Trotz heftigen Schneefalls waren am Dienstagabend zahlreiche Zornedinger zur Infoveranstaltung nach Pöring gekommen. Foto: jürgen Rossmann

Mitte Februar kommen die Flüchtlinge

Zorneding - Das Landratsamt Ebersberg informiert die Zornedinger über die Belegung der fast fertiggestellten Containerunterkunft.

Mitte Februar wird die in Zorneding nahezu fertiggestellte Containerunterkunft für Asylbewerber in der Bahnhofstraße belegt werden. Das hat Landrat Robert Niedergesäß bei einer Informationsveranstaltung in Pöring angekündigt. Trotz starken Schneefalls waren am Dienstagabend rund 120 Zornedinger Bürger in den Mairsamer-Saal gekommen.

Wie vorher schon in anderen Landkreisgemeinden hatte die Kreisbehörde zusammen mit der Kommune eingeladen, um die Bürgerschaft auf eine größere Zuweisung von Flüchtlingen vorzubereiten. Die steht nun bevor, nachdem die Unterkunft an der Bahnhofstraße fast fertiggestellt ist, auch wenn es an den Außenanlagen noch mangelt. In den Containern ist Platz für 50 Personen. Meist handelt es sich um Zwei-Bett-Zimmer, doch kann auch durch modulare Wände zum Beispiel Platz für zwei oder drei Familien geschaffen werden. Sie finden dort Tisch, Bett und Schränke sowie Kochgeschirr und Waschgelegenheiten vor.

Bürgermeister Piet Mayr hatte die zahlreichen Bürger, darunter viele Aktive des über 100-köpfigen Helferkreises, begrüßt. Wie schon beim kürzlich stattgefundenen Neujahrsempfang hob er die Bemühungen in der Gemeinde, für eine echte Willkommenskultur zu sorgen, hervor. Und am Ende konnte sich der Rathauschef auch bestätigt fühlen. Er, die Vertreter des Landratsamts sowie die interessierte Bürgerschaft hatten nämlich einen eher harmonischen Abend erlebt.

Die in der Fragestunde vorgebrachten Anliegen hatten konkrete Sachverhalte als Hintergrund. In keiner Weise waren von etwaigen Ängsten geschürte kritische Anmerkungen vorgebracht worden.

Welche Herkunft die in Zorneding erwarteten Asylantragsteller haben werden, ist noch unklar. Laut Landratsamt sind Flüchtlinge aus Syrien und Eritrea aber die häufigsten Nationalitäten, die von der Bezirksregierung dem Landkreis zugewiesen werden. Im Landkreis halten sich derzeit 398 in von der Kreisbehörde angemieteten Unterkünften auf. 348 Personen sind im laufenden Asylanerkennungsverfahren, 50 sind schon als Asylbewerber anerkannt, haben aber noch keine eigene Bleibe gefunden. 292 Flüchtlinge sind alleinstehend, die anderen 106 teilen sich auf 28 Familien auf.

Um die in Zorneding erwarteten Asylantragsteller kümmert sich der längst gegründete Helferkreis, dessen verschiedene Arbeitsgruppen sich regelmäßig treffen. In der Kreisbehörde hofft man auf weitere Stellen für Fachkräfte, auch die Caritas wolle eine solche schaffen, hieß es.

In der Fragerunde ging es um die immer mehr als notwendig erachtete Supervision für die ehrenamtlichen Helfer, aber eben auch darum, dass die Außenanlagen der Unterkunft noch nicht fertiggestellt sind. Und natürlich wurde auch nach den Ursachen der Flüchtlingsströme gefragt und festgestellt, dass hier selbstredend die große Politik in der Pflicht sei. Sie dürfe es nämlich möglichst erst gar nicht soweit kommen zu lassen, dass Menschen, aus welchen Gründen auch immer, ihre Heimat verlassen müssten, so Meiungen aus dem Publikum.

Eberhard Rienth

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