Das Mobilfunkunternehmen T-Mobile will den bestehenden Antennenstandort auf der Wasserreserve in Frauenneuharting mit der UMTS-Technologie aufrüsten. Foto: Stefan Rossmann

Mobilfunk: Jetzt geht die Suche wieder los

Frauenneuharting - Die ständige Suche nach neuen Mobilfunkstandorten mobilisiert die Bevölkerung im Landkreis Ebersberg. Unterschriftensammlungen, Protestbriefe und Lichterketten - Frauenneuharting probiert es jetzt sogar mit einem eigenen Leitfaden.

An der jüngsten Sitzung des Gemeinderates bestand lebhaftes Interesse. Fast 20 Zuhörer waren gekommen, weshalb zur Versammlung in den Schulungsraum der Feuerwehr ausgewichen wurde. An der Sitzung nahm Mario Jaritz von T-Mobile Deutschland teil. Der Grund für seine Anwesenheit war ein Antrag des Mobilfunkanbieters, den bestehenden Standort auf der Wasserreserve in Frauenneuharting mit der UMTS-Technologie aufzurüsten. Das würde einen höheren Datendurchsatz ermöglichen, was in Frauenneuharting anscheinend stark nachgefragt wird. Bis Ende Mai hat die Gemeinde jetzt Zeit, versicherte Jaritz. Dann wird so oder so eine Entscheidung gefällt. Der Standort auf der Wasserreserve ist 240 Meter von der nächsten Wohnbebauung entfernt und ist optisch in einer Baumgruppe versteckt.

Schon einmal ist die Kommune von den Ereignissen überrollt worden. Da hatte der Mobilfunkanbieter O2 mit einer Sendeanlage mitten in Jakobneuharting Fakten geschaffen. „Das soll uns nicht noch einmal passieren“, war das Ratsgremium deshalb um eigenen Gestaltungsspielraum bemüht. Die Bevölkerung hatte damals sehr enttäuscht reagiert und ihrem Unmut mit einer Protestaktion Lauf gelassen. In der Folge dachten Bürgermeister und Gemeinderäte verstärkt über Möglichkeiten nach, bei der Suche nach Mobilfunkstandorten mehr Mitspracherecht zu bekommen.

Mehrfach im Gemeinderat diskutiert wurde deshalb ein Leitfaden Mobilfunk. In der jüngsten Zusammenkunft wurde er jedoch noch nicht verabschiedet. Das soll aber in der nächsten Sitzung passieren „wenn alle Gemeinderäte da sind“, kündigte Bürgermeister Josef Singer an.

Wie Mario Jaritz von T-Mobile berichtete, entfällt etwa 70 Prozent der Nutzung des Standortes auf der Wasserreserve inzwischen auf die Datenübertragung und nur mehr 30 Prozent auf die reine Telefonie.

In der Sitzung zur Sprache kam auch, dass die Kommune im April über einen eigenen DSL-Anschluss der Telekom verfügen wird. Weshalb die Frage aufgeworfen wurde, ob dann nicht die Datenmengen die über die Wasserreserve abgewickelt werden, abnehmen könnten. Nach Auskunft von Jaritz spreche die Erfahrung gegen einen solchen Zusammenhang. Der T-Mobile-Vertreter rechnet damit, dass die Datenmengen über UMTS in der Gemeinde trotzdem zunehmen werden.

Die Kommune hat ihre Hausaufgaben bereits gemacht. Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut in München hat in einem Gutachten 12 Standorte in der Gemeinde untersucht. Das Umweltinstitut München ist einer der größten überparteilichen Umweltschutzvereine in Bayern. Erstellt wurde das Gutachten im Vorfeld der O2-Antenne. Eine Präsentation im Gemeinderat gab es bisher noch nicht. Das soll jetzt nachgeholt werden. Der Grund, auf dem die Wasserreserve in Frauenneuharting steht, gehört der Kommune, weshalb sie dort ein Vetorecht hätte.

Von Michael Seeholzer

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