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Um diesen Spielplatz geht es: Die Gemeinde will das Grundstück Bahnhofstraße/Ecke Doblbachstraße verkaufen, um an Geld zu kommen. Die „Frauen für Moosach“ halten das nicht für eine gute Idee. 

Gemeinde will an Geld kommen

Moosacher Frauen wehren sich gegen Spielplatzverkauf

Moosach steht hoch in der Kreide.  Sie kreiert Rettungsvorschläge  in Folge. Jüngste Idee: 2020 soll der Spielplatz verkauft werden. Doch es regt sich Widerstand.

Moosach – Die „Frauen für Moosach“ legen sich quer. Sie stimmten Anfang April im Gemeinderat den Finanzplänen (2018-2022) nicht zu. Begründung: der Haushaltsplan für 2020 beinhalte bereits den Verkauf des Spielplatzes als Einnahme.

Eine erste Maßnahme zur Sanierung der Moosacher Finanzen hatte noch einheitlich die Zustimmung aller Räte gefunden: Anfang des Jahres erhöhte Moosach sowohl Gewerbesteuer, als auch die Grundsteuern A und B (wir berichteten). Anfang April stimmte das Gremium – mit Genehmigung des Finanzplanes für die Jahre 2018 -2022 – automatisch auch dem darin enthaltenen Vorhaben „Spielplatzverkauf 2020“ zu.

Schreiben an den Bürgermeister

Irmgard Bumeder und Andrea Hinterwaldner, die für die „Frauen für Moosach“ im Gemeinderat sitzen, weigerten sich, das Vorhaben mitzutragen und stimmten gegen die Finanzplanung. In einem Schreiben an Bürgermeister Eugen Gillhuber und alle Ratskollegen begründen die Moosacher Frauen ihre Entscheidung genauer. Das Schreiben liegt der Ebersberger Zeitung vor.

„Zentrale Gemeindegrundstücke, die dem Allgemeinwohl dienen oder dienen können, müssen auch für die nachfolgenden Generationen in Gemeindebesitz bleiben und dürfen nicht veräußert werden. Grundstücke werden nicht mehr günstiger und die kommunalen Aufgaben wachsen, wie schon jetzt bei der notwendigen Feuerwehrerweiterung oder dem Kindergartenneubau klar festzustellen ist“, heißt es in dem Brief.

Kein adäquater Ersatz in Sicht

Weiter kritisieren die „Frauen für Moosach“, dass der Verkauf des bestehenden Spielplatzgrundstückes hingenommen werde, ohne einen adäquaten Spielplatz zur Verfügung zu stellen. „Wir halten das für den neuen Spielplatz vorgesehene gemeindliche Grundstück an der Bahnhofstraße (am Alten Bahnhof) für ungeeignet, sowohl von Lage und Größe her, als auch von der Form.“ Dazu verweisen die Frauen auf eine schriftliche Empfehlung für Kommunen, die Orientierungswerte für verantwortungsbewusstes Handeln im Sinne des Allgemeinwohles gibt.

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„Die vorgesehene Lage an der Bahnhofstraße ist nicht zentral, schon bis zur Ortsmitte ist es weiter als 400 Meter, damit wären weitere Spielplätze nötig. Der bestehende Moosacher Spielplatz ist rund 1200 Quadratmeter groß, die neue Fläche an der Bahnhofstraße – bis zur Einfahrt ins neue Sackmannhaus – weist nur etwa 850 Quadratmeter auf“, bemängeln die Frauen. „Spielplätze sind wichtige Kommunikationsorte, sie brauchen Aufenthaltsqualität und müssen erreichbar sein“, schließen sie ihr Schreiben ab.

Susann Niedermaier

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