Stellwerksstörung: Verzögerungen und Teilausfälle auf der Stammstrecke

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Schüler des Grafinger Gymnasiums bei ihrer Demonstration im Schulhof. Foto: Stefan Rossmann

Nach Nazi-Schmierereien: Grafinger Schüler setzen buntes Zeichen

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Grafing - Die Schüler des Gymnasiums Grafing haben am Mittwoch ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt: Weil ihre Schule in der Nacht zuvor mit ausländerfeindlichen Parolen und rechtsextremistischen Symbolen beschmiert worden war, gingen sie spontan auf die Straße, um gegen Nazis zu demonstrieren.

Die Schule verurteile die Tat aufs Schärftse, sagten Schülersprecherin Laura Kramlinger und ihre beiden Kollegen Grischa Eder und Felix Schuster. Sie hatten spontan zum Protestmarsch und zur Menschenkette in der Jahnstraße aufgerufen mit einer anschließenden Kundgebung im Schulhof, an der sich auch alle Lehrer beteiligten. Man wollte ein Zeichen setzten, dass Rassismus am Gymnasium Grafing keine Chance habe, so Schulleiter Harald Parigger.

Nach Angaben der Polizei war das Gymnasium sowie ein Gebäude am Grafinger Sportzentrum mit rechtsextremistischen Parolen und Zeichen beschmiert worden. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord. Man hoffe auf Zeugenaussagen, um die Fälle möglichst schnell klären zu können (Hinweise an die Polizei Ebersberg, Tel. (0 80 92) 8268-0).

Bilder: Grafinger Schüler demonstrieren gegen Rechts

Susanne Böhm, Leiterin der Grafinger Mittelschule, die gegenüber des beschmierten Sportzentrums liegt, sagte, dass ihre Schüler „heute Morgen total geschockt“ gewesen seien, nachdem sie die Hinterlassenschaften der Täter gesehen hatten. Fünftklässler mit Migrationshintergrund hätten sie spontan gefragt, ob sie jetzt Angst haben müssten. Besonders alarmiert gewesen seien auch die Schüler der neunten Jahrgangsstufe, die gerade als Ausstellungsbegleiter einer Anne-Frank-Ausstellung in Aßling tätig seien. Die Lehrer ihrer Schule hätten die Schandtat im Unterricht thematiesiert, sage Böhm. Man beschäfte sich aber ohnehin regelmäßig mit dem Thema Rechtsradikalismus.

Grafings Bürgermeister Rudolf Heiler verurteilte dieses "abscheuliche Vorgehen“ in einer Mitteilung „aufs Schärfste“. Habe es in den letzten Jahren vereinzelt kleinere Schmierereien gegeben, so fielen bei diesem Vorfall die hasserfüllten Parolen gegenüber ausländischen Bürgern auf, so Heiler. Er hoffe, „dass die Polizei gerade jetzt in der in Deutschland geführten Diskussion alles Mögliche und Geeignete veranlasst, um die Täter zu finden“.

Heiler ist sich aber andererseits sicher, dass solche Parolen auf keinerlei fruchtbaren Boden in Grafing fallen werden. „Grafing ist bunt - Grafing ist eine gemeinsame Stätte wie auch offene Stadt für Einheimische und ausländische Bürger - jetzt und auch künftig. Wir lassen uns von diesen Typen auch nicht einschüchtern.“

Von Michael Acker

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