Mobilfunk-Kritiker stocksauer auf CSU

Aßling - Mit der äußerst knappen Mehrheitsentscheidung des Aßlinger Gemeinderats zugunsten einer Sendeanlage für den digitalen Behördenfunk auf dem bestehenden Masten beim Wertstoffhof anstelle der Alternative „Osterholz“ ist die Initiative „Mobilfunk mit Grenzen“ hart ins Gericht gegangen.

„Die einmalige Chance, beim Behördenfunkthema in Aßling zu einer für alle Bürger und Beteiligten tragbaren Lösung zu kommen, ist am Eigennutz und parteipolitischem Kalkül maßgeblich des gesamten CSU-Gemeinderats gescheitert. Ganz offensichtlich haben persönliche Interessen über die sachlichen Argumente und Fakten gesiegt“, schimpft die Vorsitzende der Initiative „Mobilfunk mit Grenzen“, Trudi Christof. Den Ausführungen und Hinweisen von Rechtsanwalt Frank Sommer und Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut München sei in der jüngsten Gemeinderatssitzung „eine geschlossene Front aller CSU-Gemeinderäte“ gegenübergestanden, „die jegliche Einsicht und sachliche Vernunft“ habe vermissen lassen“, so die Initiative.

„Der CSU-Fraktion ging es in der gesamten Diskussion nicht darum, welcher Standort die bestmögliche und weitreichendste Versorgung mit Rettungsdiensten gewährleistet und welcher Standort für die Bürger am gesundheitlich unbedenklichsten ist. Es ging erkennbar allein darum, den als mögliche Alternative aufgezeigten Standort Osterholz zu verhindern“, zieht der Verein sein Fazit. Denn keine Rolle gespielt hätten die Ergebnisse der Messungen, die „Mobilfunk mit Grenzen“ in Auftrag gegeben und den Gemeinderäten kürzlich bekannt gemacht habe. Dabei hätten „diese Ergebnisse an allen Messpunkten in Aßling gezeigt, dass sämtliche mittlerweile erfolgten technischen Aufrüstungen der beiden bereits bestehenden Funkstandorte eine Erhöhung der Strahlung zur Folge hatten“.

Laut Stellungnahme des Vereins ist damit auch der ausdrückliche Hinweis von Ulrich-Raithel unbeachtet geblieben, „dass der Behördenfunk am Standort Wertstoffhof eine zusätzliche Strahlung zur bereits vorhandenen Mobilfunkstrahlung bedeute“. Und völlig ignoriert worden sei, dass sich in der Nähe des Ortsrands in Richtung Wertstoffhof, Schule und drei Kindergärten befinden, ebenso der neue Spielplatz und künftig auch der geplante Sportplatz.

Die Vorwürfe der Vorsitzenden von „Mobilfunk mit Grenzen“ gipfeln in nur zwei Sätzen: „Ein derart unverhohlener Egoismus von gewählten Bürgervertretern zu Lasten der Aßlinger Bürger macht betroffen. Es liegt an den Bürgern, diese Haltung bei der Kommunalwahl im März 2014 abzustrafen.“

Die Entscheidung über den Standort für die Digitalfunksendeanlage in Aßling war der letzte Akt des Bemühens, diese Technik als Lückenbüßer für den sich sträubenden nördlichen Landkreis Rosenheim und dort insbesondere die Nachbargemeinde Tuntenhausen doch noch abzuwenden beziehungsweise zu minimieren.

Doch hat der Gemeinderat bei Stimmengleichheit den Vorschlag von Bürgermeister Hans Fent (parteilos) abgelehnt, ein letztes Mal über einen alternativen Standort, nämlich am Osterholz, zu verhandeln. Damit wird das vom bayerischen Innenministerium beauftrage Unternehmen „DigiNet“ jetzt die Sendestation für den digitalen Behördenfunk auf dem damit noch höher werdenden Mobilfunkmast am Aßlinger Wertstoffhof montieren lassen können.

Eberhard Rienth

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