Mobilfunk: Sieg auf ganzer Linie

Aßling - Aus dem Aßlinger Ortszentrum, nämlich vom Feuerwehrhaus, verschwindet jetzt der letzte Mobilfunkmast. Ende gut, alles gut.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung gab Bürgermeister Hans Fent (parteilos) die fast schon ortshistorisch zu nennende Zäsur bekannt. Demnach haben Mitte März der TÜV Rheinland respektive Vodafone die Gemeinde in Kenntnis gesetzt, dass der Mobilfunkbetreiber auf dem Mast beim Wertstoffhof eine neue Hochfrequenzanlage montieren lassen wird. Im Klartext bedeutet dies laut Fent, dass Vodafone seine Anlage auf dem Feuerwehrhaus abmontiert und zum Mast der Deutschen Funkturm (DFMG) umzieht, einem Teil der Deutschen Telekom Gruppe. Damit findet in Aßling eine im Landkreis bislang einmalige Planung ihren Abschluss.

Als vor fünf Jahren der Mobilfunkbetreiber O2 auf dem Büchsenberg einen Sendemast errichten wollte, regte sich in der Gemeinde mit der Bürgerinitiative „Mobilfunk mit Grenzen“ heftiger Widerstand. Der Gemeinderat stieg daraufhin in eine sogenannte Konzentrationsflächen-Planung ein. Die ist längst abgeschlossen. Seitdem dürfen in der kleinen Gemeinde im Südosten des Landkreises solche Sendeanlagen nur mehr in vier extra ausgewiesenen Konzentrationszonen errichtet werden.

Teil dieser Planung war eben auch, dass am Ende der Sendemast auf dem Feuerwehrhaus neben dem Rathaus abmontiert werden kann, was jetzt offenbar geschieht.

Auf Nachfrage der Gemeinde habe Rechtsanwalt Frank Sommer mitgeteilt, „dass aus seiner Sicht nichts gegen die Mitbenutzung des Mastens am Wertstoffhof, einer der vier Konzentrationszonen, spräche, berichtete der Bürgermeister. Dies sei schließlich auch von Anfang an so gewünscht gewesen. Wie von Sommer angeregt, will sich der Gemeinderat jetzt noch bei Vodafone über den genauen Termin der Demontage des Mastens auf dem Feuerwehrhaus erkundigen.

Ein gesonderter Beschluss zu der Vodafone-Mitteilung wurde in der Sitzung nicht gefasst, sondern die Absicht des Mobilfunkbetreibers lediglich zur Kenntnis genommen. Währenddessen findet auch dieser Tage ein weiterer Streitpunkt seinen Abschluss. Auf einer anderen Konzentrationsfläche, nämlich der im Osterholz, ist längst das Fundament für die Sendeanlage des digitalen Behördenfunks fertiggestellt. Jetzt Anfang April, solle der Mast aufgestellt werden, hatte erst kürzlich Bürgermeister Fent bei der Bürgerversammlung in Steinkirchen mitgeteilt. Die Fertigstellung dieses Bauvorhabens sei für Ende Juni geplant. Um diese Strahlungsquelle hatte es in der Vergangenheit vor allem deshalb Auseinandersetzungen gegeben, weil man sich in Aßling vom Nachbarn Tuntenhausen übervorteilt fühlte. Die Tuntenhausener wollten die Sendeanlage nicht tolerieren.

Von Eberhard Rienth

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