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Das Haus der Mittagsbetreuung in Moosach. Der erste Stock des gemeindeeigenen Hauses ist als Wohnung vermietet. Das soll auch künftig so bleiben.

Es geht um die Hausaufgabenbetreuung

Moosacher Eltern sauer auf Gemeinde

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Eltern, die ihre Kinder in der Moosacher Mittagsbetreuung „Mimo“ untergebracht haben, sind sauer auf Bürgermeister Eugen Gillhuber (CSU) und die meisten Gemeinderäte. So sauer, dass sie am Montagabend die Gemeinderatssitzung besuchten, um ihrem Unmut ein Gesicht zu geben

Moosach – Es geht um die Unterbringung der Hausaufgabenbetreuung im so genannten Brombergerhaus in der Grafinger Straße, oder besser gesagt um die Gefahren, denen die Kinder auf dem Weg dorthin ausgesetzt sind. Sie müssen nämlich eine gefährliche Staatsstraße queren.

Eugen Gillhuber, Bürgermeister von Moosach.

Jetzt hätte es die Möglichkeit gegeben, die Gefahr zu beseitigen. So jedenfalls die Sichtweise der Eltern. Denn im Haus der Mittagsbetreuung in der Münchener Straße wird der erste Stock, der bisher vermietet war, im August frei. Was läge da näher, diesen für die Hausaufgabenbetreuung zu nutzen, die einst als „Übergangslösung“ ins Brombergerhaus verlagert worden war. So sieht es auch Therese Mählen, die die Einrichtung seit 2001 leitet. Man sei rechtzeitig an die Gemeinde herangetreten und habe um die zusätzlichen Räume in dem Haus gebeten. „Es geht um die Sicherheit der Kinder“, sagt Mählen und gibt sich enttäuscht.

Enttäuscht ist sie genauso wie zahlreiche Eltern, weil die Kommune beschlossen hat, die Wohnung im ersten Stock des gemeindeeigenen Hauses erneut zu vermieten – dem Vernehmen nach geht es um jährliche Mieteinnahem von rund 10 000 Euro.

Lars Harbig, Vater dreier Kinder, von denen eines derzeit in der „Mimo“ betreut wird, kann und will das nicht verstehen. Noch mehr stört ihn aber der Ton, „mit dem die Eltern vom Gemeinderat“ abgekanzelt worden seien. „Stammtischniveau wäre noch höflich ausgedrückt“, sagt Harbig.

Bürgermeister Eugen Gillhuber versteht die Angriffe der Eltern nicht. Seit mehreren Wochen sei bekannt gewesen, dass die Wohnung im ersten Stock erneut vermietet werde. „Plötzlich werden die Eltern hellhörig“. Dem Gemeinderat sei seit Jahren bewusst, „dass es für die Betreuerinnen einfacher ist, dass die Hausaufgabenbetreuung der Kinder im gleichen Haus wie die Mittagsbetreuung stattfindet“. Dennoch habe der Gemeinderat mit großer Mehrheit Ende April beschlossen, die Wohnung „aufgrund des krassen Wohnungsmangels“ an eine junge Moosacher Familie zu vermieten.

Das Obergeschoss in der Münchener Straße müsste laut Gillhuber für eine Hausaufgabenbetreuung „enorm“ umgebaut werden, der Brandschutz müsste angepasst werden. Da kämen schnell mal Kosten von 100 000 Euro auf die Gemeinde zu, warnt der Rathauschef. Moosach sei „das Dorf mit dem geringsten Verkehrsaufkommen – gerade in den frühen Nachmittagsstunden“, versucht er die Angst der Eltern um ihre Kinder beim Überqueren der Straße zu relativieren. Das Queren der Straße sei sehr übersichtlich und mittels Querungsstreifen kein großes Verkehrs-Risiko.

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