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So könnte das neue Kinderhaus in der Gemeinde Moosach aussehen, wenn die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Ebersberg mitspielt. 

Jetzt muss die Naturschutzbehörde entscheiden

Neues Kinderhaus in Moosach: Feldgehölz bereitet Kopfzerbrechen

Das Thema ist wichtig, die Zeit drängt. Daher setzte Bürgermeister Eugen Gillhuber (CSU) eine Sondersitzung des Moosacher Gemeinderats an: Es ging um den Neubau der Moosacher Kindertagesstätte.

Moosach – Das Thema ist wichtig, die Zeit drängt. Eine Fülle an Fragen steht im Raum, der Diskussionsbedarf ist groß. Daher setzte Bürgermeister Eugen Gillhuber (CSU) eine Sondersitzung des Moosacher Gemeinderats an mit dem einzigen Tagesordnungspunkt: die detaillierte Planung zum Neubau der Moosacher Kindertagesstätte.

Im Laufe des Abends bereitete ein schützenswertes Feldgehölz Gemeinderäten, Planern und Bürgermeister Kopfzerbrechen. Ob es zu einer endgültigen Lösung kommt und der Kindergarten wie geplant gebaut werden kann, hängt von der Entscheidung der Unteren Naturschutzbehörde ab.

Millionenprojekt

Bei diesem Millionenprojekt Projekt – es stellt Moosach vor eine gewaltige finanzielle Herausforderung – war von Beginn an Eile geboten, denn: Die Gemeinde braucht das neue Kinderhaus dringend, da die Verträge zur Nutzung des alten Kindergartens im Ortsteil Altenburg (BRK Kinderhaus) auslaufen. Geplant ist das neue Kinderhaus auf einem gemeindeeigenen Grundstück an der Bahnhofstraße mit Kindergarten, Kindertagesstätte und Krippe. Zudem will die Gemeinde einen Teil der Fläche für Wohnbebauung nutzen, der Verkauf der Wohnungen soll den Bau des Kinderhauses refinanzieren, der Flächennutzungsplan ist dazu bereits geändert (wir berichteten).

Fördertopf angezapft

Moosach wollte im Frühsommer schnell noch einen staatlichen Fördermitteltopf anzapfen – letzte Möglichkeit die Unterlagen abzugeben war Ende August. Noch im Juli dieses Jahres stellte Planer de la Ossa dem Moosacher Gemeinderat eine erste Planung vor, die ein höchster Eile und auf den letzten Drücker am 31. August zusammen mit dem Antrag auf Förderung persönlich von Bürgermeister Gillhuber bei der Regierung eingereicht worden war.

Beengte Platzverhältnisse

Architekt de la Ossa bezeichnete während der Sondersitzung den ersten Plan seines Büros als „durch Zeitdruck im Schnellschuss entstanden“ und stellte zusammen mit Architektin Mira Sieber eine zweite, detaillierte Planung vor. „Die Flächen sind knapp, es gab wenig Luft für diese Planung zu einem dreistöckigen Gebäude mit Kindergarten, Krippengruppen und Wohnbebauung. Es ist wegen der knappen Fläche ein dicht bestücktes Bauwerk, der Platz ist eng, es knirscht an allen Ecken und Enden, wir haben kaum Spielraum“, so der Planer. Hintergrund: im Norden schränkt die Grundstücksgrenze das Vorhaben ein, im Süden ist ein größerer Teil der Fläche mit Büschen und Sträuchern bewachsen, die im Rahmen des kommenden Bauverfahrens von der Unteren Naturschutzbehörde als schützenswertes Feldgehölz eingestuft werden könnten. Tritt der Fall ein, könnten Verwaltung und Planer die Aufgabe nicht lösen, dem Kinderhaus eine vorgeschriebene große Frei- und Spielfläche anzugliedern.

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Letztendlich einigten sich Bürgermeister, Räte, Architekt de la Ossa und die mitbeteiligten Planer Hans Baumann (Flächennutzungsplan, Bauplanverfahren) und Landschaftsplanerin Regine Müller (Außenanlagen) darauf, in einem Gespräch in Ebersberg gemeinsam der Naturschutzbehörde die aktuelle Planung vorzulegen. Akzeptiert die Behörde die Planung, kann das Verfahren starten. Falls nein, geht das Prozedere von vorne los: die Gemeinde Moosach müsste dann komplett neu planen.

Susann Niedermaier

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