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Die Montessori-Schule in Niederseeon ist seit fast 25 Jahren in der ehemaligen Villa Wedelstaedt in Niederseeon untergebracht.

Haus wird verkauft

Montessori-Schule Niederseeon droht das Ende

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Zum 25-Jährigen Jubiläum, das am 21. Juli gefeiert werden soll, hat die Montessori-Schule Niederseeon die größte Prüfung zu bestehen, die sie je bewältigen musste. Es geht schlicht um den Fortbestand.

Angelika Oedingen Schulleiterin: „Bereitet uns großes Kopfzerbrechen.“

Niederseeon – Der Eigentümer des Geländes will die Immobilie, in der die Montessori-Schule untergebracht ist, verkaufen. Er hat auch einen Preis genannt. Für drei Millionen Euro soll der Komplex den Besitzer wechseln. Viel Geld für die Elterngemeinschaft, die ein großes Interesse hat, die Schule weiter zu betreiben. „Wir haben ein Expertenteam mit finanziellem Know-how gegründet“, berichtet Geschäftsführerin Birgit Meyer. Es gehe darum, auszuloten, ob der Verein Montessori-Schule Niederseeon den Kauf des Areals selbst stemmen könne. In Frage käme auch ein Investor, „der der Schule zugetan ist. Die Frage ist, ob sich so jemand findet.“ Und Schulleiterin Angelika Oedingen fügt hinzu: „Das bereitet uns großes Kopfzerbrechen.“ Die Eltern seien verunsichert.

Der Verein hat begonnen, Geld zu sammeln. Unter anderem über die Internetplattform „betterplace.org“ (siehe QR-Code unten rechts) soll ein Teilbetrag zusammenkommen. Der Plan darüber hinaus: Eltern, Ehemalige, Mitarbeiter, Staat, Firmen, Stiftungen und Externe sollen zusammen eine Million Euro aufbringen. Das ist ambitioniert, vor allen Dingen, weil die Zeit drängt. Der Eigentümer will bis zum Juni eine Entscheidung vom Verein. Momentan fehlen noch 500 000 Euro. „Wir waren offen für alle Konstellationen, aber es sind leider keine großen Beträge zusammengekommen“, bedauert Meyer. Die Verantwortlichen haben Klinken geputzt. Bei Firmen, Gemeinden und Behörden. „Wir haben alle Möglichkeiten der Unterstützung ausgelotet.“

Die Schule ist erfolgreich und ihr Angebot stark nachgefragt. Momentan besuchen sie 228 Kinder. Es gibt Wartelisten für Neuaufnahmen. Viele Eltern schätzen das Konzept und auch den pädagogischen Aufwand, der in Niederseeon betrieben wird. Pro zwölf Schüler steht eine pädagogische Kraft zur Verfügung. Das Schulgelände darf ohne Übertreibung als Idylle bezeichnet werden, die Kinder genießen die Natur in dem weitläufigen Areal, das ihnen alle Möglichkeiten bietet. „Viele Ehemaligen kommen hier gerne zurück“, berichtet Oedingen davon, dass Schüler von einst oft über Jahre den Kontakt zur Schule halten, weil sie damit schöne Erinnerungen verbinden.

Sollte es der Verein tatsächlich schaffen, das Gelände zu erwerben, ist es mit dem Kaufpreis von drei Millionen Euro noch nicht getan. Hinzu kommen nämlich geschätzte 400 000 Euro Sanierungskosten und 200 000 Euro für die Abwicklung des Kaufs. „Die Gebäude stammen aus dem Jahr 1910. Da muss dringend was gemacht werden“, sagt Geschäftsführerin Birgit Meyer. Unter anderem seien die Keller teilweise feucht.

Die finanziellen Möglichkeiten der Eltern sind in vielen Fällen weitgehend ausgeschöpft, besonders dann, wenn mehrere ihrer Kinder die Schule besuchen und das Schulgeld dafür bezahlt werden muss. Außerdem werden die Eltern auch bei Renovierungsarbeiten herangezogen.

Am 7. Mai ist eine Vereinsvollversammlung angesetzt. Dann soll eine Entscheidung fallen. Der Pachtvertrag läuft noch bis Oktober 2022. Sollte die Schule dann das Gelände verlassen müssen, kommt das dicke Ende zum Schluss. Die Schulhäuser müssten rückgebaut werden. Kostenpunkt 300 000 Euro. 

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