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Moosacher Wahlhelfer am Sonntagabend beim Auszählen der Stimmen.

Bürgerentscheid

Moosacher stimmen für zentrale Asylbewerberunterkunft

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Moosach - Die Moosacher haben entschieden: Das Mikrohausmodell der Initiative Sackmannhaus unterlag beim Bürgerentscheid mit knapp 47 Prozent der Stimmen. Damit ist der Weg frei für den Bau einer zentralen Asylbewerberunterkunft für etwa 50 Personen. Die Wahlbeteiligung lag bei 64 Prozent.

Während 2. Bürgermeister und Hauptprotagonist der zentralen Unterkunft, Willi Mirus, strahlte, war die Reaktion von Bürgermeister Eugen Gillhuber (CSU) verhalten. „Der Gemeineratsbeschluss wird umgesetzt“, meinte er knapp, und machte keinen Hehl daraus, dass ihm eine dezentrale Unterbringung von Asylbewerber in seiner Gemeinde lieber gewesen wäre.

Als gute Verliererin erwies sich Sakurako Katayama von der unterlegenen Bürgerinitiative. „Das ist Basisdemokratie“ sagte sie nach Bekanntgabe der Ergebnisse. „Wir haben einiges bewegt“, meinte sie und verwies auf die Wahlbeteiligung. „Wir haben noch einmal eine Diskussion hergestellt“, wenn auch nicht mit dem gewünschten Ergebnis.

Als strahlender Sieger durfte sich ABM-Gemeinderat Mirus fühlen. „Das ist ein schönes Ergebnis. Wir haben uns auch sehr viel Arbeit gemacht“, schnaufte er erst einmal durch. Es sei dem Ratsgemium gelungen, den Bürgern die Argumente pro zentrale Asylbewerberunterkunft nahe zu bringen.

Bekanntlich hat der Gemeinderat vor, aus dem Gebäude später eine Kindertagesstätte zu machen. Eine Perspektive, der die Moosacher etwas abgewinnen konnten. Sie stimmten damit gegen die dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern in kleinen Wohnhäusern, wie sie die Bürgerinitiative Sackmannhaus wollte.

Mirus bedankte sich bei den Moosachern dafür, dass sie jetzt die Weichen gestellt haben für eine Planung, die einem doppelten Zweck dienen wird. Zuerst wird das Unterbringungsproblem der Asylbewerber gelöst, später werden hier einmal Kinder spielen – egal welcher Hautfarbe.

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