Spielen über den Dächern von Grafing: Die neue Kinderkrippe entstand dank eines besonderen Kniffs des Architekten. sro

Neue Kinderkrippe eingeweiht

Grafing - „Die Kleinen wollen mittags gar nicht nach Hause gehen“, freute sich die Leiterin des neuen Grafinger Kinderhorts in der Schlossstraße, Daniela Mann. Sie nahm bei der Einweihung des Hauses am Freitag strahlend den symbolischen Schlüssel von Bürgermeister Rudolf Heiler entgegen.

Keinen Tag zu früh ist die neue Kindertagesstätte fertig geworden. Heiler berichtete, dass von den 36 Krippenplätzen im September bereits 31 belegt sein werden. Dass der ansprechende Bau so schnell verwirklicht werden konnte, ist das Werk des Architekten Peter Serfözö, der viele Jahre in der unmittelbaren Nachbarschaft gewohnt hat und dem der Auftrag der Stadt deshalb ein besonderes Anliegen gewesen sei, wie er bekannte. „Am Ende der Schlossstraße ist ein Schloss, am anderen Ende steht jetzt ein Highlight“, meinte er in seiner Ansprache.

Heiler berichtete, dass inzwischen jedes zweite Kind der Stadt unter drei Jahren in einer Kinderkrippe untergebracht sei, weshalb die ehemalige bayerische Familienministerin und BRK-Kreisvorsitzende Christa Stewens feststellte: „In der bayerischen Gesellschaft hat ein Umbruch stattgefunden.“ Die Preise im Umland von München, die Lebenshaltungskosten und die staatlichen Belastungen lassen vielen Familien aber gar keine andere Wahl: Beide Elternteile müssen voll erwerbstätig sein. Damit die Kinder nicht auf der Strecke bleiben und Grafing seinen Standortvorteil als kinderfreundliche Stadt behält, haben Stadtrat und Bürgermeister in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen.

Heiler deutete an, dass mit dem Bau des 1,5 Millionen Euro teuren Kinderhorts das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht sein werde. „Stellen Sie sich schon mal auf den nächsten Kindertagesstättenbau ein“, meinte er an die zahlreichen Stadträte gewandt, die sich in dem Haus ansehen konnten, welche positiven Auswirkungen ihre Beschlüsse in der Praxis haben können.

Serfözö war auf dem 625 Quadratmeter großen Grundstück das Kunststück gelungen, 325 Gebäudequadratmeter unterzubringen - und dazu eine Freifläche, ohne die der Bau nicht hätte genehmigt werden können. Die Kinder spielen nämlich auf einem gesicherten Flachdach.

Die Außenanlagen sind noch nicht fertig, was die kleinen Besucher bestimmt zu Sandspielen animieren wird - in einem natürlichen Sandkasten, der später noch in einen Garten mit Spielgeräten verwandelt werden wird.

Die beiden Geistlichen Hermann Schlicker und Axel Kajnath segneten das Gebäude, nachdem die Kindergärtnerinnen zusammen mit ihren Schützlingen und den Eltern das Lied „Wer will fleißige Handwerker sehen“ angestimmt hatten. Die Pfarrer überreichten der Einrichtung „ein buntes Holzkreuz als Ausdruck der Lebensfreude“.

Mit dem Bayerischen Roten Kreuz hat die Grafinger Krippe einen erfahrenen Träger ins Boot geholt, der im Landkreis Ebersberg inzwischen 15 Kindertagesstätten betreut. In Grafing werden es drei Gruppen à zwölf Kinder sein. Insgesamt kann die Stadt damit 104 Krippenplätze anbieten - Tendenz steigend, wie Heiler voraussagte: „Seit der Einführung des Babyempfangs gibt es mehr Kinder in der Stadt.“

Michael Seeholzer

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