Er verging sich an einem Mädchen

Nachdem er verurteilt wurde: Sextäter aus dem Landkreis verliert seinen Job

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Für seine widerlichen Taten verurteile das Amtsgericht einen 41-Jährigen Mann. Jetzt hat ihn auch sein Arbeitgeber rausgeschmissen: das Bayerische Rote Kreuz. 

Ebersberg – Ein 41-jähriger BRK-Sanitäter hat über mehrere Wochen ein neunjähriges Mädchen missbraucht und ist dafür in der vergangenen Woche vor dem Amtsgericht Ebersberg zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden (wir berichteten). Auch deswegen, weil er voll geständig war, wurde die Strafe zur vierjährigen Bewährung ausgesetzt – obwohl der Angeklagte wegen des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischer Schriften bereits einschlägig vorbestraft war. Der aktuelle Missbrauch hatte für den 41-Jährigen jetzt aber weitere Konsequenzen. Er hat seinen Arbeitsplatz verloren. Er war bislang als Sankafahrer beim BRK Ebersberg beschäftigt.

BRK: Nach der Verhandlung gab es ein Gespräch mit dem Mitarbeiter 

„Unmittelbar nach der Verhandlung fand ein Gespräch mit dem Mitarbeiter statt“, bestätigt die Kreisgeschäftsführerin Elisabeth Seibl-Kinzlmaier, dass der BRK-Kreisverband Ebersberg umgehend reagiert habe. „Der Mitarbeiter wurde mit sofortiger Wirkung freigestellt. Das Arbeitsverhältnis wurde zum 31. August beendet.“ Die Art der Straftat habe eine Weiterbeschäftigung unmöglich gemacht. „Es war klar, dass da ein klarer Schnitt erfolgen musste.“

Das Rote Kreuz in Ebersberg ist damit bemüht, einen Imageschaden von sich abzuwenden. „Das BRK hat Grundsätze, die gelten nicht nur beruflich, sondern es wird auch im Privatleben von den Mitarbeitern erwartet, sie sollten sich so verhalten, dass das mit unseren Grundsätzen übereinstimmt“, sagt Seibl-Kinzlmaier auf Anfrage der Ebersberger Zeitung. „Deswegen haben wir auch die sofortige Freistellung und die Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgesprochen.“

Zum 31. August muss der Täter gehen - derzeit ist er freigestellt

Dass die Kündigung zum 31. August terminiert wurde, könnte unter Umständen sogar als Entgegenkommen des Arbeitgebers gewertet werden, sagt Peter Hohlweg, Grafinger Fachanwalt für Arbeitsrecht. Wäre sie nicht zum Monatsende ausgesprochen worden, hätte im Lebenslauf des Angeklagten bei einer Neubewerbung jeder erkennen können: „Da ist etwas vorgefallen.“ Eine schwerwiegende Pflichtverletzung erlaube eine solche Kündigung, wenngleich auch in diesem Fall alle gesetzlichen Regularien beachtet werden müssten, informiert Hohlweg sinngemäß.

Schwer wog in der Verhandlung am Amtsgericht Ebersberg, dass der Täter sich an einer Schutzbefohlenen vergriffen hatte. Sein zum Tatzeitraum neunjähriges Opfer war die Tochter seiner damaligen Ehefrau, die in dem 41-Jährigen eine Vaterfigur sah. Die Übergriffe fanden auf der heimischen Wohnzimmercouch statt. Der Angeklagte hatte damit das Vertrauensverhältnis missbraucht, das das Mädchen zu ihm aufgebaut hatte. Das wurde vor Gericht beim Strafmaß gewürdigt.

Das Opfer leide an Panikattacken 

In der Verhandlung war zur Sprache gekommen, das inzwischen 13-jährige Opfer wünschte sich, der Täter würde aus Bayern wegziehen. Auch der Nebenkläger der Geschädigten, Rechtsanwalt Hasso Graber, hielt das für geboten, damit es nicht zu ungewollten und für das Mädchen belastenden Begegnungen mit dem Täter kommen könne. Die Jugendliche leidet infolge der Übergriffe an temporären Panikattacken. Der Täter hatte im März eine Therapie begonnen, deren Fortsetzung ihm zur Bewährungsauflage gemacht wurde.

Rubriklistenbild: © fkn

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