+
Endlich geschafft: Links hinten Gemeinderätin Andrea Hinterwaldner, Moosacher Grundschüler und Kinder der MiMo sowie rechts Bürgermeister Eugen Gillhuber. 

Moosacher Frauen freuen sich: Endlich mehr Sicherheit für Schulkinder im Ort

Der lange Weg zu Tempo 30 - dann geht es plötzlich schnell

Großer Tusch, trara – drei weitere Zone-30-Schilder sind da: Große Freude beim Verein „Frauen für Moosach“, der sich für die Dreißiger-Schilder mächtig ins Zeug legte.

Moosach – Die Moosacher Frauen freuen sich, weil der Weg, den allen voran die Gemeinderätinnen Andrea Hinterwaldner und Irmgard Bumeder sowie die 1. Vorsitzende des Vereins, Regine Müller, für ihre Idee gingen, unglaublich lang und streckenweise sehr anstrengend war. 

Die Bemühungen beginnen im Jahr 2012, da hatten Eltern der Moosacher Grundschüler eine Unterschriftenaktion initiiert, die jedoch zu keiner Neuregelung führte. Um zur Moosacher Grundschule sowie zur Mittagsbetreuung zu gelangen, müssen viele Kinder täglich mehrfach die Straßen queren. Dies stuften die Eltern und die Moosacher Frauen als sehr gefährlich ein. Denn mitten im Ort trifft die Kreisstraße EBE 12 auf die Staatsstraße 2351. Dort galt Tempo 50 – auch an der Grundschule und der Schulbushaltestelle.

Ein Zebrastreifen war nicht realisierbar

Nächster Ansatz: ein Zebrastreifen, den sich die Frauen für Moosach wünschten, der aber nicht realisierbar war. Dann im Januar 2017 ein Antrag der Frauen an den Gemeinderat, darin schrieben die Moosacher Frauen: „Unsere Kinder sind gefährdet“. Sie forderten die Ausweisung von Tempo-30-Zonen auf Teilstrecken der Glonner Straße, der Grafinger Straße, der Doblbach-Straße – jeweils im Umfeld der Grundschule und der Bushaltestelle. Langes Warten – nichts geschah. Den Frauen war zwar klar, dass sie für ihr Anliegen nicht eine sofortige Antwort erwarten konnten, da solche Themen der Abstimmung mit Fachbehörden bedürfen. Doch sie wünschten sich zumindest eine öffentliche Diskussion des Themas und wollten die Meinung ihrer Kollegen im Gremium dazu hören. Es geschah weiter nichts. 

Lange nicht auf der Tagesordnung

Monatelang kam der Antrag der Frauen im Gemeinderat nicht auf die Tagesordnung. Mitte Mai 2017 klopften die Frauen mit ihrem Wunsch nochmals bei der Gemeindeverwaltung an, mittels einer ungewöhnliche Idee: Sie stellten an Bürgermeister Eugen Gillhuber und die Moosacher Gemeinderäte einen Antrag auf Behandlung des ersten Antrages, der seit Januar 2017 in irgendeiner gemeindlichen Schublade ruhte. Diesem Antrag legten sie als Rechtsgrundlage einen Auszug aus der Bayerischen Gemeindeordnung bei und verwiesen auf Artikel 18b, der eine Behandlung eines Antrages binnen drei Monaten vorschreibt.

Plötzlich geht es schnell

Nun ging es zügig: Bereits eine Woche später stand der Antrag auf der Tagesordnung. Die Forderung nach Zone 30 war im Antrag bereits mit dem Hinweis auf eine Änderung der Straßenverkehrsordnung untermauert. Diese Änderung ermöglichte, auf Hauptverkehrsstraßen in „sensiblen Bereichen mit besonders schützenwerten Verkehrsteilnehmern“ (wie Senioren und Kindern) ein Tempolimit einzuführen zu können. Doch Bürgermeister Gillhuber hatte bereits vorab Erkundigungen bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde des Ebersberger Landratsamtes eingeholt. Die hatte dringend geraten, bis zur Ausführungsbestimmung des Gesetzes solche Anträge zurückzustellen.

Das lange Warten hat sich gelohnt

Zwischenzeitlich sind zwei weitere Jahre vergangen, doch das lange Warten lohnte sich letztendlich. An der Doblbach-Straße steht ein Zone-30-Schild, seit einigen Tagen drei weitere Schilder an den sensiblen Bereichen der Glonner Straße und der Grafinger Straße.

VON SUSANN NIEDERMAIER

Lesen Sie dazu auch: Tempo 30 als Vorbild für viele

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Foto bewegt ganz Ebersberg: Wie Feuerwehrmann Sven Lagreze das Großfeuer erlebte
Das Bild von dem erschöpften Feuerwehrmann hat die Menschen berührt. Wir waren mit dem Ebersberger einen Tag nach dem schlimmen Brand noch einmal am Einsatzort.
Foto bewegt ganz Ebersberg: Wie Feuerwehrmann Sven Lagreze das Großfeuer erlebte
Wohnhaus in Flammen - 100 Helfer kämpfen gegen Brand - Feuerwehrmann verletzt - Video
Großbrand im Zentrum von Ebersberg: In der Eberhardstraße stand das Haus der Glaserei Mascher im Vollbrand. Rund 100 Feuerwehrkräfte sind im Einsatz. Die Rauchschwaden …
Wohnhaus in Flammen - 100 Helfer kämpfen gegen Brand - Feuerwehrmann verletzt - Video
SPD Zorneding: Antwort auf „zukunftvergessene Politik“
Bianka Poschenrieder ist nun auch offiziell Bürgermeisterkandidatin in Zorneding.
SPD Zorneding: Antwort auf „zukunftvergessene Politik“
Grüne fordern Maßnahmen gegen Stauumfahrer der A94
Die Verkehrsprobleme im Landkreisnorden nehmen nach der Eröffnung der A 94 zu. Die Grünen setzen dagegen einen massiven Forderungenkatalog. 
Grüne fordern Maßnahmen gegen Stauumfahrer der A94

Kommentare