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Zweites Windrad im Landkreis: Planung „in den letzten Zügen“ - Planer verrät Details

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Von: Josef Ametsbichler

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Hans Zäuner vor dem Windrad in Hamberg. Jetzt geht es um ein weiteres.
Hans Zäuner vor dem Windrad in Hamberg. Jetzt geht es um ein weiteres. © Privat

Hans Zäuner hat schon einmal eine Windkraftanlage geplant und gebaut. Bald dürfte die zweite folgen. Die Kommunalpolitik signalisiert Zustimmung.

Moosach/Bruck – Immer wieder kommen Menschen auf Hans Zäuner zu, die sagen: „Wir wollen auch so etwas haben.“ Gemeint ist damit eine Windkraftanlage, wie sie der Hüttelkofener in seiner Heimatgemeinde Bruck in Hamberg bereits realisiert hat – nun dürfte zum bisher einzigen Windrad im Landkreis Ebersberg ein zweites hinzu kommmen, gar nicht so weit weg. Und wieder ist es Hans Zäuner, der mit seinem Geschäftspartner Werner Stinauer den Bau vorantreibt.

Windrad zwischen Moosach und Bruck wird knapp 230 Meter hoch

Den Gemeinderat von Moosach haben die Eckdaten nun einstimmig passiert: 160 Meter Nabenhöhe und 229,13 Meter Gesamthöhe sind dem Sitzungsprotokoll zu entnehmen. In der Nachbargemeinde Bruck dürfte die Abstimmung kommende Woche ähnlich laufen. Deren Terrain würden die Flügel der Anlage zwischen Fürmoosen (Moosach) und Taglaching (Bruck), hart an der Gemeindegrenze, überstreichen.

Neben der „Windenergie Osterkling Verwaltungs GmbH“ für Hamberg ist Hans Zäuner nun also Geschäftsführer der „Windkraft Hirtenholz GmbH & Co. KG für den Bau bei Fürmoosen. „Wenn man wartet, bis es Andere machen, passiert nie was“, sagt er. Die Gutachter-Kosten hätten er und Stinauer vorgestreckt – auf eigenes Risiko. „Ich bin zuversichtlich, dass das was wird“, sagt er über sein aktuelles Projekt, dessen Rotor sich spätestens 2024 drehen soll.

Betriebsstart spätestens 2024

Es gebe vereinzelt Kritik daran, doch diese Stimmen werde es immer geben. Der Rückhalt aus den beiden Gemeinden sei „absolut gut“. Zudem stehe ja im Raum, dass der Freistaat bald von der 10-H-Regel abrücke und damit das Aufstellen eines Windrads näher an Wohnbebauung einfacher werden könnte. „Ich traue da der Politik nicht so“, erklärt Zäuner, weshalb er trotzdem den komplizierten kommunalpolitischen Weg über Flächennutzungs- und Bebauungspläne geht.

Windkraftanlage zwischen Fürmoosen und Taglaching: „100 Prozent Bürgersache“

Ob der Windkraft-Pionier auch Mitinvestor der Anlage wird, stehe noch nicht fest, sagt er. Auch wenn er dafür zu haben sei: Die Entscheidung, in welchem Umkreis man Beteiligungen einsammeln wolle und wer im Betrieb die Geschäftsführung stelle, liege bei den direkten Anliegern in Fürmoosen und Taglaching. „100 Prozent Bürger-Sache“, sagt Zäuner über das voraussichtlich zweite Windrad im Landkreis. Ein großer Teil der jeweiligen Ortschaften habe Interesse signalisiert, mitzumachen.

Was die Gutachten angehe, sei die Planung „in den letzten Zügen“, noch ausstehende Prüfungen zu Schall und Schatten sowie Artenschutzrecht stünden vor dem Abschluss, Boden- und Ertragsgutachten lägen etwa bereits vor. Auch der Anlagentyp stehe fest, der Kaufvertrag sei aber noch nicht unterschrieben – es fehle noch die endgültige Kosten- und Renditekalkulation, sagt Zäuner.

Die Baukosten steigen - der Strompreis auch

Zu rechnen sei aber damit, dass die Anteilseigner von geschätzten sechs Millionen Euro Baukosten den weitaus geringeren Teil als Eigenkapital aufbringen müssten, so Zäuner. Ein hoher Kredit-Anteil sei angesichts immer noch niedriger Zinsen rentierlicher. „Das Ziel ist, dass sich das eingesetzte Eigenkapital binnen 20 Jahren verdoppelt“, sagt der Windkraft-Geschäftsführer. Das entspräche etwa einer Jahresverzinsung von 3,5 Prozent. Steigende Strompreise machten die steigenden Investitionskosten wett. Laufen könne die Anlage hoffentlich anschließend noch länger, etwa 30 Jahre und mehr.

Hans Zäuner ist mittlerweile ein gefragter Ansprechpartner für potenzielle private Windkraft-Investoren in der ganzen Region. „Der kennt sich aus“, sagt etwa Brucks Bürgermeister Josef Schwäbl der für seinen Nachbarn in Moosach, Michael Eisenschmid (beide CSU) spricht, wenn er über das Fürmoosener Windrad sagt: „Wir sind uns einig, dass wir das nicht verhindern wollen. Dass wir dafür sind.

Windrad von Hamberg - Betreiber sagt: „Sind zufrieden, mehr könnte es immer sein“

Zäuner trommelt engagiert für seine Sache, die Windkraft: „Ich bin nach wie vor begeistert!“ Auch wenn 2021 mit 80 Prozent des Zehn-Jahres-Durchschnitts kein gutes Windjahr für Hamberg gewesen sei. „Es kommen auch wieder 110 Prozent“, sagt er. „Wir sind zufrieden – mehr könnte es natürlich immer sein.“

Es dürfte nicht das letzte entsprechende Vorhaben im südlichen Landkreis gewesen sein, das ist von mehreren Seiten zu hören. So ist neben einem Standort bei Traxl östlich von Ebersberg auch einer in der Gemeinde Glonn im Gespräch.

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