Die Dinge des täglichen Bedarfs wollen die Moosacher in einem Dorfladen kaufen können. Foto: kn

Moosacher sind Dorfladen ein Stück näher

Moosach - Die Moosacher sollen in Zukunft wieder alle Dinge des täglichen Bedarfs im Ort einkaufen können. Diese Idee verfolgt ein Moosacher Arbeitskreis, der sich für die Gründung eines genossenschaftlichen Dorfladens einsetzt. Die Gemeinde Moosach unterstützt dieses Vorhaben.

Weil sich der Einzelhandel in den letzten Jahren immer mehr aus den Dörfern zurückgezogen hat und Supermärkte nur in größeren Ortschaften eröffnet werden, wird der Weg zum Einkauf immer länger. In Moosach soll sich dies nun ändern. Eine Initiative von Moosacher Bürgern treibt die Gründung eines Dorfladens voran.

Nach einer sehr gut besuchten Informationsveranstaltung im Mai verteilte die Initiative 450 Fragebogen um herauszufinden, ob bei den Moosachern Interesse an einem Dorfladen besteht und wie diese sich diesen Laden wünschen. Die 140 Antworten, die der Arbeitskreis zurück erhielt, waren durchwegs positiv: Rund ein Drittel der Moosacher Haushalte zeigte sich an einem Dorfladen interessiert, 70 Prozent der Befragten sprach sich für eine genossenschaftliche Organisation aus und 55 Prozent würden sich sogar selber finanziell daran beteiligen. Erfreulich viele Helfer würden sich sogar für den Aufbau oder Umbau des Ladens und für eine Mitarbeit im Laden finden, fasst der Arbeitskreis die Umfrageergebnisse zusammen. Laut Arbeitskreis wäre ein Dorfladen für Moosach ein großer Gewinn, denn er bedeute mehr Lebensqualität, Umweltschutz und Arbeitsplätze vor Ort, fördere regionale Anbieter von Lebensmitteln, diene als sozialer Treffpunkt und könne zudem verschiedene weitere Dienstleistungen anbieten.

Da wünschen sich die Moosacher in erster Linie eine Postannahme, gefolgt von einer Apotheke, einem Café, Schreibwaren, einer Reinigungsannahme sowie einer Lottostelle. Fleisch und Wurst soll es in dem Dorfladen nicht geben, um dem örtlichen Metzger keine Konkurrenz zu machen. Besonders wichtig sind den Moosachern noch die gute Erreichbarkeit des Dorfladens, lange Öffnungszeiten, ausreichend Parkplätze und persönliche Kundenbeziehungen.

Dass ein Dorfladen für die knapp 1500 Einwohner starke Gemeinde ein Bereicherung ware, findet auch Bürgermeister Eugen Gillhuber (CSU). Allerdings müsse seiner Meinung nach der richtige Standort gewählt werden, damit der Laden erfolgreich laufe. Zu dem in der Umfrage favorisierten „Promberger Haus“ sieht Gillhuber noch einige andere Standortmöglichkeiten.

Um das langfristige Gelingen des Projekts Dorfladen sicherzustellen, soll eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Diese beeinhaltet die Untersuchung der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit, die Standortanalyse, die Erstellung einer Konzeption zur Umsetzung sowie die Finanzierbarkeit. Die Machbarkeitsstudie inklusive der Vorbereitung und Durchführung einer Gründungsveranstaltung vor Ort soll durch einen erfahrenen Berater begleitet werden. Beauftragen will der Arbeitskreis den Unternehmensberater Wolfgang Gröll von der Firma „newWay“ aus Berg, der schon eine Vielzahl erfolgreicher Dorfladenprojekte - zum Beispiel den Dorfladen in Harthausen - beriet.

Die Kosten für die Machbarkeitsstudien in Höhe von 4850 Euro wollte der Gemeinderat zwar nicht als Zuschuss, jedoch als langfristiges Darlehen geben. Damit ist das Projekt Dorfladen einen Schritt weiter. Vielleicht können die Moosacher im nächsten Jahr in ihrem Dorfladen einkaufen.

Von Christine Gerneth

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