).

Wenn es um die Zukunft der Polizeiwache in Vaterstetten geht, ist jetzt zunächst die Gemeinde am Zug. Das geht aus der Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Ebersberger Zeitung hervor. Diskutiert wird derzeit über einen für die Polizei umgebauten Raum im Rathaus als Ersatz für die bisherige Unterbringung von aktuell zwei Beamten in einem maroden Container. Die Kosten für einen Umzug ins bestehende Rathaus wird laut Innenministerium mit rund 15 000 Euro veranschlagt. „Die Entscheidung über diese Investition muss von der Gemeinde Vaterstetten getroffen werden“, sagt der stellvertretende Pressesprecher des Ministeriums, Michael Siefener.

Hintergrund: 1988 entstand in Vaterstetten eine Polizeistation, als zunächst auf vier Jahre beschränkter Versuch. Untergebracht wurden die Beamten in Containern neben dem Rathaus. 2012 wurde die Station in die Polizeiinspektion Poing integriert. In Vaterstetten blieb nur noch eine Wache, tagsüber besetzt mit zwei Beamten. „Die Polizeiwache ist eine Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger Vaterstettens. Aus Eigensicherungsgründen muss die Wache mit zwei Beamten besetzt sein. Ein Ausrücken ist grundsätzlich nicht vorgesehen, hat aber in Ausnahmefällen bereits stattgefunden, zum Beispiel zur Unterstützung bei Fahndungsmaßnahmen nach schweren Straftaten“, stellte das Ministerium klar.

Poings Polizeichef Hintereder hatte in der Gemeinderatssitzung erklärt, die Zahl der in der Wache bearbeiteten Vorgänge sinke. Heißt: Immer weniger Bürger kommen zu den Beamten, um beispielsweise eine Anzeige zu stellen. Die beiden in der Wache gebundenen Beamten könnten bei einer Schließung in den „normalen“ Dienst integriert werden und beispielsweise Streife fahren. „Ich bin überzeugt, dass die Sicherheit steigen wird mit einer Auflösung“, sagte Hintereder.

Robert Langer

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