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Tut doch gar nicht weh: Florian Schmotzer lässt sich von Sabrina Rappold Blut abnehmen.

Über 2000 Menschen lassen sich in Moosach typisieren

Großartiges Zeichen der Hoffnung für leukämiekranken Lucas (18)

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Über 2000 Menschen haben sich am Sonntag in Moosach für den leukämiekranken Moosacher Feuerwehrmann Lucas typisieren lassen. Ein großartiges Zeichen der Hoffnung in der 1500-Seelen-Gemeinde!

Moosach – Über 2000 Menschen wollen Lucas helfen, wollen dem 18-Jährigen Hoffnung geben. Der Andrang ist groß bei der Typisierungsaktion für den jungen Moosacher, der an Leukämie erkrankt ist. Vor der Rudolf-Obermayr-Halle, gegenüber des Pfarrheims, stehen am Sonntag um 11 Uhr zu Beginn der Aktion Wartende in einer langen Schlange in der fast schon frühlingswarmen Sonne. Das ganze Dorf mit rund 1500 Einwohnern schient auf den Beinen zu sein. Gesucht wird ein passender Stammzellenspender, der Lukas möglicherweise das Leben retten könnte.

Es läuft wie ein Uhrwerk

Drinnen in der Halle werden zunächst die Daten der möglichen Spender erfasst, dann wird Blut abgenommen. Über 140 Helfer kümmern sich darum, dass alles funktioniert. „Die ersten zehn Minuten musste es sich einspielen, jetzt läuft es wie ein Uhrwerk“, freut sich Feuerwehr-Kommandant Herbert Weidlich. Die Floriansjünger haben die Aktion zusammen mit der DKMS organisiert. Lucas ist bei der Feuerwehr aktiv, dazu im Kreisjugendring und im örtlichen Jugendtreff.

Gerade hat Tim Glombitza (22) den Test über sich ergehen lassen. Mit einer Nadel gestochen zu werden, ist für ihn nichts Neues. „Ich bin das gewohnt“, erklärt der junge Steinhöringer. Wegen Problemen mit der Schilddrüse muss er alle drei Monate zur Blutabnahme. Früher habe er gar nicht darüber nachgedacht, sich typisieren zu lassen. Aber diesmal habe er die Plakate gesehen. Für ihn sei klar gewesen: „Wenn man helfen kann, muss man helfen.“

Ähnlich sieht dies Florian Schmotzer (40): „Wenn man die Chance hat, Leben zu retten, dann sollte man diese Chance nutzen.“ Wenn es sich wie hier „um einen jungen Kerl handelt“, der auch noch sehr engagiert ist, dann sei die Motivation noch größer. Sich Blut abnehmen zu lassen oder möglicherweise tatsächlich Stammzellen zu spenden, sieht Schmotzer als „kleineres Übel“ im Vergleich dazu, jemandem wirklich helfen zu können. Er habe sich beim Skaten oder beim Snowboardfahren früher sehr viel mehr weh getan. „Da ist das hier gar nichts.“

Im hinteren Teil der Halle, abgetrennt durch eine weiße Faltwand, sitzt Arzthelferin Michaela Hiermeier (30) mit ihren Kolleginnen. Sie kommt aus Wasserburg. Von einer Ebersberger Freundin hat sie von der Aktion erfahren, hat sich spontan als Helferin gemeldet, nimmt an diesem Tag über mehrere Stunden Blut ab. „Es ist doch schön, eine gute Tat zu tun“, meint sie. „Es sind sehr viele junge Menschen da, das ist sehr auffällig. Und die Stimmung ist total gut.“

Feuerwehr als glänzender Organisator der Aktion

Gegen 12 Uhr, eine Stunde nach Beginn der Aktion, wird es etwas ruhiger in der Halle. Helfer Jakob Greithanner (28) kann ein bisschen Pause machen. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Ebersberger Kreisjugendrings. Greithanner hatte am Morgen zunächst eine Einführung erhalten. Seitdem kümmert er sich mit vielen anderen um die Registrierung der potentiellen Spender, prüft die grundsätzliche Eignung, erklärt wie der Test abläuft, beantwortet Fragen. Wenn etwas unklar ist, hebt er eine rote Karte. Dann kommen die Experten von DKMS. Warum er hier mithilft? „Lucas war bei uns im Kreisjugendring im Vorstand. Wir haben mitbekommen, dass es ihm schlechter ging.“ Beim KJR habe man auch darüber nachgedacht, selbst eine Typisierungsaktion durchzuziehen. „Aber dazu fehlt uns die Manpower.“ Die Moosacher Feuerwehr mache das aber „total super“. Man können Lucas jetzt nur wünschen, „dass ein Spender gefunden wird“.

Am Ausgang hat die Feuerwehr Tische und Bänke aufgestellt. An der Theke können sich Besucher stärken. Von Metzgereien, Bäckereien und Brauereien kamen Sachspenden. Auch Kuchen wurden extra für diesen Tag gebacken. Der Erlös aus dem Verkauf dient zur Finanzierung der Aktion. Auch an einer durchsichtigen Box kann Geld eingeworfen werden. Die Registrierungskosten jedes Stammzellspenders belaufen sich laut DKMS auf 40 Euro.

Derweil ist die Feuerwehr vor der Halle dabei, weiter den Verkehr zu regeln. An den Ortsrändern von Moosach wurden zusätzliche Parkplätze eingerichtet und ein Shuttle-Service organisiert. Alles funktioniert. Lucas, der im Krankenhaus liegt, hätte sicher seine Freude dran. Er wird bald ein Brot bekommen, das an diesem Sonntag im Gottesdienst gesegnet wurde, wie Bürgermeister Eugen Gillhuber erzählt. Er ist einer der Schirmherren der Aktion und überwältigt von der Hilfsbereitschaft im Ort und darüber hinaus.

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