Kondition ist gefragt: Eine Feuerwehrfrau mit Atemschutzausrüstung testet ihre Belastbarkeit. (Symbolbild)
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Kondition ist gefragt: Eine Feuerwehrfrau mit Atemschutzausrüstung testet ihre Belastbarkeit. (Symbolbild)

Heißer Kandidat bei Suche nach Grundstück

Neue Hoffnung für Feuerwehr-Ausbildungszentrum im Landkreis Ebersberg

Ein lang gehegter Traum der Feuerwehren im Landkreis Ebersberg ist ein eigenes Ausbildungszentrum. Nun gibt es einen heißen Kandidaten für ein Grundstück.

Moosach/Landkreis – Der Feuerwehrkreisverband im Landkreis Ebersberg sucht seit langem händeringend nach 5000 bis 8000 Quadratmetern Grund – für eine zentrale Ausbildungsstätte Feuerwehren im Landkreis Ebersberg. Bauland ist rar, so blieb die Suche bisher vergebens. Doch jetzt ergibt sich möglicherweise eine Chance für den Landkreis, im künftigen Moosacher Gewerbegebiet ein Grundstück zu kaufen.

„Wir brauchen keine zentrale Lage, das könnte durchaus auch im Süden des Landkreises sein, wichtig ist uns eine gute Infrastruktur und schnelles Internet“, sagte Kreisbrandrat Andreas Heiß der Ebersberger Zeitung.

Grundstück in Moosach: Zentrale Lage ist nicht alles

Moosach muss Vorarbeit leisten, derzeit steht der Boden noch in privatem Besitz, im Flächennutzungsplan ist das Gebiet seit den 80er–Jahren als Gewerbefläche eingetragen. Das Moosacher Gremium stimmte der Baulandentwicklung für gewerbliche Flächen bereits zu, derzeit geht es um die städtebauliche Grundvereinbarung mit dem Grundstückseigentümer. Läuft alles glatt, kauft die Gemeinde Ende des Jahres 25 000 Quadratmeter Land nördlich der Grafinger Straße. Die Fläche will die Kommune in Teilen zum Verkauf anbieten, möglicherweise auch an den Landkreis, der mehreren informierten Stimmen zufolge bereits ernstes Interesse signalisierte. 18 Kaufinteressenten gibt es gesamt, darunter örtliche und überregionale Betriebe, Dienstleister und öffentliche Einrichtungen.

Feuerwehr-Ausbildungszentrum für den Landkreis Ebersberg: Grobplanung existiert bereits

Wer letztendlich Baugrund erhält, wird der Moosacher Gemeinderat entscheiden. Doch bei den Zuständigen scheint vorsichtige Zuversicht zu herrschen – das Feuerwehr-Zentrum gilt hinter vorgehaltener Hand als heißer Kandidat. „Eine erste grobe Planung für Gebäude mit Schulungsräumen, Atemschutzstrecke, einer Atemschutzwerkstatt (zur Prüfung der Geräte) und einem Katastrophenschutzlager gibt es bereits“, bestätigt Kreisbrandrat Heiß. „Bisher scheiterte eine Realisierung der Ausbildungsstätte am Grundstück, der Landrat schrieb sogar den Freistaat wegen einer Fläche an“, so Heiß weiter.

Schließlich wurde die Kreisbrandbehörde selbst aktiv. „Wir haben unsere Kommandanten gebeten, in den einzelnen Landkreisgemeinden nachzufragen, wo Grundstücke verkauft werden. Vom Moosacher Kommandanten erfuhren wir, dass die Gemeinde ein großes Gewerbegebiet ausweisen wird.“ Der Landkreis hat laut Heiß noch ein zweites Eisen im Feuer: „Es gibt noch ein weiteres Angebot an den Landkreis, da geht es um eine Fläche in privatem Besitz, das Ganze ist aber noch nicht spruchreif, daher kann ich noch nicht mehr dazu sagen“, so Heiß. Was er noch bestätigte: Der geplante Bau soll ausschließlich Ausbildungszwecken dienen.

Alternativstandort Ebersberg: Es scheitert an den Grundstücken

Auch Ebersberg ist als Standort für das Ausbildungszentrum im Gespräch. Aber: „Die Flächen in der Stadt sind rar“, sagt Bürgermeister Ulrich Proske auf EZ-Anfrage. Solange sich im Außenbereich keine Möglichkeit für einen Ankauf samt Bebauungsplan finde, sei das Projekt in der Kreisstadt nicht zu machen. „Mich würde es wahnsinnig freuen, wenn es überhaupt klappen würde, auch anderswo“, sagt Proske. Also auch in Moosach.  

von Susann Niedermaier und Josef Ametsbichler

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