Die Ölsperren, die die Feuerwehr in der Moosach angebracht hat. Foto: Stefan Rossmann

Moosach schwer ölverseucht

Moosach - Seit drei Wochen steigen Mitglieder der Münchner Sportangler ins eiskalte Wasser der Moosach, um dort per Hand 10 000 Forelleneier zu sortieren. Das war wahrscheinlich vergebliche Mühe. Ein Ölunfall hat die Eier großteils verdorben.

Aus einem örtlichen Betrieb sind vermutlich bis zu 120 Liter Heizöl über ein altes Kanalsystem in die Moosach gelangt, berichtet Kreisbrandrat Gerhard Bullinger. Ein Liter Heizöl kann schlimmstenfalls eine Million Liter Wasser verunreinigen. Die Feuerwehr brachte nach ihrer Alarmierung deshalb gleich mehrere Ölsperren in die Moosach ein. Im Einsatz waren die Wehren aus Moosach, Bruck, Alxing, Grafing, Glonn, Ebersberg und Oberndorf. Die Stadt Ebersberg stellte Spezialausrüstung zur Verfügung. Derzeit sind acht Ölsperren in der Moosach, weil immer noch Öl austritt.

Zu dem Unfall war es nach Darstellung von Bullinger gekommen, weil ein Heizölvorwärmtank übergelaufen ist. Ausgetreten sind demnach 600 bis 700 Liter Öl, die sich zunächst in einer Betonwanne ansammelten. Dann sei das Öl aber über einen Riss im Beton in ein Kanalsystem darunter eingedrungen. „Wir haben etwa 8000 Liter Öl-Wasser-Gemisch abgepumpt“, berichtet der Kreisbrandrat. Dazu mussten zwei Kanalrohre vollkommen verschlossen werden, weil aus einem Weiher oberhalb der Unglücksstelle sonst weiter frisches Wasser nachgelaufen wäre. Derzeit befinden sich noch Langzeit-Ölbinder in den betroffenen Kanalschächten.

Rolf Heimann, der Vorsitzende der Münchner Sportangler befürchtet, dass die Bemühungen, in der Moosach einen Bestand an Äschen und Forellen zu erhalten, einen schweren Rückschlag erhalten hat. „Die Eier in einer Brutbox unterhalb von Gutterstädt hat es schwer erwischt“, sagt er. Etwa die Hälfte sei schon zugrunde gegangen. Die Gewässerwarte des 100 Mitglieder starken Vereins versuchen zu retten, was noch zu retten ist. Die Eier stammen aus der Fischzucht von Ludwig Kiesle aus Herdweg. Am kommenden Samstag wird noch einmal Bestandsaufnahme gemacht. „Der Schaden betrifft ja nicht nur die Brut alleine“, sagt Fischmeister Kiesle. In der Moosach befänden sich auch größere Fische, die abwandern würden, wenn von oben mit Öl verseuchtes Wasser ankomme.

Heimann und die Sportangler hoffen darauf, dass dem Verein der entstandene Schaden ersetzt wird. „Sonst müssen wir einen Gutachter einschalten.“

Von Michael Seeholzer

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