Kein schöner Anblick: Gelbe Säcke am Zornedinger Ortsteil Daxenberg. Foto: Stefan Rossmann

Nein danke zu noch mehr Gelben Säcken

Zorneding - Genossen wollen Containerservice am Zornedinger Wertstoffhof erhalten.

Auch künftig sollen die Zornedinger Gelbe Säcke am Wertstoffhof abgeben können. Das will die örtliche SPD erreichen und hat sich mit einem Eilantrag an Bürgermeister Piet Mayr gewandt. Denn eigentlich sollte der Containerservice zum 1. August eingestellt werden. In einem Brief der SPD stehen Wörter wie „Ignoranz“ und „nicht bürgerfreundlich“. Die Kritik richtet sich gegen das Rathaus.

Eigentlich gilt für Zorneding das Holsystem. Bedeutet: Verpackungsabfall kommt in den Gelben Sack, der wird in regelmäßigen Abständen von einem Unternehmen eingesammelt. Zusätzlich hat die Gemeinde Zorneding als Service einen Container aufgestellt. In Ausnahmefällen, etwa bei Krankheit oder Urlaub, konnten damit am Wertstoffhof außerhalb der turnusmäßigen Abhol-Termine bis zu drei Gelbe Säcke abgegeben werden. Wenn Mitarbeiter des Wertstoffhofes jedoch Bürger darauf hinwiesen, dass der Service eben nur für Ausnahmefälle gelte und die Abgabemenge beschränkt sei, hätten sie sich des öfteren einiges anhören müssen. Den Gemeindebediensteten seien zudem in Einzelfällen sogar Schläge angedroht sowie die Gelben Säcke entgegen geschleudert worden, berichtete Bürgermeister Piet Mayr. Für weiteren Unmut sorgte, dass der Inhalt der Gelben Säcke am Wertstoffhof kontrolliert wurde. Die beauftragte Entsorgungsfirma hatte sich nämlich darüber beschwert, dass in den abgegebenen Säcken nicht nur Wertstoffe, sondern schlecht sortierter Müll gewesen sei.

Das Rathaus Zorneding reagierte, verhandelte mit dem Entsorger und dem Landratsamt. Das Ergebnis: Künftig sollten die Säcke nicht nur einmal monatlich, sondern alle zwei Wochen abgeholt werden. Zusätzliche Kosten für die Gemeinde: 45 000 Euro pro Jahr. Doch diese Lösung lehnte der Gemeinderat im April mit deutlicher Mehrheit ab.

„Wir kehren zum lupenreinen Holsystem zurück“, erklärte Anfang Mai dann Bürgermeister Mayr. Folge: Auch der Container für Notfälle wird abgezogen.

Die SPD-Fraktion meint aber, „dass die Gemeindeverwaltung die Bedürfnisse der Bürger, die sie bezahlen, zu achten hat“. Deshalb hätten die Genossen beantragt, den Container am Wertstoffhof nicht abzuschaffen, sondern beizubehalten. In einem Schreiben weist die SPD darauf hin, der Gemeinderat habe der Verwaltung empfohlen, die angespannte Situation mit den Gelben Säcken durch die Aufstellung eines zweiten Containers am Wertstoffhof zu entschärfen. Wie der Bürgermeister in der April-Sitzung „verkündete“, habe die Verwaltung daraufhin in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt beschlossen, auch den bereits vorhandenen Container abzuschaffen.

Die SPD-Fraktion hält dieses Vorgehen für falsch. Abgesehen von der „Ignoranz“ gegenüber dem Gemeinderat sei es „nicht bürgerfreundlich“, die Entsorgung des Verpackungsmülls ausschließlich mit der Abholung im vierwöchigen Rhythmus zu erledigen. Nicht alle Bürger verfügten über genügend geeignete Lagermöglichkeiten, um einen Sammeltermin zu überbrücken, den sie zum Beispiel wegen einer Urlaubsreise nicht wahrnehmen können. „Mit der verstärkten Kontrolle der Gelben Säcke auf illegalen Müll, wie im Zorneding Info angedroht, wäre ihnen leider nicht geholfen“, so die SPD. „Auf noch mehr Gelbe Säcke an den Straßenrändern zwischen den Abholterminen kann Zorneding gerne verzichten.“ Deshalb müsste auch künftig eine zusätzliche Abgabemöglichkeit angeboten werden.

Robert Langer

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