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Wer regiert Moosach in den nächsten Jahren: Es gibt drei Bewerber für das Bürgermeisteramt. 

Kommunalwahl

Moosach: Das Dorf der Frauen

So viele Frauen wie verhältnismäßig in keinem anderen Ort des Landkreises Ebersberg bewerben sich in Moosach um einen Sitz im Gemeinderat.

Moosach – Drei Bürgermeisterkandidaten buhlen in Moosach um die Gunst der Wähler. Ein Blick auf die Geschlechterverteilung auf den drei Wahllisten für den Gemeinderat zeigt einen gewaltigen Frauenüberhang. In diesem Ort kandidieren 26 Männer und 46 Frauen für einen Sitz im Gremium.

CSU: Eisenschmid

Die neue Listenverbindung „CSU & Moosacher Bürger“ geht mit elf Frauen und 13 Männern ins Rennen. Doch im Grunde ist diese Verbindung nicht das, was CSU-Chef Michael Eisenschmid (39) wirklich wollte. Denn ursprünglich strebte Eisenschmid eine Liste aus allen bestehenden Parteien und Wählergruppen in Moosach an und schlug unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor, es künftig nach Bairer Modell mit einer Einheitsliste zu versuchen. Treibende Kraft war der Wunsch: Friede und Ruhe im Vorfeld der Kommunalwahl – nach dem üblen, fast kriegerischen Kampf-Wahl 2014. Nachteil: wesentlich weniger Auswahl an Kandidaten für die Wähler. So lehnten die anderen Gruppierungen den Vorschlag der CSU ab.

Anschließend holte sich Eisenschmid Unterstützung quer durch das Dorf und sammelte mögliche Interessenten für eine neue Liste: „CSU & Moosacher Bürger“, was ihm gelang. Ihr Ziel: das Dorfleben fördern und dem Gemeinwohl durch ehrenamtliche Tätigkeit dienen. Bürgermeisterkandidat dieser Liste ist Michael Eisenschmid. Der 39-Jährige ist verheiratet, hat zwei Kinder, ist Bankkaufmann, Versicherungsfachmann und Gemeinderat seit 2008. Sein Motto: „Ideen einbringen, Kräfte vereinen, gemeinsam wirken – alle zusammen.“

UWG/AMB: Probul

Die Unparteiische Wählergemeinschaft (UWG) und die Alternative Moosacher Bürgergemeinschaft (AMB) treten als Listengemeinschaft mit 24 Kandidaten, darunter elf Frauen an. Wichtig ist beiden Listen trotz gemeinsamen Zusammenwirkens die Individualität der einzelnen Kandidaten. Ziele unter anderem: vorrangig jungen Familien ein Zuhause in Moosach zu ermöglichen, besonders für einheimische Gewerbetreibende die Möglichkeit schaffen, weiter in Moosach ihren Betrieb führen zu können und weitere Betriebsgründungen zu ermöglichen, weiterer Ausbau der lokalen nachhaltigen Energieerzeugung, um unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu werden. Auf Listenplatz eins kandidiert Kirsten Joas (48), sie ist Försterin, verheiratet, hat zwei Kinder. Zum Bürgermeisterkandidaten kürte die Listengemeinschaft Norbert Probul (52). Probul ist parteifrei, verheiratet, hat sechs Kinder, seit zwölf Jahren ist er UWG-Gemeinderat in Moosach. Beruflich wirkt der gelernte Landschaftsgärtner als Sachbearbeiter am Ebersberger Landratsamt im Bereich Naturschutz und Landschaftspflege und als selbständiger Landschaftsgärtner.

Frauen für Moosach: Hinterwaldner

Seit der Verein „Frauen für Moosach“ gegründet wurde, aus dem die Liste Frauen für Moosach für den Gemeinderat entstand, erhöhte sich der Frauenanteil im Gemeinderat quer durch Parteien und Listen von null auf 25 Prozent. Davon haben die Frauen für Moosach derzeit zwei Sitze inne. Ihr wichtiges Ziel: den Anteil der Gemeinderätinnen auf mindestens 50 Prozent erhöhen. Die Frauen für Moosach ziehen mit 24 Kandidatinnen in die Gemeinderatswahl. Auf Platz eins der Gemeinderatsliste aus kandidiert Andrea Hinterwaldner (49), die für die Frauen auch als Bürgermeisterkandidatin in den Wahlkampf zieht. Andrea Hinterwaldner ist verheiratet, hat zwei Kinder. Sie ist gelernte Buchhändlerin.

Service

Die Bürgermeisterkandidaten aller Gemeinden aus dem Landkreis Ebersberg, haben wir für Sie in unserem Überblicksartikel zu den Kommunalwahlen 2020 aufgelistet. Zudem können Sie sich in unserem Artikel zu den Landratswahlen über die dort antretenden Kandidaten informieren. Alle weiteren Hintergrundberichte finden sie auch auf unserer Themenseite zu den Kommunalwahlen 2020 im Landkreis Ebersberg.

Susann Niedermaier

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