Mobilfunk: Runder Tisch kommt

Zorneding - Nur eine vage Hoffnung auf eine Reduzierung der Strahlenbelastung durch Mobilfunk hat der Zornedinger Gemeinderat den besorgten Anwohnern des Ilchinger Weges machen können.

Auf Antrag von Helmut Obermaier (Grüne) soll ein Runder Tisch mit den Mobilfunkbetreibern eingerichtet werden. Seit am gemeindlichen Wertstoffhof eine feste Sendeanlage steht, hat sich nach von den Anwohnern veranlassten Messungen die Strahlenbelastung gegenüber im Jahr 2006 von der Gemeinde ermittelten Werten verzehnfacht.

Dies bestätigte die von der Gemeinde mit neuen Messungen beauftragte Firma zwar nicht. Ihr Vertreter räumte jedoch in der Sitzung des Gemeinderats ein, dass bei relativ unveränderter Gesamtbelastung der Gemeinde am Ilichinger Weg wie zu erwarten eine Steigerung eingetreten sei. Dennoch gibt es in der Gemeinde Gebiete, die eine höhere Belastung als der Ilchinger Weg aufweisen. Ergebnis der aktuellen Messung am Ilchinger Weg war, dass die dortige Strahlenbelastung 0,033 Prozent des Grenzwertes beträgt und damit gleich hoch wie etwa bei der Wohnanlage an der Anzinger-/Blumenstraße ist.

Dass sich wohl so schnell nichts ändern wird, machte Bürgermeister Piet Mayr (CSU) mit Verweis auf die laufenden Verträge für die Sendeeinrichtungen am Wertstoffhof deutlich. Aus denen könne die Gemeinde nicht einfach so aussteigen. Der Gemeinderat nehme die Strahlenbelastung und Sorgen der Anwohner zur Kenntnis, wurde deshalb per Beschluss lediglich festgehalten. Aktiv werden will die Gemeinde dennoch. Sie will alle Mobilfunkbetreiber an einen Runden Tisch bitten, um so deren Aktivitäten aufeinander abzustimmen, möglichst gemeinsame Standorte für künftige Sendeanlagen zu finden und so die Strahlenbelastung der Einwohnerschaft zu reduzieren.

Hierauf hatte Grünen-Gemeinderat Helmut Obermaier bereits nachdrücklich gedrängt, als es beim vorangehenden Tagesordnungspunkt um die umstrittene neue Sendeanlage für den digitalen Behördenfunk ging. Ob ein solcher Runder Tisch zu einem Erfolg führen kann, wurde im Gemeinderat unterschiedlich beurteilt. Etliche Gremiumsmitglieder sehen nämlich nicht, weshalb sich die Mobilfunkbetreiber als wirtschaftliche Konkurrenten überhaupt zusammentun sollten. Genauso scheint ihnen auch wenig realistisch, dass es statt der kleineren Antennen nahe der Wohnbebauung dann weniger, aber dafür höhere Sendemasten etwas abseits der Ortschaft geben würde. Man dürfe nichts unversucht lassen, lautete dennoch der Appell Obermaiers.

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