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Im idyllischen Moosach steht am Sonntag die Stichwahl ums Bürgermeisteramt an.

Wer wird Bürgermeister

Moosach: Wahlkampf im Krisenmodus

Michael Eisenschmid (CSU) oder Norbert Probul (UWG)? Der Wahlkampf um den Bürgermeisterposten in der Gemeinde Moosach ruht. Aus ganz verschiedenen Gründen.

Moosach– Leise ist es geworden, das öffentliche Leben. Auch auf Moosach liegen Ausgangsbeschränkungen, die Gesellschaft hält inne. Menschen verzichten auf Kontakt, meiden Berührung und Nähe. Um einem winzigen und dennoch so mächtigen Eindringling Zeit abzuringen. Zeit, die andere Menschen weiter atmen und leben lässt. Zugleich laufen wie im Landkreis und bayernweit letzte Vorbereitungen zur Stichwahl. Doch in Moosach ist der Wahlkampf zum Stillstand gekommen.

UWG-Kandidat ist im Krisenteam eingespannt

Norbert Probul (52), UWG-Gemeinderat seit zwölf Jahren und Bürgermeisterkandidat der Listenvereinigung AMB und UWG in Moosach, schenkt dem Wahlkampf zur Stichwahl am kommenden Sonntag derzeit wenig Aufmerksamkeit. Nicht, weil er kein Interesse am Amt hätte. Sondern weil die momentane Situation, die das Leben jedes Menschen im Landkreis innerhalb weniger Tage veränderte, Probul einen völlig anderen Tagesplan diktiert. Der Vater von sechs erwachsenen Kindern ist Mitarbeiter der Ebersberger Landkreisbehörde, als Vertreter des Personalrates der Belegschaft des Landratsamtes sitzt er im Krisenteam Corona und in der Führungsgruppe Katastrophenschutz. Dort ist er mit anderen derzeit rund um die Uhr fürs Bürgertelefon zuständig, einen normalen Arbeitstag mit geregelten Stunden oder freie Zeit am Wochenende gibt es im Augenblick nicht mehr.

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„Die Menschen, die aus dem Landkreis anrufen, reagieren am Telefon unterschiedlich, gesamt erfreulich ruhig und diszipliniert“, berichtet Probul. „Moosach macht da keine Ausnahme, die Stimmung im täglichen Leben ist derzeit sehr ruhig, die Leute sind eher gelassen“, berichtet er aus seinem Heimatort. Doch man merke auch hier: Das Gewahrsein der augenblicklichen Situation liegt über dem ganzen Ort. Einzige Aktion, die Probul mit der Liste AWG/UWG zur Stichwahl unternahm, war: „Wir stellten unseren Flyer auf unsere Facebook-Seite, das hätten wir auch ohne Corona gemacht.“ An die Moosacher hat Probul zwei Anliegen: „Bitte beteiligen Sie sich an der Briefwahl zur Stichwahl – und bleiben Sie gesund!“

CSU-Mann Eisenschmid arbeitet im Homeoffice

Bürgermeisterkandidat Michael Eisenschmid (39, aufgestellt von CSU & Moosacher Bürger) sitzt beim Anruf der Ebersberger Zeitung im Homeoffice, Eisenschmid ist Bank- und Versicherungskaufmann, Vater von zwei Kindern und Gemeinderat seit 2008. Wahlkampf macht auch Eisenschmid momentan nicht. Doch letzte Woche gab es einen Wurfzettel der CSU. „Das war ein Hinweis auf die Stichwahl, der wurde in die Briefkästen verteilt, zudem ist auf unserer Webseite eine Videobotschaft an die Bürger abrufbar, die gibt es auch über die sozialen Medien“, sagt Eisenschmid. „Die Moosacher halten sich gut an die Regeln, sie haben es verstanden, es wird alles gut umgesetzt, jeder weiß – was dranhängt.“

Auch Eisenschmid hat einen Aufruf an die Menschen in Moosach: „Wählen Sie bitte trotz Corona, machen Sie bei der Briefwahl mit – und bleiben Sie gesund!“ Gefühle von Angst oder gar Panik in dieser ungewöhnlichen Situation zeigten weder Eisenschmid noch Probul. Eisenschmid empfindet Respekt und zugleich Optimismus: „Wir lassen uns nicht unterkriegen“. Probul sagt: „Ich kann gut mit der Situation umgehen und kann es gut einordnen.“

Susann Niedermaier

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