Alle feiern mit beim Namensfest der „Dominik-Brunner-Realschule Poing“. foto: rm

Ein Name mit Ausrufezeichen

Poing - Als erste in Bayern hat sich die Realschule Poing den Namen "Dominik Brunner" gegeben. Schüler, Lehrer und Eltern wollen ein Zeichen für Zivilcourage setzen.

Als Alois Meier von Dominik Brunner erzählt, von dessen Leben und dessen tragischem Ende, ist es mucksmäuschenstill im mit gut 700 Personen besetzen Foyer der Poinger Realschule. Meier, Vorstandsvorsitzender der Dominik-Brunner-Stiftung, bedankt sich am Ende seiner Rede bei allen rund 600 Schülern sowie den Lehrern und dem Elternbeirat für den Namen, den die Schule nun offiziell trägt: "Dominik-Brunner-Realschule". Am Donnerstag fand der offizielle Festakt zur Namensgebung statt, anschließend feierten Schüler, Lehrer und Eltern ein großes Sommerfest. Ein Teil des Erlöses kommt der Stiftung zu Gute.

Es ist die erste und bislang einzige Schule in Bayern, die an den 50-jährigen Manager erinnert, der 2009 am S-Bahnhof München-Solln von zwei Jugendlichen brutal zusammengeschlagen wurde und kurz darauf starb. Seither steht "Dominik Brunner" für Zivilcourage und Mut.

Im Dezember 2014 haben sich die Schulleitung, der Personalrat sowie alle Schüler- und Klassensprecher, der Elternbeirat und die Lehrerkonferenz für diesen Namen ausgesprochen und einen entsprechenden Brief mit Antrag auf Umbenennung an den Ministerialbeauftragen für Realschulen Oberbayern Ost, Wilhelm Kürzeder, geschickt. Der wiederum leitete den Wunsch weiter an das zuständige Kultusministerium. Dieses hat den neuen Namen genehmigt.

Schülersprecherin Sara Funk wiederholte beim Festakt die Worte, die sie schon in dem Brief an das Kultusministerium geschrieben hatte: "Der Name ,Dominik-Brunner-Realschule’ ist Aufgabe und Verpflichtung." Er soll nicht bloß ein Etikett sein, sondern Schüler und Lehrer zu Zivilcourage ermutigen. Auf großen, selbstgestalteten Bannern, die gestern in der großen Aula aufgehängt waren, haben die Realschüler Flagge gezeigt - auf den Fahnen steht in Großbuchstaben geschrieben: "Miteinander Füreinander".

Dass dieses Motto beispielsweise im Schulalltag gelten soll, zeigte die Video-Arbeitsgruppe der Realschule mit einem Kurzfilm. Der ist in Zusammenarbeit mit Studenten der Macromedia-Medienakademie entstanden und thematisiert Mobbing in der Schule. Am Ende treten viele Realschüler einem ihrer Mitschüler entschlossen entgegen, der einen kleineren Schüler immer wieder gemobbt und angegriffen hat. Mit den Worten "Jetzt bist Du nicht mehr allein" helfen die couragierten Realschüler ihrem Mitschüler wieder auf die Beine.

In Kurz-Interviews, durchgeführt von der stellvertretenden Schulleiterin Sylvie Schnaubelt, zeigten sich sämtliche Ehrengäste (unter anderem der Ministerialbeauftragte Kürzeder sowie Landrat Robert Niedergesäß) beeindruckt von der Namensgebung.

Seit dem Start der Poinger Realschule am 14. September 2010 (damals noch in Containern, das neue Gebäude wurde zwei Jahre später eröffnet) hatte die Einrichtung keinen eigenen Namen. Wenn am 24. Juli der allererste Abschluss-Jahrgang (69 Schüler der 10. Klassen) entlassen wird, wird auf den Zeugnissen der Name "Dominik-Brunner-Realschule" stehen.

Armin Rösl

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