Nachwuchs ist für den Ernstfall gerüstet

Vaterstetten - Ganz Hergolding war am Samstagvormittag abgeriegelt, als knapp 300 Jugendliche aus den Feuerwehren des Landkreises eine Großübung abhielten. Zuvor hatten sie im Vaterstettener Feuerwehrhaus eine schriftliche Prüfung abgelegt.

Verschiedene Szenarien galt es unter den wachsamen Augen von Kreisbrandrat Gerhard Bullinger und der Kreisbrandinspektion sowie vieler Feuerwehrkommandanten zu bewältigen. Während aus der Brennerei Flammen schlugen, mussten wenige Meter weiter Verletze aus einem verunglückten Pkw geborgen und versorgt werden. Eine weitere Person war unter einem Schuttcontainer eingeklemmt und aus einem Tanklastzug lief Heizöl aus. Ein Lkw musste mit einem Seilzug bewegt werden und gleichzeitig stand noch eine Rettung aus der Tiefe an. Selbst für Laien war erkennbar, dass sich die Nachwuchsfloriansjünger nicht nur mit viel Engagement, sondern auch mit reichlich Fachwissen an ihre Aufgaben machten und sie mit Bravour lösten. Das stellten auch Vaterstettens Bürgermeister Robert Niedergesäß und sein Feuerwehrkommandant Erwin Reimers fest. Reimers und sein Parsdorfer Kollege Albert Wirth zeichneten zusammen mit den Feuerwehren der Gemeinde Vaterstetten für die Organisation verantwortlich.

Für Kreisbrandrat Bullinger aber war es nicht nur eine Übung, sondern auch eine "Lehrveranstaltung", denn hier können alle voneinander lernen.

Die Hergoldinger Übung war sehr nahe am Münchner Oktoberfest - nicht nur räumlich. Als dort am Samstag einige Personen aus der Achterbahn gerettet werden mussten, setzte die Münchner Feuerwehr einen Spezialkran ein. Ein zweiter solcher Spezialkran ist in Kirchheim stationiert und wurde in Parsdorf beim Abschlusstreffen der Jungfeuerwehrler vorgestellt. Nur ahnte da noch niemand, dass ein gleichartiger Einsatz wenige Stunden später auf der Wiesn erfolgen sollte.

Einen Höhepunkt der Übung bildete der Einsatz und die Landung eines Polizeihubschraubers, die der Parsdorfer Kommandant Albert Wirth noch kurzerhand organisiert hatte. In Gegenwart von Landrat Gottlieb Fauth erhielten die Jugendlichen ihre Ehrenabzeichen in Bronze, Silber oder Gold beziehungsweise eine Ehrenurkunde. Schließlich hatten alle den schriftlichen Wissenstest bestanden. "Für die zukünftige Sicherheit der Landkreisbevölkerung muss nach dieser Übung niemandem bang sein", meinte Bullinger und stellt fest: "Sicherheit ist ein Stück Lebensqualität."

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