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Der Rundgang durch Moosachs Nahwärmewerk interessierte viele Bürger. 

Viele Bürger beim Tag der offenen Türe

Feuer brennt für Nahwärme

„Wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“ Diesen Satz hatte Klimaschutzmanager Hans Gröbmayr in den Moosacher Eventstadel mitgebracht.

Moosach – Zur Feier anlässlich der Einweihung des Heizwerkes kam Gröbmayr am Freitag direkt aus München von der Schülerdemo „fridays for future“ nach Moosach. Teilgenommen an der Demonstration hatte der 66-Jährige in Verantwortung für seine Nachkommen. Wie er den Gästen sagte, wird er im Sommer Großvater.

Leuchtturmprojekt

Moosach hat sich in Sachen Umweltschutz bereits angestrengt. Als Leuchtturmprojekt bezeichnete Landrat Robert Niedergesäß die Moosacher Nahwärme während des Festaktes, zu dem Politikprominenz, Projektbeteiligte und zahlreich geladene Ehrengäste sich trafen. Im Anschluss gab es Gelegenheit, das Heizwerk zu besichtigen.

Kapazität für 150 Anschlüsse

Klimaschutzmanager Hans Gröbmayr schaut in den Ofen.

Bereits 2009 war im Ort die Idee entstanden, dem Leitgedanken des Landkreises folgend auch Moosach bis 2030 frei von fossiler Energie zu halten. 25 Häuser der 70 anschlusswilligen Haushalte sind laut Baubeauftragtem Willi Mirus derzeit an die Nahwärmeleitungen angeschlossen, der Rest erfolgt in den kommenden Wochen nach und nach (wir berichteten). Die Kapazität des Heizwerkes reicht für 150 Anschlüsse, war während der Besichtigung zu hören – die momentane Reichweite der Leitungen reicht hingegen nur für 120 Anschlüsse – kann bei Bedarf aber erweitert werden. 

90 Grad heißes Wasser

Durch die Nahwärmeleitungen fließt bis zu 90 Grad heißes Wasser, das in den Häusern Heizkörper und Fußbodenheizungen erwärmt. Erhitzt wird das Wasser im Heizwerk an der Grafinger Straße, dort brennt das Feuer in einem kleineren und zwei riesigen Öfen. Beheizt werden die Öfen mit Hackschnitzel. Das Besondere am Moosacher Nahwärmenetz ist aber die Solarthermie-Anlage auf 1000 Quadratmetern Fläche. Die Anlage baute die Naturstrom AG als erste innovative Nahwärmeversorgung dieser Art in Südbayern – in engem Verbund mit dem Klimaschutzmanager des Landkreises Hans Gröbmayr und der Gemeinde Moosach. 

„Was Willi Mirus geleistet hat in der gesamten Bauphase, das lässt sich nicht mehr in Stunden messen, das ist schier unglaublich“ sagte Gröbmayr zum Einsatz von Moosachs zweitem Bürgermeister. 

Ursprünglich war ein früherer Einstieg in die Nahwärmeversorgung geplant, er verschob sich aber.

SUSANN NIEDERMAIER

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