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Krisenfest: Schulleiter Harald Parigger.

Morddrohung: Jetzt spricht der Direktor

Grafing - Am Wochenende hat Harald Parigger eine Morddrohung per Post erhalten. Am Montag ging am Gymnasium Grafing, das im November mit rechtextremen Sprüchen beschmiert worden war, eine Bombendrohung ein. Einschüchtern lässt sich der Direktor aber nicht.

Nachdem er von einer Kollegin erfahren hatte, dass eine Schülerin per Post eine Morddrohung erhalten hatte, schickte Parigger seinen Sohn zum Briefkasten. „Das könnte auch so etwas sein“, sagte der Student zu seinem Vater, als er ihm einen Brief ohne Absender überreichte. „DU BIST DER NÄCHSTE“ stand in angedeuteter Runenschrift auf einem Blatt Papier. Das letzte Wort durch einen Pfeil an den Rest des Satzes angefügt. Daneben ein Galgenmännchen.

Nach der Bombendrohung wurde das Gymnasium evakuiert

Bombendrohung: Grafinger Gymnasium evakuiert

Zuerst habe er sich unbehaglich gefühlt, so Parigger am Mittwoch zur EZ. Nicht in Form von „Oh Gott, du musst Angst haben“, mehr so, als würde ihm jemand ständig über die Schultern blicken, beschreibt er seine Reaktion. Schnell tütete er das Schreiben mit der Pinzette ein. „Damit nicht gleich ein Schwall Fingerabdrücke drauf ist.“ Dann habe er das Papier weiter angesehen. „Das sieht nicht nach einer knallharten rechten Gruppierung aus“, dachte er sich angesichts der „sehr ungelenk nachgeahmten Runenschrift“.

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Nach dem Unbehagen habe der Verstand eingesetzt. „Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Nazi-Schmierereien schon mehr Hardcore waren, als diese Morddrohung.“ Angst vor dem Gang in die Arbeit habe er am Montag nicht gehabt. „Am gefährlichsten wäre es ja daheim, wo man alleine ist.“ Dennoch habe man die Rollläden ganz zu gemacht und sich versichert, dass die Tür nachts fest verschlossen ist. Seine Familie sei krisenfest, versichert der Schulleiter. Es sei aber „falsch zu sagen, dass wir über die Morddrohung erfreut waren.“

Johannes Markmann

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